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Name: Jan Simon Saamen
Alter: 22 Jahre
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Gemütlich, so eine Liege. Ich drehe mich
um, richte den Blick auf die Nebelschwaden die
über das Wasser treiben. Ein kalter Morgen,
bald wird die Sonne erwachen und alles in ein
rotgoldenes Licht tauchen. Ich wühle mich
tiefer in meinen Schlafsack, fühle mich rundum
wohl und genieße die Wärme. Langsam
schweifen meine Gedanken ab, die Augen schließen
sich wie von selber und ich döse in die Traumwelt
zurück. In den letzten Tagen habe ich hier
wiederholt gute Fische lokalisieren können,
habe gefüttert und harre nun der Dinge die
da kommen. Ein einzelner Piep öffnet meinen
Geist und ich bin sofort hellwach. Noch einmal.
Meine weiche Rute biegt sich nach links und die
Rolle fängt an zu singen. Mit dem Wissen,
dass hier nur Fische über 30 Pfund schwimmen,
lege ich die Strecke zu den Ruten zurück
und schlage an…
Äääääh… Nee.
So KÖNNTE es laufen. Vielleicht. Eventuell.
Aber nicht bei mir und nicht in diesem Jahr. Diese
Jahre, diese Zeiten in denen nichts gelingt, man
nichts auf die Kette bekommt und wenn doch, geht
auch das irgendwie schief. Der absolute Hass.
Sicherlich. In einer großartigen Geschichte
enden diese Geschichten immer mit dem absoluten
Traumfisch. Leider spielen immer die anderen die
Hauptrolle in solchen Dramen. Stress mit der Freundin,
völlig gefrustet ans Wasser, aber nach zehn
Minuten läuft die Rute ab und der Kescher
schiebt sich unter einen massigen Fisch- den Fisch.
Tja, zu schön um wahr zu sein. Die Realität
sieht doch anders aus:
Der Umzug in die neue Wohnung hat sich hingezogen,
direkt zu Beginn steht das Wohnzimmer unter Wasser.
Mit viel guter Laune und Optimismus wird all das
hingenommen. Der Schaden ist ja bald beseitigt.
Das Wetter entschließt sich derartig zu
wüten, das ganze Wälder entwurzelt werden-
an Angeln ist nicht mal zu denken. Der nächste
Umzug steht an und die freie Zeit wird in Freundschaft
investiert. Eine gute Sache und der Frühling
kommt bestimmt. Leider fängt es an zu regnen,
das Wintergewässer kühlt sich proportional
zu meiner Laune ab und in der Wohnung?
Natürlich erneut Wasser. Egal. Ein kleiner
Abstecher in die Niederlande soll Entspannung
bringen, tut er auch. Na und dann kommt die heiße
Phase. Plötzlich wird es warm, der Sommer
hält Einzug im Mai und die Fische fressen
wie blöde. Klar zum durchstarten, sitze ich
Sonntagabend gemütlich auf der Couch, an
der Wand gegenüber verdeckt eine aufgeschraubte
Rigipsplatte die Stelle, wo das nasse Material
zwecks Probe herausgeschnitten wurde(2x1,5m) und
genieße den Abend. Morgen geht’s zu
meinem Traumgewässer, die Fische fressen
auf meinem Platz. Montagmorgen dann der Anruf:
Herr Saamen, wir brauchen sie in den nächsten
drei Wochen. Heute um 14 Uhr geht’s los.
Mit offenem Mund starre ich ungläubig auf
mein Telefon. Mist, verd******! Warum muss man
auch neben dem Studium auf Abruf in der Logistik
arbeiten?? Zwei Wochen später beginnen die
Fische zu laichen…
Als die Zeit wieder reif ist um loszuziehen,
der nächste Anruf. Diesmal das Krankenhaus-
ich bin gesundheitlich sowieso ziemlich am A…,
aber jetzt kommt es Knüppeldicke. Die nächsten
Wochen falle ich aus. Therapie noch und nöcher
und täglich trudeln sie ein- die Fangmeldungen
von anderen. Jetzt, vorbei- Freiheit. Leider sind
meine 80 kg Boilies, die im Salz auf ihren Einsatz
warteten komplett verschimmelt. Was will man da
noch sagen.
