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carp.de | Berichte
Ausgabe 139 | 16. August 2010
KOLUMNE

Ruhrpottkultur - Gedanken zum Karpfenangeln
Von Jan Simon Saamen / Mai 2008

 
 
  
 
   
    Name: Jan Simon Saamen
    Alter: 22 Jahre
 

So langsam verschwinden sie wieder in den Schränken, die dicken Schlafsäcke, die Fleecejacken und die wärmenden Mützen. Die eine, oder andere Nacht ist zwar immer noch recht frisch, aber von Kälte wird wohl niemand mehr sprechen. Sicher, die Jungs in Süddeutschland protzen immer noch mit ein paar Nachtfrösten, aber hier bei mir im Ruhrpott greift der Klimawandel schon ganz vorzüglich.

Wenn morgens die Sonne aufgeht und ich am Wasser das obligatorische eine Auge öffne, sehe ich keinen grauen Himmel mehr (höchstens über dem Kraftwerk), Raureif ist Geschichte und das Wetter animiert eher zum Aufstehen, als das ich mich noch mal verkriechen möchte. Der Sommer scheint in NRW Einzug gehalten zu haben. Sommer? Sommer heißt bei uns, also hier im Pott, Grillen. Grillen ist keine Form der Nahrungszubereitung, sondern ein Lebensgefühl.

Sobald die Temperaturen es zulassen, hat nicht nur der Karpfenangler einen Grill zur Hand, nein die ganze Bevölkerung stürmt die Fleischtheken der lokalen Metzgereien um mariniertes und gut gewürztes in Kilopaketen zu ergattern. Am Abend wird es dann still auf den Straßen. Jetzt geht es erst richtig los. Vati, bewaffnet mit Grillzange, Grillkohle, Anzünder und Feuerzeug betritt mit stolzgeschwellter Brust den Kampfplatz.

Egal wo man grillt, es wird der Austragungsort einer Meisterschaft um die beste Wurst und das zarteste Steak- wenn nicht mit anderen dann gegen sich selbst. Über Balkonen, Terrassen und Wiesen der Ballungsräume steht der bläuliche Dunst der Kohlenfeuer. Wer auf Gas, oder Elektro bruzzelt, ist disqualifiziert. Es riecht nach Rauch, durchzogen von einer allgegenwärtigen Nuance Spiritus. Angrillen ist angesagt und an manchen lauen Abenden steigen die Feinstaubwerte in den Städten beträchtlich. Grillen. Was für ein Genuss. Am Wasser praktiziert, ist das Ganze zudem doppelt schön.

Mücken, groß wie Dackel umschwirren den Kopf, während man herzhaft in die Wurst nach Geheimrezept von Metzgermeister Kalle beißt. Feuer ist am Wasser ja eigentlich verboten, aber geltendes Recht wird hier ein wenig gebeugt, schließlich geht es um Traditionen und Kultur. Grillen, grillen und grillen. Manch Karpfenangler geht derzeit nur deswegen ans Wasser. Die Karpfen laichen eh und so ist man in der Lage den Abend im Rudel, also mit Artgenossen zu verbringen. So eine Session will gut vorbereitet sein. Kohle und Anzünder sind selbstverständlich, aber schon bei der Grillform scheiden sich die Geister. Für manche muss er richtig "ziehen", andere lieben das schonende Garen nach Art eines Barbecues. Kugelform, oder der normale Rundgrill aus dem Angebot, das erfordert heiße Diskussionen.

Die Kugel reflektiert gut die Hitze, lässt sich meist per Deckel verschließen und kann nach dem Essen noch als Heizung genutzt werden. Klar, ist der Deckel erst verschlossen, die Luftzufuhr geöffnet, strahlt das Teil die Wärme in jede Richtung. Der Nachteil- unhandlich. Das Monstrum lässt sich nicht sehr handlich verpacken und so muss viel Aufwand betrieben werden um es an die Ufer der Wahl zu bekommen. Der normale Rundgrill ist handlich, lässt sich leicht und ohne viele Hilfsmittel montieren und verrichtet vorzüglich seinen Dienst. Gut- er klappert etwas und die Höhenverstellbarkeit ist meist unbrauchbar, aber vom Prinzip her geht’s. Irgendwann ist man sich aber einig- beide sind einfach zu klein und so muss der Edelstahlgrill, auf der Arbeit geschweißt und mit Raffinessen wie montierten Rädern an den Vorderbeinen herhalten.

