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Das Wasser spritzt, erneut finden einige Futterbälle
ihren Platz an meinem durch einen Marker markierten
Futterplatz. Das Gespött ist groß:
„Ich wünsch dir viel Spaß beim
Brassen fangen“. Die Reaktion darauf war
eher innerlich. Er wird schon sehen, was er davon
hat, denn diese Methode lockt nicht nur Kleinvieh,
sondern auch kapitale Fische finden sich am Futterplatz
ein. Natürlich werden zu Beginn Brassen,
Rotaugen und andere Kleinfische am Platz ihren
Hunger stillen.
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Das Bait Lead ist optimal für diese
Art der Köderpräsentation |
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Doch von diesem Getümmel
und dem lauten verführerischen Schmatzen
der Kleinfische werden die Karpfen ebenfalls angelockt.
Oftmals habe ich es erlebt, dass anderes Futter
verschmäht wird und gerade diese Futterstrategie
einige schöne Fische brachte. Das Prinzip
ist das einfachste, was es im Grunde gibt.
Die ersten Erfahrungen sammelte ich in meiner
Kindheit am nahe gelegenen Parkteich. Dort stellte
ich regelmäßig, mit heute wohl eher
primitiven Futter und Techniken, Karpfen, Schleien
und Brassen nach. Der kleine Parkteich bot mir
dazu die perfekten Bedingungen. Was damals sehr
gut funktionierte, ist auch heute noch eine Taktik,
auf die meiner Meinung nach viele Fische hereinfallen.
Das Geheimnis steckt im Detail.
In den folgenden
Zeilen möchte ich das Fischen mittels Groundbait
und „The Method“ etwas näher
bringen. Ich konnte mittels dieser Technik viele
schöne Fische fangen. Nicht nur Karpfen,
auch Schleien, Brassen und Barben gehörten
zu meinen Erfolgen. Und es sei gesagt, dass alle
diese Fische mit einem Höchstmaß an
Respekt und Fischcare das Leben der Welt mit anderen
Augen erneut erblicken durften. Und das verlange
ich auch von jedem, Respekt gegenüber jeder
Form von Fisch, egal welcher Größe.
Die moderne Art meiner primitiven Technik von
früher lernte ich in einer englischen Karpfenzeitung
kennen. „The Method“ bezeichnet die
modernisierte Art des Fischens auf Karpfen mittels
Groundbaitmischungen sowie Kleinstpartikel und
Pellets.
Ich habe diese im Frühjahr erfolgreich eingesetzt.
Obwohl mir die Weißfische an so manch einem
Tag den letzten Nerv raubten, habe ich diese Methode
immer wieder aufs Neue gefischt. Ich hatte das
Gefühl, dass nicht nur mir auf dem Kopf herumgetrampelt
wurde -ein Piep hier, ein Fallbiss da- die Karpfen
fühlten sich nach einer gewissen Zeit ebenfalls
genervt und mussten „sehen“, was da
für ein Trouble ist. Trotz der vielen Weissfische,
die ich gefangen habe, ist dies eine Art und Weise
der Kontaktsuche, die ich auch im nächsten
Frühjahr wieder erfolgreich einsetzen werde.
Um nun einige Details zu präsentieren, fange
ich einmal mit meiner Montage und den Rigs an.
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Verschiedene Futtermittel, alles
interessante Optionen |
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In England und auch hier zu Lande wird „The
Method“ meist mit so genannten Feederbleien
gefischt. Das Futter hält auch bei größeren
Wurfentfernungen in den Rillen der Bleie fest.
Ein Nachteil vieler Bleie ist allerdings das zu
geringe Gewicht. Einige Hersteller haben zwar
sehr gute Modelle im Programm, jedoch nur mit
Gewichten unter 90 Gramm. Der Selbsthakeffekt
ist dabei nur bei sehr kleinen und dünnen
Haken gegeben. Mein Favorit ist das Bait Lead
der Firma Mika, welches es auch in den Gewichten
100 und 120 Gramm gibt.