Plötzlich, jedoch ein Lichtblick- ich fahre
überraschend zum Cassien. Wie sich das Blatt
wenden kann. Dachte ich. Angekommen bringe ich
nach drei Tagen meinen Angelpartner ins Krankenhaus,
verbringe dort mehrere Tage- er spricht kein Wort
Französisch. Als ich ihn um dem Drama ein
Ende zu setzen in den Flieger gesetzt habe, stehen
mir nur noch wenige Tage zur Verfügung- jetzt
allerdings mit zwei Ausrüstungen, sprich
drei Booten. Die Flexibilität lässt
sich erahnen, zumal ich keinen E-Motor dabei hab!
Die Fische die ich noch fange kommen eher aus
der Kinderstube und als ich alles auf eine Karte
setze, verliere ich. Nebenbei darf ich aber zusehen,
wie auf dem Platz, den ich wegen des Krankenhauses
aufgeben musste mehrere Fische über 20 kg
gefangen werden…
Zuhause dann wieder Therapie. Der Wohnung wegen
spricht man nun (September) von Lüftungsfehlern
und will die Mängel nicht beheben. All dem
zum Trotz fahre ich alle zwei Tage füttern.
Zwei Tage liegen vor mir und sollen es richten.
Am Wasser dann der Anruf. Ein Freund: 49 Pfund!!
Natürlich entdecke ich kurze Zeit später,
dass um mich herum auf einmal alle möglichen
(und unmöglichen) Leute ebenfalls füttern.
Erst den kleinen Gefrierbeutel mit Fertigpillen
zwanzig Meter weiter rechts neben meiner Stelle
verteilt, um dann auf ein Schwätzchen vorbeizukommen.
„Naaa. Beißt et?“ Gefrustet
stelle ich fest, dass sich das Spiel noch fünfmal
mit verschiedensten Leuten wiederholt und ich
packe früher als gedacht alles wieder ein.
Fische? Bin ich im Märchen?
Das einzige was mich an diesen Trip erinnert
ist die Zahlquittung- das Dreißigschild
war wohl nicht auf Augenhöhe. Ach ja, wer
meinem Freund seine Banane samt Echo vor unseren
Füßen weggeklaut hat, möchte sich
doch bitte melden…
Ich glaube, all dies ist eine Schablone die so
mancher auf sein Angeljahr legen könnte und
sie würde passen. Nach dem „warum“
zu fragen, macht eh wenig Sinn. So mancher soll
ja sogar in all der Hast ohne Ruten losgefahren
sein. Aber wetten? Demnächst halten wir IHN
in den Armen und alles ist vergessen…
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Es sind (ist) 9 Artikel verfügbar.
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"Carp-Kolumne Nr.18: Wasservögel - Gedanken zum Karpfenangeln" von Jan Simon Saamenl (04/07) :: CARP.DE :: BERICHTE Langsam schaukelt der Hanger von rechts nach links, die Diode leuchtet noch. Wieder steigt er ruckartig an, der Micron gibt seinen Senf dazu. Vorsichtig stelle ich meinen Becher Wein (in der Edelstahltasse besonders stilecht) neben mir ins hohe Gras. Langsam, als könnte ich den Zauber des Moments zerstören erhebe ich mich, gehe zu den Ruten und schlage an. An diesem Gewässer einen Fisch zu fangen ist für mich etwas besonderes, etwas seltenes. Nun ist die Rute krumm, deutlich verspüre ich die Schläge... |
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"Carp-Kolumne Nr.20: Karpfenanglerfeminismus" von Jan Simon Saamen (06/07) :: CARP.DE :: BERICHTE Wieder einmal stehe ich im Angeladen „bei mir um die Ecke“, meine Augen schweifen durch die Räumlichkeiten, betrachten Wände an denen grün dominiert und die stillschweigend die immensen Lasten ertragen. Was es so alles gibt... Durch die Rutenwälder mit Edelstahlgriffen erblicke ich Wurfrohre, Kellen, Schlagschnüre (sagen wir 25000m). Blei in jeder erdenklichen Form (die elektronische Waage steht natürlich daneben). Kleinteile soweit das Auge reicht. Schwindelig schaue ich mir die nächste Wand genauer an. Dort hängen sie, bilden DEN Trend. |
