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carp.de | Berichte
Ausgabe 133 | 16. Februar 2010
ERLEBNISBERICHTE

To Wish upon a Shooting Star...
Von Andy Chambers / Januar 2010

 

Viele von euch werden denken, was für ein seltsamer Titel für einen Artikel, doch später wird sich leicht erklären, warum es nur dieser Titel sein konnte. Bei dem Orient handelt es sich um einen speziellen Ort auf der Welt. Dieser See ist ein absolut außergewöhnliches Wasser, an dem man nie genau weiß, was als nächstes anbeißt. Natürlich gehört auch viel Glück dazu, aber die Chance auf einen der ganz Großen hat man immer. Es war einer dieser „Weihnachtstage“ am Orient. Den Ausdruck „Weihnachtstage“ kreierte mein guter Freund Tim Paisley während einer gemeinsamen Oktober-Session, in der wir zusammen den harten Bedingungen des Orients trotzten…

Bivy-City während der World Carp Classic 2007

Ich möchte jedoch am Anfang beginnen, wie es wohl auch am meisten Sinn macht. Am ersten September erreichte ich diesen großartigen See ein weiteres Mal. Mein Wagen war bis unter das Dach mit Tackle, Baits und Lebensmitteln beladen. Der einzige Grund, der mich nicht ganz so fröhlich stimmte, war die Tatsache, dass ich für ganze zwei Wochen nicht fischen konnte. Der Anlass hierfür war die diesjährige „World Carp Classic“ hier am Orient.

Ich half den Veranstaltern bei der Abwicklung der Veranstaltung, was in meinem Fall hieß, dass ich mitverantwortlich für das Ausstecken der Angelplätze war. Es war schon ein mulmiges Gefühl, als ich vom Hafen aus über den See blickte und die riesige Wasserfläche mit seinem endlosen Ufer anschaute. Ich hatte eine Karte vom See, mit allen Bereichen, die ausgesteckt werden sollten.

Mir wurde sehr schnell klar, dass ich die kommende Woche damit verbringen würde, mir nahezu jede Ecke des Sees anzuschauen. Auch nicht schlecht… Diese Woche war wirklich ein hartes Stück Arbeit. Ich hatte jedoch die Möglichkeit, einen faszinierenden Einblick in Bereiche des Sees zu erlangen, die ich nie zuvor gesehen hatte.

Die Veranstaltung war ein großer Erfolg. Auch wenn nicht viele Karpfen gelandet wurden, herrschte eine großartige Atmosphäre. Wir hatten einfach eine tolle Zeit mit Karpfenanglern aus ganz Europa und das ist es doch, was Karpfenangeln ausmacht. Nach diesen zwei Wochen war ich ziemlich geschafft, doch das Wissen, dass meine Zeit endlich gekommen war, reichte mir völlig aus. Es machte mich sichtlich nervös, meine Ruten wieder auszulegen und wieder zu fischen. Nach dem Ende der Veranstaltung und dem Ende der Nachangelsaison am 01. November blieben mir also etwas mehr als sechs Wochen, um meinen Traum von einem weiteren Orient-Riesen zu verwirklichen.

Mein Plan war, wieder in Bivvy City zu fischen. In diesem Bereich hatte ich schon während der Session 2004 und für sieben Wochen im Jahr 2006 gefischt. Damals (2006) war der schwerste Fisch ein Schuppenkarpfen von 25,3 kg. Ich entschied mich wieder für diesen Platz, da ich wusste, dass in der Vergangenheit ein sehr großer Spiegler in diesem Bereich gefangen wurde. Es handelte sich hierbei um einen den Einheimischen gut bekannten Fisch, der bei seinem letzten Fang fast 32 kg wog.

