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Während die Fischerei an den international
bekannten und stark beangelten französischen
Gewässern immer mehr durch Verbote erschwert
wird, werden an bisher eher unbekannten Gewässern
neue Nachtangelzonen eingerichtet oder sogar ganze
Seen für die nächtliche Fischerei freigegeben.
Aus diesen Gründen fingen wir vor ein paar
Jahren an, Informationen zu den zahlreichen, weniger
bekannten Stauseen zu sammeln. Das Internet leistet
dabei gute Dienste und doch ist dies eine schwierige
und vor allem zeitintensive Angelegenheit. Irgendwann
stießen wir dabei auf einen See, der einen
besonders viel versprechenden Eindruck machte:
Der Lac de Montbel.
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| Ein Blick auf die vielen Wurzeln des Montbel |
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Dieses Gewässer im südfranzösischen
Departement Ariege ist ein je nach Wasserstand
zwischen 300 und 600 Hektar großer, noch
relativ junger Stausee. Die Staumauer wurde 1985
fertig gestellt. Er liegt am Fuße der Pyrenäen
auf 400 Meter Höhe, eingebettet in eine wunderschöne
bergige Landschaft und ist hauptsächlich
von wildem Mischwald, bestehend aus Eichen und
Kiefern, umgeben. Durch die Inseln, deren Anzahl
je nach Wasserstand variiert, die vielen Landzungen
und tiefen Buchten erscheint der See auf den ersten
Blick kleiner, als er eigentlich ist und es ist
nicht so leicht, einen Überblick zu bekommen.
Gleichzeitig ergeben sich durch die verwinkelte
Form sehr viele interessante Angelstellen, was
die Platzwahl am Anfang nicht gerade erleichtert.
Neben der Staumauer gibt es eine Reihe weiterer
Dämme, welche den See begrenzen und von denen
aus nicht gefischt werden darf. Ansonsten sind
das gesamte Seeufer und die Inseln zum Angeln
– auch zum Nachtangeln – freigegeben!
Einer der Dämme teilt den See in den oberen,
kleineren Teil, dessen Wasserstand auf einem konstanten
Niveau gehalten wird und den unteren, größeren
Teil mit variablem Wasserstand.
Genau genommen
handelt es sich also um zwei komplett voneinander
getrennte Seen. In beiden gibt es große
Karpfen, wobei der Seerekord ein 26 kg schwerer
Spiegler ist, der 2003 von einem Engländer
im kleinen Teil gefangen wurde. Trotzdem beschränken
sich unsere Erfahrungen im Wesentlichen auf den
in unseren Augen interessanteren, größeren
Seeteil.
Die maximale Tiefe beträgt hier
um die 30 Meter, der Durchschnitt liegt je nach
Jahreszeit etwa zwischen 10 und 20 Metern. Durch
das aus den Pyrenäen einlaufende kalte Schmelzwasser
wird der See im Frühjahr komplett gefüllt,
was die Fischerei zu dieser Jahreszeit erschwert.
Im Laufe des Jahres nimmt der Wasserstand dann
kontinuierlich ab und erreicht im Spätherbst
sein Minimum. Dieser regelmäßige Austausch
des Wassers sorgt für eine sehr gute Wasserqualität,
auch wenn die Sichttiefe durch aufgewirbelten
Sand meist nicht sehr hoch ist. In der Nähe
der Staumauer befinden sich sogar Netzgehege im
See, in denen Forellen gezüchtet werden.
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| Einer der vielen Schuppenkarpfen |
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Die Ufer fallen meist langsam ab, es gibt aber
auch einige steile Kanten und Plateaus, sowie
versunkene Strassen. Der Grund ist ansonsten meist
sandig bis schlammig mit vereinzelten Steinen
und großen Teichmuscheln. Kraut haben wir
so gut wie gar nicht gesehen, was wahrscheinlich
auf die extremen Wasserstandsschwankungen zurückzuführen
ist. Bei der Flutung des bewaldeten Tals wurden
jedoch sehr viele Baumstümpfe, und sogar
ganze Bäume und Sträucher stehen gelassen,
die heute Flusskrebsen als Unterschlupf dienen
und für Angler zu einem ernsten Problem werden
können.