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"Carp-Kolumne Nr.19: Karpfenangler sind schon etwas besonderes! (05/07) :: CARP.DE :: BERICHTE Karpfenangler sind schon etwas Besonderes. In jeder Hinsicht, glauben sie mir. Wir schaffen es die größten Fische zu fangen, machen uns die absolut genialsten Gedanken zum Fang unserer Lieblinge, beobachten sie sogar unter Wasser und zeichnen dies auf Band auf. Wir beschäftigen uns viel mit unserem Hobby, schreiben darüber, lesen viel, oder schauen uns zumindest bunte Bildchen an. Wir belächeln inzwischen den Aal-Opi von nebenan, der uns früher immer mal wieder einen geräucherten Fisch schenkte und immer eine nette Geschichte wusste, der aber niemanden gestört hat. |
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"Carp-Kolumne Nr.22: Erfolge, oder so…" von Jan Simon Saamen (08/07) :: CARP.DE :: BERICHTE Wieder und wieder betrachte ich das Bild von Markus Pelzer. Im Hintergrund das zartgrüne Schilf, das Wasser bis zu den Knien, den Blick auf den riesigen Schuppenkarpfen gerichtet. Mary. Was für ein gigantischer Fisch, was für ein schönes Bild. Mir fällt Lampes ein, wie er mit einem überdimensional großen Fisch in die Kamera lacht. Und plötzlich purzelt alles in meinem Kopf wild durcheinander. Große Namen machen sich breit, nicht nur die der Fänger, aber auch die. Egal welche Zeitschrift ich in die Finger bekomme, überall sind sie und strecken (manche mehr, manche weniger) dicke alte Recken in die Kamera. |
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"Carp-Kolumne Nr.24: Zielfische" von Jan Simon Saamen (10/07) :: CARP.DE :: BERICHTE Inzwischen ist es Mitte Oktober. Oktober. Der Herbst ist eingeläutet, eigentlich schon in vollem Gange. Das Wasser wird zunehmend kälter, abends steht dünner Nebel über dem Wasser, es wird wieder früh dunkel. Um halb acht verschwindet es, das Tageslicht. Jetzt ist die Zeit für den einen, für den Dicken. Jetzt? Oder war sie schon? Ein langes Jahr liegt hinter uns, hinter mir. Viele Nächte am Wasser, vielleicht Tage. Viele aufregende Stunden. Viel Zeit haben wir investiert. |
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"Carp-Kolumne Nr.25: Winter" von Jan Simon Saamen (11/07) :: CARP.DE :: BERICHTE Alles wie immer denke ich, als ich gestern die Haustür öffne und zum Auto gehe. Obwohl… hua, lausig kalt ist es geworden, das hatte ich fast vergessen. Ich gehe noch mal rein und hole meine Winterjacke. Ja, die Winterjacke, denn genau der holt uns ein. So richtig habe ich es nicht wahr haben wollen. Ich möchte eigentlich viel lieber noch ein bisschen Herbst haben, also wärmeres Wasser, bunte Blätter, die morgens auf meiner Überdecke liegen und Ruten, deren Griff noch nicht von Rauhreif überzogen ist, wenn ich des nachts drillen will. |
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"Carp-Kolumne Nr.26: Durststrecken?" von Jan Simon Saamen (12/07) :: CARP.DE :: BERICHTE Umgeben von meinen neuen vier Wänden sitze ich an meinem Schreibtisch und überlege mir, was Thema der Dezember Kolumne sein soll. Der erste Ansatz ging daneben und das Thema ist dahin, ich will es zu einem Artikel ausbauen, hat es doch nicht Kolumnencharakter. Objektiv betrachtet sitzt also ein Lehramtsstudent am Schreibtisch, findet keinen klaren Gedanken und kann sich nicht konzentrieren. Subjektiv gesehen wäre ihm jetzt sogar das wohlvertraute "CHHRTKLACK" eines Mofaständers willkommen, welches im Ruhrpottalltag stets Vorzeichen kommunikationswütiger Rentner ist. |
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"Carp-Kolumne Nr.23: Traumsession" von Jan Simon Saamen (09/07) :: CARP.DE :: BERICHTE Gemütlich, so eine Liege. Ich drehe mich um, richte den Blick auf die Nebelschwaden die über das Wasser treiben. Ein kalter Morgen, bald wird die Sonne erwachen und alles in ein rotgoldenes Licht tauchen. Ich wühle mich tiefer in meinen Schlafsack, fühle mich rundum wohl und genieße die Wärme. Langsam schweifen meine Gedanken ab, die Augen schließen sich wie von selber und ich döse in die Traumwelt zurück. |
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