Stimmungsvoller Sonnenaufgang
an meiner Angelstelle

Ein sehr langer Fisch mit einer leichten Falte am Ende seiner Schwanzflosse, leicht wieder zu erkennen. Das war Anfangs aber auch alles, was ich an Informationen über diesen Fisch hatte. Bei der gezielten Angelei auf Großfische in sehr großen Gewässern wie dem Orient ist es enorm wichtig, alle verfügbaren Informationen zusammenzutragen, um so einen Eindruck über die Verhaltensweise des Zielfisches zu bekommen. Es bestand aber auch die Möglichkeit, dass ein anderer großer Lederkarpfen mit dem Namen „Bienvenue“ („Herzlich willkommen“, Anmerkung der Redaktion) zu dieser Zeit in diesem Bereich residierte.

Der Fisch wurde im Vorjahr, vier Tage nach meiner Abreise, durch den Gewinner der World Carp Classic 2007, Jean-Pierre Becker gefangen. Das war der Plan mit dem ich begann. Ich wollte die nächsten sechs Wochen in Bivvy City fischen und hoffte, dass mir eines der Orient Monster eine Chance gab. Gute Köder, gute Rigs und eine paar Gebete für passendes Wetter, mehr konnte ich nicht tun. Ich begann direkt am Montagmorgen mit dem Befischen der beiden großen Plateaus. Ich hatte die Spots noch auf meinem GPS gespeichert, wo ich 2004 und 2006 schon einmal große Fische fangen konnte. Zwei Ruten fischte ich direkt in dem Bereich zwischen den beiden Plateaus.

In der Vergangenheit brachten diese beiden Ruten die meisten der großen Fische. Dieses Areal fütterte ich nur sehr leicht mit etwa ein Kilo Nash Monster Pursuit Boilies. Ergänzt wurde es durch die Rute mit einem Snowman Rig in Verbindung mit PVA Bag, gefüllt mit Pellets und ein paar halben Boilies. Die dritte Rute fischte ich ca. 50 Meter hinter dem Plateau. Hier fütterte ich recht stark an, in der Hoffnung so die kleineren Fische zwischen 10-20 kg von den anderen Plätzen abzulenken. Die übrig gebliebene vierte Rute fischte vor dem Plateau, direkt an der Kante zwischen der harten Zone vom Plateau und dem weichen Boden. Dieser Platz hat nie viele Fische produziert, doch in 2004er Session konnte ich auf diesem Platz einen 28 kg Fisch fangen. Somit ist dieser Bereich schon aus nostalgischen Gründen immer einen Versuch wert.

Diesen Lederkarpfen fing ich in der
gleichen Nacht wie den Großen

In Bivvy City lernte ich dann zwei Deutsche, Nils und Sven, kennen, die zur linken Seite von mir fischten. Anfangs planten die Beiden für zwei Wochen zu fischen, am Ende blieben sie jedoch einige Zeit länger, womit diese kleine Nachtangelzone dann auch voll besetzt war. Der Wind und das Wetter waren an den Anfangstagen nicht schlecht und somit konnte Nils bald die ersten Karpfen fangen. Der schwerste Fisch war ein 17 kg Schuppi. Dies waren die ersten Fische für Nils nach 63 Nächten blank. Es zeigt noch einmal deutlich, wie schwer das Fischen am Orient sein kann. Ich war jedoch recht zuversichtlich, waren doch eindeutig Fische in unserem Bereich. Nun mussten nur noch die 50 kg Monster Pursuit Boilies und Halibut Pellets, die ich auf zwei Hektar verteilt hatte, ihre Wirkung zeigen und die Fische zu meiner Stelle ziehen.

Die erste Woche brachte keinen der ersehnten Karpfen. Ich konnte lediglich einige Schleien bis 6,5 kg und Brassen bis 8 kg landen. Trotz der riesigen Dimensionen war ich natürlich nicht sehr erfreut über diese Nervtöter. Schließlich mindert die mit dem Fang verbundene Unruhe auf der Angelstelle die Chancen auf einen großen Karpfen erheblich. Die größten Sorgen bereiteten mir die Vielzahl an Schleien, die ich auf den beiden Ruten fing, die eigentlich für wirklich großen Fische bestimmt waren. Obwohl ich die Anzahl der Freebaits auf ein Minimum reduzierte, schien es als ob die Schleien diesen Bereich einfach bevorzugten.