Auf kurze Distanzen hält das Futter auch
an normalen Inlinebleien. Dies ist jedoch nicht
die optimale Lösung. Eine andere Alternative
zu den „offenen“ Bleien ist Funnelweb.
Dabei wird das Methodfutter komprimiert in einem
kleinen PVA-Strumpf zu Futtersträngen geformt.
Dieses löst sich unter Wasser durch die starke
Kompression eher langsam auf und bietet eine lange
Lockwirkung.
Um zu vermeiden, dass die Fische in Kontakt mit
einem Tube, oder der Hauptschnur treten, benutze
ich einen halben Meter Leadcore, welches mittels
eines Mahin-Knotens mit der monofilen Hauptschnur
verbunden wird. Mein bevorzugtes Material ist
das Quantum Leadcore in 35 lbs.
Damit sich der Hakenköder so nah wie möglich
am Futter befindet, bevorzuge ich kurze Rigs von
maximal 15 cm. Kleinfische drehen den Hakenköder
oftmals hin und her, aus diesem Grund greife ich
zu Stiff-Materialien wie Fox Rigdity, oder für
Kombi-Rigs zu Kryston Snake Skin oder ähnlichem.
Die Hakengröße wird in Abhängigkeit
zur Größe des jeweiligen Köders
gewählt, wobei ich in 90 % der Fälle
mit Haken der Größe 4 auskomme.
Gerade im Frühling und im Winter hat mir
„The Method“ großen Erfolg gebracht.
Allerdings auch bei Kurzansitzen im Sommer und
Herbst. Das Füttern mit Groundbait vermischt
mit einigen anderen Zusätzen, worauf ich
einige Sätze weiter eingehen werde, verlangt
natürlich nach regelmäßigem „Einsatz“.
Ähnlich wie beim Füttern mit der Futterrakete
ist es wichtig, regelmäßig nachzufüttern.
Ich gehe es so an, dass ich am Anfang einen Futterplatz
anlege. Ich füttere mit dem Groundbaiter
ein paar kleine Futterbälle an den Platz
und lasse diese zu Anfang wirken. Zusätzlich
kommen einige Pellets, Boilies und nach Bedarf
etwas Hanf mit auf den Futterplatz.
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| Das Hooklink, fertig zum Auswerfen |
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Das Gerät
wird nun aufgebaut und mit Hakenködern bestückt.
An die Bleie wird Futter geknetet und das Rig
wird gegen Vertüddelung mittels PVA am Groundbaitballen
fest gebunden, oder in das Futter am Blei eingesteckt.
Nun werden die Ruten werden am Futterplatz ausgelegt.
Ich habe je nach Weißfischaufkommen bereits
nach geringer Zeit die ersten Anzeichen von Fischaktivität.
Nachgefüttert wird nach jedem ernsthaften
Biss, oder nach Fischkontakt. Bei einem zu großen
Aufkommen an Weißfischen kommen zwischendurch
einige Raketenladungen voll mit Hanf, so wie Boilies
an den Futterplatz, um die Weißfische ein
wenig zu sättigen und um sicher zugehen,
dass auch noch für die hungrigen Karpfen
etwas bereit liegt.
Viele Match- und Feederangler, die es auf Kleinfische
abgesehen haben, verwenden handelsübliche
Stippfuttermischungen. Karpfen akzeptieren die
Futterquelle daher auf Anhieb. Da die Fische Grundfuttermischungen
seit ihrer Kindheit kennen, setze ich diese auch
mit ihrer einfachen Zusammensetzung ein, diese
werden von Karpfen sehr schnell ohne Scheu angenommen
und gefressen. Was sich stark von den „normalen“
Stippfuttermischungen unterscheidet ist, dass
ich eher grobe Zutaten verwende. Somit befinden
sich Anteile von Hanf- und Maiscrush, so wie andere
grobe Zutaten in den Futtermischungen.