Die Kriterien? Groß und schnell soll er sein, als Standardmaße gelten 1200x550mm. Entfacht wird das Feuer per Gasbrenner. Das Material? VA Stahl! Wie es sich gehört. Edelstahl ist ein Muss und so glänzen bei der Karpfenanglergrillsession am Datteln- Hamm Kanal Grill, Pods und Rollenhalter um die Wette. Natürlich kann so ein Grill nicht weit transportiert werden- klar. Aber da man eh nicht auf die fangträchtigen Stellen fixiert ist, die Karpfen vergnügen sich derzeit anders als die Angler, kann man auch die Stelle im Hafen direkt hinter den Parkplätzen nehmen. Hier treffen Natur und Industrie aufeinander. Das ist das Gefühl des echten dattelner Anglers. Stahl trifft auf Baum und Wasser auf Beton.

Hier leben Populationen inmitten unwirtlicher Umgebung. Das kann man als Angler sehen und genießen, wenn man hier wohnt, fühlen. Das Grillfest kann also beginnen und Gruppen wachsen zusammen, Außenseiter werden integriert. Nahrungsaufnahme war schon immer eine gute Möglichkeit Menschen zusammen zu führen und Grillen ist Leidenschaft die verbindet. Wer bei uns nicht grillt der lebt einfach nicht. Egal ob Gelsenkirchener Urgestein, oder Pakistani mit Aufenthaltsgenehmigung. Wir lernen voneinander- am Grill. Auf den Rost kommt alles, was irgendwie organisch ist. Fleisch, Gemüse, Brot und vieles mehr. Klar, wir Angler sind Puristen. Nackensteaks und Wurst sind ein Muss.

Aber schon das führt zusammen. Wurst ist nicht gleich Wurst und Erzeugnisse Süddeutscher Metzgerskunst sind oft noch beliebter als die „normale“ Grillwurst von Kaufland. Die Gewürzmischung und der Geschmack machen es. Wir sind da wie die Fische. So kann es gut sein, das man auf einmal zwischen den Grillenden einen polnisch-, oder rumänischgebürtigen Aal-Opi findet. Mit ein wenig speziell gewürztem Fleisch, hat er sich in die Kanalelite eingegliedert und ist glücklich, nicht mehr seinen Ruf in Gefahr wähnen zu müssen. Geschmack ist alles und so findet auch der gute Umtrunk des Opis, gebraut aus Kartoffeln, Anklang. Natürlich erst, nachdem der Schokoriegel mit Banane, vom Grill versteht sich, gemeinsam getestet wurde und ins Repertoire „Nachtisch“ aufgenommen wurde.

Sie gehören nun dazu. Der Kochtopfangler und der Schokoriegel. Hier entstehen Verbindungen. Grillen ist nicht nur Koteletts braten, es ist mehr. Wenn dann wieder die erste Rute abläuft und signalisiert: „Sie fressen wieder!“ zerstreut sich die allabendliche Männerrunde und wird in Zweiertrüppchen fortgesetzt. Jetzt zählt wieder der Fisch.

Aber die Freundschaften bleiben und auch der Gedanke. Vielleicht sollten wir alle noch öfter grillen.





 

 
Es sind (ist) 9 Artikel verfügbar.