Der erste Trip
Durch die vielversprechenden Informationen und
Bilder aus dem Internet angestachelt, wären
wir am liebsten gleich losgefahren. Doch wir wollten
nichts überstürzen und zu einem möglichst
günstigen Zeitpunkt am See sein. Und so planten
wir unseren ersten Montbel- Trip im September
2005. Die Hitze des südfranzösischen
Hochsommers sollte bis dahin etwas abgeklungen
sein, wodurch wir uns gute Fangchancen erhofften.
Zweieinhalb Wochen sollten reichen, um uns ein
gutes Bild vom See zu machen. Sicherheitshalber
hatten wir uns verschiedene Ausweichgewässer
in der Umgebung ausgesucht. Um auf alle Bedingungen
vorbereitet zu sein, nahmen wir drei verschiedene
Köder mit auf die Reise: Selbstgerollte Fischboilies,
süße Birdfoodboilies sowie einen Sack
Tigernüsse.
Nach 13 Stunden Fahrt hatten wir 1.300 km mehr
auf dem Tacho und standen gegen Mitternacht endlich
am Ufer des Sees. Es war schwülwarm, der
Himmel wolkenlos und man konnte unglaublich viele
Sterne sehen, nur vom See war aufgrund der absoluten
Dunkelheit nicht viel zu erkennen. Der Wasserstand
schien ziemlich niedrig zu sein, da sich zwischen
festem Ufer und Wasser ein etwa 30 Meter breiter
Streifen aus getrocknetem Schlamm befand, der
von zahlreichen Baumstümpfen übersäht
war. Im Lichtkegel der Taschenlampe konnten wir
ein paar Krebse im Flachwasser ausmachen. Trotz
der Müdigkeit waren wir viel zu aufgeregt,
um uns sofort schlafen zu legen und so saßen
wir noch eine Zeit lang am Ufer und malten uns
aus, was uns wohl in den nächsten 20 Tagen
hier erwarten würde…
Von der aufgehenden Sonne geweckt, gingen wir
zunächst ein Stück am Ufer entlang und
verschafften uns einen ersten Eindruck vom See.
Motiviert von der Schönheit der Umgebung
packten wir die Zelte ein und machten uns auf
den Weg, die Angelkarten zu kaufen. Diese gibt
es in einem Angelladen im nahe gelegenen Dorf
Laroque des Olmes. Wieder am See angekommen, begannen
wir mit dem Beladen der Boote, da wir auf einer
der Inseln aufbauen wollten, um absolut ungestört
fischen zu können. Dabei verschlechterte
sich das Wetter zunehmend und als wir in See stachen,
fing es auch schon an zu regnen.
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| Thomas mit einem schweren Spiegler von 19kg |
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Da weit und breit
kein anderer Angler zu sehen war, hatten wir freie
Auswahl, was unsere Angelstelle anging. Wir entschieden
uns schließlich für einen Platz auf
der größten Insel des Sees. Dabei achteten
wir darauf, eine Stelle mit möglichst wenigen
Baumstümpfen am Ufer zu erwischen, da wir
davon ausgingen, dass dort auch unter Wasser wenige
Hindernisse zu erwarten waren. Trotzdem montierten
wir sicherheitshalber Subfloat-Montagen in Kombination
mit Safety Rigs und 30 Meter dicke monofile Schlagschnur,
um möglichst wenig Ärger mit den Wurzeln
zu bekommen.
Da es in der Zwischenzeit längst dunkel geworden
war und sich aus dem leichten Regen ein schweres
Gewitter entwickelt hatte, wurden die acht Fallen
fürs Erste einfach auf unterschiedlichen
Tiefen zwischen 3 und 15 Metern ausgelegt. Mittlerweile
hatte sich das anfänglich feste Ufer in eine
Schlammwüste verwandelt und jeder Schritt
zehrte an den Kräften. Erschöpft fielen
wir auf die Liegen und dass wir im Laufe der Nacht
nicht von unseren Bissanzeigern geweckt wurden,
störte uns erstmal nicht weiter.
Den folgenden Tag verbrachten wir damit, den Bereich
um unsere Angelstelle genauer auszuloten. Für
die kommende Nacht hatten wir dann sämtliche
Ruten an Erfolg versprechenden Spots abgelegt.