Ich wollte diese Ecke aber unbedingt ruhig halten und hoffte nicht bereits zuviel Unruhe verursacht zu haben. Ich bin der festen Meinung, dass die großen Fische die ruhigen Territorien bevorzugen und somit überprüfe ich für gewöhnlich meine Rute auch nur alle zwei bis drei Tage. Nur in dieser Situation war mir diese Vorgehensweise nicht möglich und somit sah ich meine Chance auf einen echten Ausnahmefisch schwinden. Die sehr großen Fische aus Gewässern wie dem Orient werden nur alle paar Jahre einmal gefangen. Zu erwarten, einen solchen Fisch bereits in der ersten Woche zu fangen, ist absolut utopisch. Ich habe so viele Angler gesehen, die bereits nach drei oder vier Tagen ohne Fischaktivitäten nervös wurden und den Platz wechselten, oder aber sogar den See ganz verließen. Verrückt! Am Orient ist es nicht außergewöhnlich, dass man erst nach zehn Tagen seinen ersten Fisch fängt, manchmal auch noch später.

Der letzte und gleichzeitig auch größte Fisch
für mich in Bivy-City mit 16kg

Am Ende der zweiten Woche in Bivvy City sah die Situation nicht gut aus. Okay, ich konnte noch ein paar kleinere Fische bis 11 kg fangen, doch selbst Nils, der am Zaunplatz fischte, wo normalerweise regelmäßig kleinere Fische gefangen werden, musste hart um jeden Fisch kämpfen. Jocelyn, der auf der Insel fischte, konnte Anfangs einige sehr schöne Fische fangen, langsamen ließen jedoch auch bei ihm die Fischaktivitäten deutlich nach. Der See war zu dieser Zeit sehr launisch und es hatte den Anschein, dass der anhaltende starke Nordwind die Fische nicht gerade zum Fressen animierte. Der einzige Angler am See, der Fisch um Fisch fing, war ein guter englischer Freund von mir namens Barry Mills.

Barry befischt den See bereits seit Jahren und fing eine Vielzahl an Fischen zwischen 17 und 24 kg von meinem Lieblingsplatz, dem letzten Platz am Michelin-Point. Der Grund, warum ich mich nicht für diesen Platz entschieden hatte, war die Tatsache, dass in diesem Bereich schon seit geraumer Zeit kein wirklich großer Fisch gefangen wurde und ich war nun einmal hier war, um einen Ausnahmefisch zu landen. Somit war ich der Meinung, dass meine Chancen hier in Bivvy City doch eher am größten waren.

Nach der dritten Woche hatte sich die Situation nicht wesentlich verändert, oder gar verbessert. Der schwerste Fisch war immer noch der 17 kg Fisch von Nils am ersten Tag. Kein 20 kg Fisch in der ganzen Zeit aus Bivvy City, das waren keine guten Nachrichten. Zeit zum Umdenken? Ich wollte die restlichen drei Wochen zusammen mit meinem guten Freund Tim Paisley fischen. Nur war momentan in Bivvy City allerdings kein Platz mehr für Tim. Nils und sein Begleiter waren immer noch am See und somit musste eine Alternative her. Ich verabschiedete mich vorerst einmal von meinem Ziel, einen weiteren Orient-Biggie zu fangen und wollte die noch verbleibende Zeit zusammen mit Tim fischen. Tim wollte in dieser Session versuchen, seinen bestehenden Personal Best zu überbieten.