"Carp-Kolumne Nr.18: Wasservögel - Gedanken zum Karpfenangeln" von Jan Simon Saamenl (04/07) :: CARP.DE :: BERICHTE
Langsam schaukelt der Hanger von rechts nach links, die Diode leuchtet noch. Wieder steigt er ruckartig an, der Micron gibt seinen Senf dazu. Vorsichtig stelle ich meinen Becher Wein (in der Edelstahltasse besonders stilecht) neben mir ins hohe Gras. Langsam, als könnte ich den Zauber des Moments zerstören erhebe ich mich, gehe zu den Ruten und schlage an. An diesem Gewässer einen Fisch zu fangen ist für mich etwas besonderes, etwas seltenes. Nun ist die Rute krumm, deutlich verspüre ich die Schläge...
"Carp-Kolumne Nr.21: Die Sache mit den Boilies" von Jan Simon Saamen (07/07) :: CARP.DE :: BERICHTE
Leise spielt im Hintergrund das Radio. Die Masse auf dem Tisch will wieder mal nicht so, wie ich es gern hätte. Am liebsten nicht klebend, nicht zu trocken. Wenn wir gerade dabei sind: Zudem nährwerttechnisch optimal (Zuckmückenlarven in 14-22mm Durchmesser), für mich und meine Umwelt wohl riechend, selbst rollend und trocken garend…
"Carp-Kolumne Nr.20: Karpfenanglerfeminismus" von Jan Simon Saamen (06/07) :: CARP.DE :: BERICHTE
Wieder einmal stehe ich im Angeladen „bei mir um die Ecke“, meine Augen schweifen durch die Räumlichkeiten, betrachten Wände an denen grün dominiert und die stillschweigend die immensen Lasten ertragen. Was es so alles gibt... Durch die Rutenwälder mit Edelstahlgriffen erblicke ich Wurfrohre, Kellen, Schlagschnüre (sagen wir 25000m). Blei in jeder erdenklichen Form (die elektronische Waage steht natürlich daneben). Kleinteile soweit das Auge reicht. Schwindelig schaue ich mir die nächste Wand genauer an. Dort hängen sie, bilden DEN Trend.
"Carp-Kolumne Nr.19: Karpfenangler sind schon etwas besonderes! (05/07) :: CARP.DE :: BERICHTE
Karpfenangler sind schon etwas Besonderes. In jeder Hinsicht, glauben sie mir. Wir schaffen es die größten Fische zu fangen, machen uns die absolut genialsten Gedanken zum Fang unserer Lieblinge, beobachten sie sogar unter Wasser und zeichnen dies auf Band auf. Wir beschäftigen uns viel mit unserem Hobby, schreiben darüber, lesen viel, oder schauen uns zumindest bunte Bildchen an. Wir belächeln inzwischen den Aal-Opi von nebenan, der uns früher immer mal wieder einen geräucherten Fisch schenkte und immer eine nette Geschichte wusste, der aber niemanden gestört hat.
"Carp-Kolumne Nr.22: Erfolge, oder so…" von Jan Simon Saamen (08/07) :: CARP.DE :: BERICHTE
Wieder und wieder betrachte ich das Bild von Markus Pelzer. Im Hintergrund das zartgrüne Schilf, das Wasser bis zu den Knien, den Blick auf den riesigen Schuppenkarpfen gerichtet. Mary. Was für ein gigantischer Fisch, was für ein schönes Bild. Mir fällt Lampes ein, wie er mit einem überdimensional großen Fisch in die Kamera lacht. Und plötzlich purzelt alles in meinem Kopf wild durcheinander. Große Namen machen sich breit, nicht nur die der Fänger, aber auch die. Egal welche Zeitschrift ich in die Finger bekomme, überall sind sie und strecken (manche mehr, manche weniger) dicke alte Recken in die Kamera.
"Carp-Kolumne Nr.24: Zielfische" von Jan Simon Saamen (10/07) :: CARP.DE :: BERICHTE
Inzwischen ist es Mitte Oktober. Oktober. Der Herbst ist eingeläutet, eigentlich schon in vollem Gange. Das Wasser wird zunehmend kälter, abends steht dünner Nebel über dem Wasser, es wird wieder früh dunkel. Um halb acht verschwindet es, das Tageslicht. Jetzt ist die Zeit für den einen, für den Dicken. Jetzt? Oder war sie schon? Ein langes Jahr liegt hinter uns, hinter mir. Viele Nächte am Wasser, vielleicht Tage. Viele aufregende Stunden. Viel Zeit haben wir investiert.
"Carp-Kolumne Nr.25: Winter" von Jan Simon Saamen (11/07) :: CARP.DE :: BERICHTE
Alles wie immer denke ich, als ich gestern die Haustür öffne und zum Auto gehe. Obwohl… hua, lausig kalt ist es geworden, das hatte ich fast vergessen. Ich gehe noch mal rein und hole meine Winterjacke. Ja, die Winterjacke, denn genau der holt uns ein. So richtig habe ich es nicht wahr haben wollen. Ich möchte eigentlich viel lieber noch ein bisschen Herbst haben, also wärmeres Wasser, bunte Blätter, die morgens auf meiner Überdecke liegen und Ruten, deren Griff noch nicht von Rauhreif überzogen ist, wenn ich des nachts drillen will.
"Carp-Kolumne Nr.26: Durststrecken?" von Jan Simon Saamen (12/07) :: CARP.DE :: BERICHTE
Umgeben von meinen neuen vier Wänden sitze ich an meinem Schreibtisch und überlege mir, was Thema der Dezember Kolumne sein soll. Der erste Ansatz ging daneben und das Thema ist dahin, ich will es zu einem Artikel ausbauen, hat es doch nicht Kolumnencharakter. Objektiv betrachtet sitzt also ein Lehramtsstudent am Schreibtisch, findet keinen klaren Gedanken und kann sich nicht konzentrieren. Subjektiv gesehen wäre ihm jetzt sogar das wohlvertraute "CHHRTKLACK" eines Mofaständers willkommen, welches im Ruhrpottalltag stets Vorzeichen kommunikationswütiger Rentner ist.
"Carp-Kolumne Nr.23: Traumsession" von Jan Simon Saamen (09/07) :: CARP.DE :: BERICHTE
Gemütlich, so eine Liege. Ich drehe mich um, richte den Blick auf die Nebelschwaden die über das Wasser treiben. Ein kalter Morgen, bald wird die Sonne erwachen und alles in ein rotgoldenes Licht tauchen. Ich wühle mich tiefer in meinen Schlafsack, fühle mich rundum wohl und genieße die Wärme. Langsam schweifen meine Gedanken ab, die Augen schließen sich wie von selber und ich döse in die Traumwelt zurück.
 
