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carp.de | Berichte
Ausgabe 139 | 16. August 2010
SONSTIGE

Müllberge
Von René Hipke / Juni 2009

 

Der letzte Karpfenfang ist nun schon bald wieder drei Monate her. Und das Wetter in diesem Winter ist nicht gerade einladend, denn das Gewässer fiert immer wieder zu. Also fahr ich zum nächst größeren See, immer in der Hoffnung, dass dort irgendwo noch eine kleine Stelle frei ist. Ich will doch nur den Wunderköder hinein halten um doch noch den einen großen zu kriegen. Aber, …wieder nichts. Verdammt! Da kann man doch zur „Wildsau“ werden!

Müll bestimmt das Szenario an diesem See

Naja, ich tröste mich damit, dass der Winter auch bald vorbei sein wird und dann der Frühling endlich wieder Einzug hält. Das Gras beginnt von neuen zu sprießen, die Vögel kommen allmählich aus ihren Winterquatieren zurück und das Wasser beginnt wärmer zu werden… und dann wird endlich wieder ein Karpfen in meinen Kescher gleiten.
Und kaum ist es ein wenig wärmer schleicht auch schon der „normale Angler“ um den See. Doch diese Sorte Angler wirft auch ein schlechtes Bild auf uns.

Ich will an dieser Stelle aber auch betonen das es nicht nur der „normale Angler“, ist aber man kann doch von den ganzen Packungen Maden und Würmern davon ausgehen das der Carphunter dies im normal Fall nicht benutzt. Allerdings gibt es auch Spezialisten unter uns die schon mal nach einem mehrwöchigen Trip vom Wasser fahren ohne ihren Müll mitzunehmen. Es gibt auch Carphunter die keinen Spaten oder ähnliches haben die Schei…… dir dann deinen, bzw. ihren, Angelplatz richtig zu. Alles schon erlebt und dann denkt man das muss schon das Maß der Dinge gewesen sein und dann kommt es doch wieder Dicke. Das sind keine Naturliebhaber wie sie immer behaupten, sondern, entschuldigt den Ausdruck, „Dreckschweine“.

Ihr kennt das doch auch, man kommt zum See freut sich aufs Wochenende oder den langersehnten Angeltrip und was findet man vor? Einen Haufen Müll. Wenn man einen Angler mal drauf anspricht dann heißt es immer „das war ich nicht, das war schon“. Komisch niemand war es gewesen. Der Müll kam anscheinend von alleine. Wahrscheinlich weil es dem Müll daheim so langweilig in der stinkenden Mülltonne war und er einfach mal raus in die schöne Natur wollte. So passiert es uns beinahe täglich. Doch was können wir tun?

Einige sind der Meinung, dass die Verpackungsindustrie mal ein paar umweltschonende Verpackungen entwickeln sollte. Doch das löst ja nicht das Problem, denn dann wird noch mehr Müll hinterlassen. Das wäre zu viel des Guten. Man sollte einfach mal den Verstand einschalten und den Müll zu Hause entsorgen. So manchen Angler den man Inflagrantie erwischt hat, fragte man auch, ob er denn zu Hause in den heiligen vier Wänden den Unrat hinters Sofa schmeißt?

Die meisten sind dann eigentlich schon sehr einsichtig und nehmen Ihren Dreck dann auch mit, aber es ist auch schon mit Gewalt gedroht worden. Warum ich das alles schreibe? Weil es mich einfach nervt. Immer wieder ans Wasser zu kommen nur um feststellen zu müssen, dass mein Vorgänger schon wieder seinen Müll da gelassen hat, um ihn dann selbst nach einigen Minuten Reinigung des Platzes auch noch selbst mitnehmen zu dürfen. Ja Leute, so steht es in den meisten Satzungen.

Getreu dem Motto "Im Gebüsch sieht es keiner!"

Man sollte nicht nur die Angler auf ihre gültigen oder vorhandenen Angelkarten kontrollieren sondern auch mal auf ihre Sauberkeit am Angelplatz. Klingt komisch, ist aber so. In unseren Angelverein müssen wir immer raus zum „See putz“. Ja, da dürfen wir dann auch noch den Müll wieder einsammeln. Und die Krönung ist, wenn man nicht zum Arbeitseinsatz erscheint, muss man noch Geld bezahlen. Das heißt, entweder ich sammle selbst den Müll ein und entsorge ihn auf meine Kosten oder ich bezahle ihn für den Arbeitseinsatz.

Vielleicht bin ich nicht der Einzige dem es so geht. Letztens bin ich am Rhein entlang gelaufen und habe dort ein Schiff beobachtet das seinen Müll im Rhein entsorgte. Na warte, dachte ich mir. Die Nummer und den Namen des Schiffes vermerkt und beim Wasserschutzamt angerufen. Da sagte der am anderen Ende sitzende Mann mit völligem Desinteresse, „Wir kümmern uns“. Ich meine ich hätte nicht erwartet das er gleich los stürmt und den Täter Dingfest macht, aber er klang auch nicht so als ob er Lust hätte eine Anzeige zu schalten.

Die Sache ist wohl als Bagatellschaden abgegolten worden. Da sieht man mal, auch die Bürokratie fördert noch die „Vermüllung“. Ich hoffe das ih durch dieses Thema einige zum Nachdenken anregen konnte. Man sollte auch der Jugend ein Vorbild sein, die lernen nämlich auch nur von den „Erwachsenen“.

Also dann, immer gute Fänge in der neuen Saison.

René Hipke

 
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