Da unsere Köder im Verlauf der ersten Nacht
von Krebsen und Weißfischen attackiert worden
waren, die uns zudem unsere geflochtenen Vorfächer
extrem verknotet hatten, tauschten wir diese gegen
Stiff Rigs aus und schützten unsere Hakenköder,
indem wir sie in einem feinen Netz einpackten.
Nach einem ausgiebigen Grillabend legten wir uns
voller Erwartung schlafen.
Um 4:30 Uhr war es schließlich so weit:
Ein kreischender Bissanzeiger kündigte den
ersten Biss an Thorstens 13 Meter Rute in der
Mitte des Sees an. Ohne Druck auszuüben folgten
wir mit dem Boot der Schnur, die trotz aller Vorsichtsmaßnahmen
erstmal aus mehreren Wurzeln befreit werden musste,
bis wir schließlich über dem Fisch
waren. Daraufhin gab dieser noch einmal richtig
Gas und wir waren beide zum Zerreißen gespannt,
zu erfahren, was wir da am Haken hatten.
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| Thomas mit einem beschuppten Spiegler von 11kg |
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Der erste
Fisch durfte auf keinen Fall verloren gehen! Einige
bange Minuten später ließen seine Kräfte
langsam nach und schließlich hatten wir
einen dicken Spiegler im Netz! In unserer Euphorie
schätzten wir den Fisch auf etwa 30 Pfund.
Als der Zeiger der Waage dann bei 12,3 kg stehen
blieb, tat dies unserer Freude keinen Abbruch.
Der Anfang war gemacht und dieser Karpfen wurde
gefeiert als wäre es ein neuer Personal Best
gewesen!
Im Sonnenaufgang sorgte Petrus für brüderliche
Gerechtigkeit und bescherte Thomas ebenfalls einen
12,3 kg schweren Spiegelkarpfen auf den in 13
Metern Tiefe ausgelegten Fischboilie. Nun hatten
wir beide endgültig Blut geleckt und wollten
es richtig wissen! Der nächste Biss kam kurze
Zeit später auf die von Thomas in vier Metern
Tiefe an einer kleinen Insel abgelegten Tigernüsse.
Der Fisch zog das Boot während des Drills
quer über den See, blieb aber die ganze Zeit
über tief am Grund, was auf einen Großen
hoffen ließ. Eine nervenaufreibende Angelegenheit,
bei all den Hindernissen da unten! Trotz aller
Bemühungen, ihn vom Grund fern zu halten,
kam plötzlich, was kommen musste: Er saß
fest. Sch....! Ziehen schien nicht zu helfen,
also als Nächstes einfach mal den Bügel
öffnen und die Schnur locker lassen.
Doch
auch das half nicht! Nachdem auch einige Versuche,
den Fisch aus einem anderen Winkel aus dem Hindernis
zu befreien, fehlschlugen, blieb keine andere
Möglichkeit, als die Schlagschnur zu packen
und von Hand daran zu reißen. Alles oder
nichts... Mit einem Ruck ließ der Widerstand
nach. Doch schon machte die im Boot liegende Rute
einen Satz nach vorne: Er war noch dran! Schnell
die Bremse lockern und tief durchatmen. Noch mal
Glück gehabt!
Allmählich ließen
die Kräfte des Karpfens nach und als er sich
zum ersten Mal an der Oberfläche zeigte,
war klar, dass es wirklich einer der großen
Spiegler des Sees war. Die Luftblasen, die aus
seinen Kiemen zur Oberfläche stiegen, deuteten
seine baldige Kapitulation an. Noch ein paar kurze
Fluchten und als er im Netz war, hallte ein Freudenschrei
über den See! Als die Waymaster schließlich
knapp 22 kg anzeigte, waren alle Mühen der
Vorbereitung auf einen Schlag vergessen!
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Der Montbel beherbergt auch kapitale
Lederkarpfen, hier der Beweis |
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Da wir von nun an täglich mehrere Bisse hatten
und mit der Stelle zufrieden waren, blieben wir
bis zum Ende des Urlaubs unserer einsamen Insel
treu. Aufgrund des relativ niedrigen Wasserstandes
gab es allerdings eine schmale Verbindung zum
„Festland“ und so wurden wir regelmäßig
von einer kleinen Kuhherde besucht, die neugierig
unsere Ausrüstung inspizierte.