Es sind (ist) 12 Artikel verfügbar.

"Carp-Kolumne Nr.27: Das ist `ne schlechte Zeit für Optimisten!?" von Jan Simon Saamen (01/08) :: CARP.DE :: BERICHTE
Es ist Sonntagmittag und ich stehe am Wasser, versuche den einen, oder anderen Hecht zu überlisten und hänge meinen Gedanken nach. Soeben ist die Jahreshauptversammlung meines Angelvereins zu Ende gegangen. Nichts außergewöhnliches, stimmt. Außergewöhnlich sind jedoch die Ereignisse, welche sich in den letzten Jahren abgezeichnet haben und die nun durch Fakten belegt werden können.
"Carp-Kolumne Nr.30: Frühlingsbeginn" von Jan Simon Saamen (04/08) :: CARP.DE :: BERICHTE
Ich finde es immer wieder interessant zu hören was für Dinge bei unserem Hobby von Bedeutung sind. Rigs, Schnüre, Ruten, Rollen und der Dinge mehr. All diese Utensilien werden an einem Kriterium gemessen, nämlich der Qualität. Robust muss es sein, übergebürlich robust. Haken müssen auch dem Schlachter genügen, Ruten testet man in Hochsprungstrainingshallen und man munkelt, dass so mancher seine Knoten prüft, indem er den Haken in die Zimmerwand rammt und mit der Schnur in der Hand aus dem Fenster springt.
"Carp-Kolumne Nr.28: Reisen" von Jan Simon Saamen (02/08) :: CARP.DE :: BERICHTE
Grübelnd sitze ich vor meiner Liste, hake ab, schreibe hinzu, ergänze, streiche weg. In mir kribbelt es. So richtig schlafen kann ich nicht. Vor Aufregung und weil die Glückshormone sprudeln. Morgen soll es losgehen. Morgen. Dabei ist noch so viel zu tun… Die letzten Tage habe ich gearbeitet. Tagsüber Messe, abends die wenige Zeit meiner Freundin gewidmet. Zwischendurch dann die Gespräche. Wo fahren wir hin, was machen wir, wie ist das Wetter, was brauchen wir?
"Carp-Kolumne Nr.33: " von Jan Simon Saamen (07/08) :: CARP.DE :: BERICHTE
Manche Tage im Leben sind doch einfach verschenkt. In den letzten Tagen denke ich genau das von jedem dieser Tage und bin zunehmend frustriert. Ich sitze an meinem Schreibtisch und erledige Dinge für die Uni. Dinge? Ich fasse Texte zusammen, recherchiere für Projekte und schreibe Ausarbeitungen. Irgendwann morgens fange ich an und jetzt um 22:00 ist noch kein Ende in Sicht. Betrachte ich die letzten Stunden habe ich mehr am Schreibtisch gesessen als mir lieb ist und weniger geschafft als ich vorhatte.
"Carp-Kolumne Nr.32: Fotos" von Jan Simon Saamen (06/08) :: CARP.DE :: BERICHTE
Was bedeuten sie uns? Sind es nur Abbildungen? Fixierte Situationen? Was will der Fotograph, wenn er einstellt, fokussiert und abdrückt? Der Stil eines Bildes, was in den Focus gerückt wird, die Intention der Bilder. Mich interessiert nicht allein der Background eines Bildes, auch die schlichte Technik, also z.B. Perspektive und Bildausschnitt finde ich interessant. Vielleicht nicht immer bewusst gewählt, aber interessant.
"Carp-Kolumne Nr.31: Ruhrpottkultur" von Jan Simon Saamen (05/08) :: CARP.DE :: BERICHTE
So langsam verschwinden sie wieder in den Schränken, die dicken Schlafsäcke, die Fleecejacken und die wärmenden Mützen. Die eine, oder andere Nacht ist zwar immer noch recht frisch, aber von Kälte wird wohl niemand mehr sprechen. Sicher, die Jungs in Süddeutschland protzen immer noch mit ein paar Nachtfrösten, aber hier bei mir im Ruhrpott greift der Klimawandel schon ganz vorzüglich.
"Carp-Kolumne Nr.34: " von Jan Simon Saamen (08/08) :: CARP.DE :: BERICHTE