Des Weiteren
sollte die Konsistenz des Futters etwas härter
und zäher sein, damit es nicht direkt auf
der Oberfläche zerfällt, sondern auch
noch nach längerer Zeit am Blei hält
und sich erst nach und nach löst. Die Konsistenz
sollte jedoch auch den Jahreszeiten angepasst
sein. So nutze ich in kälteren Zeiten eher
schnelllösliche und leichtere Zutaten als
zu Zeiten, in denen das Wasser etwas wärmer
ist.
Spezielles Methodfeederfutter, welches dem Stippfutter
ähnelt, gibt es im Fachhandel zu kaufen.
Ich verwende meist ein Gemisch aus: Paniermehl (gelb), Fischmehl, Sahnepulver, Maismehl oder Hanfmehl, Grieß und Boiliemix.
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| Leadcore in Verbindung mit scharfen Haken |
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Wen ich wenig Vorbereitungszeit habe, nehme
ich auch mal gerne fertige Methodmixe. Zusätzlich
verfeinere ich die Groundbaitmischung mit Partikeln
wie Maples, Hanf und kleinen Fischpellets in 3
und 4 mm, welche auch in die Futterrakete kommen,
wenn ich diese einsetze. Ebenfalls bietet es sich
an, das Groundbait mit Flüssigaromastoffen
anzumischen. Dabei bevorzuge ich Bloodworm-, Liver-,
Fischprotein- oder Betainliquids.
Diese Liquids
oder Baitbooster gibt es in einigen verschiedenen
Geruchs- und Geschmacksrichtungen. Da ist für
jeden Geschmack etwas dabei. Alternativ dazu habe
ich ebenfalls Lebertran und Fischöl hinzugefügt.
Für die Angler unter euch, die eher süße
Sachen bevorzugen, bewährt es sich, Kokusnussmilch,
Corn Stepp Liquor oder Baitbooster auf Fruchtaromenbasis
zu verwenden.
Was sich ebenfalls bewährt hat, ist die Verwendung
von Boiliemixen. Diese werden nur mit Wasser oder
Flüssigaromastoffen angerührt. Als vorteilhaft
hat sich herausgestellt, dass man den Boiliemix
oder einen ähnlichen verwendet, aus denen
auch der Hakenköder ist. Ein nachträgliches
Dippen in Liquids und Boiliedips bringt oftmals
den erwünschten Erfolg. Gerade im Winter,
wenn die Fische wenig Nahrung aufnehmen, muss
der Hakenköder höchst attraktiv angeboten
werden.
Was sich bei mir als sehr produktiv herausgestellt
hat, war das Anbieten von Partikeln als Hakenköder.
Natürlich bekommt man dadurch mehr Weissfische
an den Haken, da Partikel nicht so selektiv einsetzbar
wie Boilies sind, allerdings ist dies tagsüber
eine hervorragende Abwechslung zum herkömmlichen
Boilie. Ein wenig Fun bei Tagessitzungen kann
nie schaden.
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| Man fängt nicht nur Kleinvieh... |
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Die Vorteile dieser Methode liegen auf der Hand.
Ich will diese hier trotzdem noch einmal zusammenfassend
aufführen:
Gerade bei Kurzansitzen von ein paar Stunden eignet
sich das Fischen mit Groundbait hervorragend.
Die Lockwirkung ist enorm, so dass die Fische
schnell auf den Futterplatz aufmerksam werden.
Lange Futterkampagnien sind nicht nötig.
„The Method“ eignet sich zum Fischen
in krautreichen Gewässern. Da ich das Rig
entweder in das Futter drücke oder dieses
mittels PVA-Schnur daran befestige, bleibt das
Rig und das Blei nicht im dichten Kraut hängen.
Da der Aufwand sehr gering ist, kann ich es nur
empfehlen diese Taktik einmal zu testen. Egal
ob im Fluss, im flachen Dorfteich oder im glasklaren
Baggersee, es wird den einen oder anderen Fisch
bringen. Probiert es selbst!
Fangt was!
Schöne Grüße,
Felix Kaczmarek
www.carpcrisis.de
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