Da leider zwischendurch immer wieder der eine
oder andere Fisch in den Wurzeln verloren ging,
kamen wir eines Abends auf die Idee des „Elevator-Rigs“:
Der gehakte Fisch sollte sofort nach dem Biss
durch den Auftrieb eines überdimensionierten
Subfloats in Form einer 1,5 Liter Plastikflasche
vom Seegrund ferngehalten werden. Die dadurch
auf den Haken wirkende Kraft entspricht in etwa
dem Zug, der im Drill auch mit der Rute ausgeübt
werden kann. Als „Anker“ befestigten
wir einen etwa drei Kilo schweren Stein mittels
einer 20er Nylonschnur als Reißleine direkt
am Tönnchenwirbel des Vorfachs. Der Auftriebskörper
wurde durch zwei direkt hintereinander auf die
Schlagschnur gebundene Stopperknoten anderthalb
Meter unter der Wasseroberfläche fixiert.
Einzeln können die beiden Stopper leicht
von Hand verschoben werden, zusammen aber halten
sie die Flasche sicher in Position. Ein Stückchen
wasserlöslicher Pop-Up Schaum auf dem Haken
sollte verhindern, dass der Köder beim Ablegen
der Rute unter dem doch ziemlich großen
Stein begraben wird. Soweit die Theorie…
Nach stundenlanger Tüftelei wurde schließlich
eine Rute zum Praxistest an einem zwar sehr Erfolg
versprechenden, aber auch besonders hindernisreichen
Spot auf die beschriebene Weise ausgelegt. Schon
ein paar Stunden später kappte ein gehakter
Karpfen die Reißleine und kämpfte gegen
die nun an der Wasseroberfläche tanzende
Flasche an!
Der Plan funktionierte und der Fisch
konnte problemlos gelandet werden, so dass wir
schon sicher waren, eine Lösung für
unser größtes Problem gefunden zu haben.
Doch leider brachte die doch sehr extreme Montage
im Gegensatz zu den restlichen Ruten in den nächsten
Tagen keinen einzigen Biss mehr. Möglicherweise
schreckte die senkrecht nach oben verlaufende
und sehr stramm gespannte Schnur doch zu sehr
ab? Schließlich gaben wir die Tests auf,
kehrten zur bewährten Subfloat-Montage zurück
und legten sie auf einem weniger heiklen Spot
ab.
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| Ein Fisch wie aus dem Bilderbuch |
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Wir fingen insgesamt 37 Karpfen, darunter viele
schlanke und ungewöhnlich hell gefärbte
Schuppis bis 12 kg, aber auch fette, zum Teil
wunderschön unregelmäßig beschuppte
Spiegler, die durchschnittlich um die 15 kg wogen.
Auch ein Lederkarpfen und ein Fully Scaled waren
dabei. Außerdem machten wir Bekanntschaft
mit mehreren großen Schleien und einem 1,25
Meter langen Wels, der sich unsere Fischboilies
schmecken ließ. Nach Aussagen eines Raubfischanglers
ist diese Fischart mit Exemplaren bis über
zwei Metern Länge im See vertreten.
Zu den Ködern ist zu sagen, dass unsere Fischboilies
und die Tigernüsse den Birdfoodboilies deutlich
überlegen waren. Alle Spots brachten Fische,
es fiel aber auf, dass diese sehr stark auf das
Wetter reagierten und bei Regen vornehmlich in
tieferen Regionen über zehn Meter fraßen,
während bei Sonnenschein eher die flacheren
Stellen liefen. Auch der Wind spielte eine entscheidende
Rolle. Durch die Lage des Lac de Montbel in einer
südlich durch die Pyrenäen und nördlich
vom französischen Zentralmassiv begrenzten
Ebene zwischen Atlantik und Mittelmeer kann sich
der Wind hier allerdings auch zu einem heftigen,
tagelang anhaltenden Sturm entwickeln. Unseren
Erfahrungen zufolge sind die Wettervorhersagen
für die Region diesbezüglich übrigens
sehr unzuverlässig und man sollte jederzeit
auf alles vorbereitet sein.