Langsam, ganz langsam gewinnt der Tag die Überhand über die Nacht. Das Dunkel ist durchsetzt von einem schmutzigen grau, schlägt in Farbe um. Blautöne dominieren bald das Bild und schaffen die mir so vertraute Morgenatmosphäre. Bald wird sie aufgehen, die Sonne und dem Tag zu seinem Rhythmus verhelfen. Die Zeit ist heute mal nicht wichtig, meine Armbanduhr liegt daheim. Soll sie doch wer anders ablesen. Ich habe frei.
"Carp-Kolumne Nr.29: Frühlingsbeginn" von Jan Simon Saamen (03/08) :: CARP.DE :: BERICHTE
Müde sitze ich zu Hause. Es ist früher Morgen und ich bin gerade vom Angeln zurück. Vor mir steht ein leckeres Frühstück und im Nebenraum räkelt sich meine Freundin, nur um sich an diesem Sonntagmorgen noch einmal umzudrehen. In meiner Hand knistert die Zeitung vom Vortag, ich war nicht dazu gekommen sie zu lesen. Durch das geöffnete Fenster dringen Laute des beginnenden Tages herein. Ab und zu hört man ein Auto, hier und da bellt mal ein Hund. Es ist noch nicht ganz hell, der Tag bekommt erst noch Farbe, da höre ich es. Leise stehe ich auf und öffne die Balkontür um den Klang deutlicher zu hören. Diese Abfolge harmonischer Töne, unterbrochen von einem Trillern. Er ist es, mein ganz persönlicher Frühlingsbote.
"Carp-Kolumne Nr.36: Im Herbst beißen die dicken..." von Jan Simon Saamen (10/08) :: CARP.DE :: BERICHTE
Kalte Nächte, die letzten warmen Sonnenstrahlen, bunte Blätter. Der Herbst kommt. Irgendwer hat mal erzählt: „Jetzt fressen die dicken Karpfen“! Viele haben es geglaubt… Der Herbst ist die wohl traditionellste Großfischzeit unter Karpfenanglern. Jeder hofft jetzt auf einen Dickfisch und jeder will ihn auch fangen. Ich sehe so viele Karpfenangler am Wasser, wie sonst zu keiner Jahreszeit.
"Carp-Kolumne Nr.37: Momente" von Jan Simon Saamen (11/08) :: CARP.DE :: BERICHTE
Vor langer Zeit saß ich mit einem guten Freund zusammen am Wasser und wir diskutierten. Es ging nicht um Politik, um Frauen, oder was man sonst alles so bequatschen kann. Nein es ging um etwas, was wir beide völlig anders definieren, jedoch gleich benennen. Es ging um den "Perfekten Moment".
"Carp-Kolumne Nr.38: Träumereien" von Jan Simon Saamen (12/08) :: CARP.DE :: BERICHTE
Winter. Ganz definitiv hat er das Regime übernommen. Kälte hat sich über unser Land gelegt und hält alles fest im Griff. Morgens findet man Eis auf jedem Auto, Gras und Boden sind ebenfalls eingefroren. Über unsere Gewässer hat sich die Winterruhe gelegt. Der See liegt da, wie tot. Keine Wellen lassen auf die Karpfen schließen, die ich noch vor ein paar Wochen beobachten konnte, keine Bläschen erkennen, das doch noch Leben im Teich ist.
"Carp-Kolumne Nr.35: Alles hat seine Grenzen" von Jan Simon Saamen (08/08) :: CARP.DE :: BERICHTE
Karpfenangeln. Das Karpfenangeln und seine Szene haben sich innerhalb der letzten Jahre verändert. Wurde dieses spezialisierte Fischen früher nur von einigen wenigen betrieben, so kann man heute beobachten, dass so mancher das Angeln mit der Spezialisierung auf Karpfen beginnt. Karpfenangeln wird heute von einer recht breiten Masse betrieben, nicht mehr von einer handvoll Verrückter. Es ist populär und angesagt, vielleicht so etwas wie eine Mode und genau dadurch hat sich vieles verändert.

 
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