Der zweite Trip
Nach unserem erfolgreichen ersten Trip waren wir
uns einig, dass es im nächsten Jahr eine
Fortsetzung geben sollte! Der September hatte
sich als fängig erwiesen und so wollten wir
auch 2006 wieder zu dieser Jahreszeit am See sein.
Aufgrund unserer Erfahrungen hatten wir dieses
Mal nur Fischboilies und Tigernüsse im Gepäck.
Wegen der Fische, die wir in den Wurzeln verloren
hatten, widmeten wir der Platzwahl dieses Mal
wesentlich mehr Zeit. Der Wasserstand war aufgrund
des heißen Sommers noch ein paar Meter niedriger
und so konnten wir einige der von uns im Vorjahr
befischten Spots zu Fuß erkunden. Schließlich
wählten wir einen Platz gegenüber der
großen Insel, da das Ufer hier wurzelfrei
war und auch das Echolot nur wenige Hindernisse
am Grund zeigte.
Für den Anfang legten wir unsere Ruten wie
im Jahr zuvor auf verschiedenen Tiefen ab und
fütterten dabei nur sparsam. Die erste Nacht
brachte einen Spiegler von 14 kg, der sich unsere
P-Mix Boilies in 9 Meter Tiefe schmecken ließ.
Wir wussten jetzt, dass Fische in der Nähe
waren und in welcher Tiefe sie fraßen. Um
die Wirkung einer größeren Futtermenge
zu testen, verteilten wir am nächsten Tag
10 kg Boilies großflächig in 8 bis
10 Meter Tiefe vor unserem Angelplatz und legten
jeder zwei Ruten in diesem Bereich ab. Die Karpfen
nahmen dieses Angebot sofort an und somit wiederholten
wir diese Taktik alle zwei bis drei Tage. Zusätzlich
suchten wir in flacheren Bereichen nach markanten
Spots wie Plateaus und Kanten, an denen die übrigen
Ruten ausgelegt wurden.
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Thomas mit einem der ganz großen
Spiegler aus dem See |
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In den folgenden zwei Wochen fingen wir genau
40 Karpfen, im Gegensatz zu drei französischen
Karpfenanglern, die den See für ein paar
Tage an unterschiedlichen Plätzen mit Fertigboilies
befischten und allesamt leer ausgingen. Da wir
bei unserem ersten Trip fast genauso viele Fische
gefangen haben, denken wir allerdings im Nachhinein,
dass die Verwendung großer Futtermengen
zwar auf keinen Fall geschadet hat, aber auch
nicht unbedingt nötig war. Wer weiß…
Der schwerste Fisch, ein makelloser Spiegler von
20,2 kg, biss in der letzten Nacht des Urlaubs.
Bemerkenswert ist, dass uns trotz der Größe
des Sees mehrere Fische aus unserem letzten Urlaub
wieder an den Haken gingen. Einen sehr markanten
Spiegler konnten wir sogar insgesamt drei Mal
fangen.
Trotz aller Bemühungen verloren wir leider
wieder einige Fische in Hindernissen. Die unzähligen
Wurzeln sind wohl das größte Problem
an diesem Gewässer und jeder Angler sollte
sein Vorgehen den Fischen zuliebe darauf einstellen
um die Verluste zu minimieren. Die Verwendung
von Auftriebskörpern und ausreichend Schlagschnur
ist hier also Pflicht. Long-Range-Fishing ist
unangebracht und auch nicht erforderlich. Außerdem
empfehlen wir die Benutzung eines guten Echolotes,
um den Wurzeln von vorne herein aus dem Weg gehen
zu können.
Damit es an diesem Gewässer in Zukunft nicht
zu irgendwelchen Verboten oder Regelverschärfungen
kommt, sollte es selbstverständlich sein,
sich möglichst unauffällig und regelkonform
zu verhalten. Vielleicht kann dieser Bericht dazu
beitragen, die allgemein bekannten Gewässer
ein wenig zu entlasten und möglicherweise
sogar den einen oder anderen Angler dazu animieren,
selber mal etwas Pioniergeist zu entwickeln und
sich auf die Suche zu begeben. Frankreich hat
mehr zu bieten als nur Cassien, Orient und Co.
Es gibt noch viel zu entdecken
Feel the spirit of carpfishing,
„Die Twins“ Thomas und Thorsten Rosenbaum
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