Nils und Sven bei der erfolgreichen
Landung ihres 17kg Fisches

Glücklicherweise packte zu diesem Zeitpunkt Barry am letzten Michelin Platz sein Tackle ein und wir beschlossen, seinen Platz zu übernehmen. Es war für mich nun nicht mehr wichtig, dass die Chancen auf einen Großfisch meiner Meinung nach nun sehr gering waren. Wir könnten hier immer noch schöne Fische zwischen 20–25 kg fangen. Barry hatte mir seine Bilder gezeigt, es war schon eine sehr beeindruckende Strecke an großen Fischen, die er fangen konnte. Michelin ist so ein schöner isolierter Platz gegenüber von Bivvy City. Das einzige Problem, dass es noch zu bewältigen galt, war das Übersetzen mit meinem kompletten Tackle einmal quer über den See.

Tim erreichte den See am Samstagmorgen und meine erste Aufgabe war es, ihn nach einem gemeinsamen Kaffee von meinen Plan zu überzeugen. Erstaunlicherweise war Tim sofort einverstanden. Er hatte dort seinen ersten Orient-Karpfen gefangen und kannte somit den Bereich. Tim fuhr schon einmal rüber, um den Platz zu übernehmen und ich wollte den Tag nutzen um ganz gemütlich zu moven. Erfreulicherweise war der See ruhig, doch Bivvy City überraschte mich ein weiteres Mal mit einem 16 kg Schuppenkarpfen, als ich gerade dabei war mein Tackle abzubauen. War es wirklich die richtige Entscheidung zu moven?

Ich verstaute mein gesamtes Tackle, sämtliche Köder und die Lebensmittel für die nächsten drei Wochen in meinen zwei Booten und stach in See. Es war eine angenehme Reise und der Wind wurde erst stärker, als ich nach eineinhalb Stunden das gegenüberliegende Ufer mit einem herzlichen Willkommenen von Tim, Barry und Jean-Pierre erreichte. Die beiden wollten am nächsten Tag aufbrechen und Tim und ich konnten dann mit dem Fischen beginnen. Ich überließ Tim die Platzwahl. Er entschied sich für die rechte Seite und so fischte ich natürlich nach links. Das erste Problem, mit dem wir zu kämpfen hatten, war der Schlamm.

Unser Angelplatz am Michelin Point

Es war der reinste Horror hier, denn es war schier unmöglich, zu den Booten zu gelangen. Es war reinste Schwerstarbeit, die Stelle so zu präparieren, dass man im Falle eines Bisses von den Ruten zu den Booten gelangen konnte. Als nächstes galt es unsere Spots zu füttern. Hierzu verwendete ich 10 kg Monster Pursuit Boilies. Abschließend legten wir endlich unsere Fallen aus. Da ich keine wirklichen Hot Spots ausmachen konnte, entschied ich mich für vier unterschiedliche Tiefen, wobei ich die tiefste Rute auf ca. acht Meter Tiefe im alten Flussbett platzierte. Alle Ruten beköderte ich wie zuvor mit dem Snowman-Rig und PVA Bags.
Die Wetterbedingungen waren Anfangs nicht so optimal mit kaltem Nordwind und dichtem Nebel.

Mittlerweile war es allerdings schon Oktober und das Wetter war halt auch dem entsprechend. Nach dem Füttern erwarte ich normalerweise in den nächsten drei bis vier Tagen keine sichtlichen Aktivitäten von Karpfen. Positiv daran war aber, dass die sehr unangenehmen Attacken der Brassen und Schleien ausblieben. Somit bot sich mir die Möglichkeit, die Ruten für eine Zeit von über 48 Stunden ohne Kontrolle liegen zu lassen. Nach ruhigen zehn Tagen am Michelin Point kam eine leichte Wetterflaute und der Wind drehte in südlich–westliche Richtung. Das wiederum war genau das, was wir brauchten und ich fing auch prompt den ersten Karpfen mit einem Gewicht von 16 kg.

Ein schöner Spiegler und ein hoffnungsvoller Start. Der Fisch kam von einem neuen Spot, den ich auf 200 Meter Entfernung in sechs Meter Wassertiefe fand. Ein erstaunlich kleines und hartes Plateau in der Größe eines Esstisches. Da das Wetter gut war, befütterte ich das Plateau gleich mit 5 kg Baits für die nächste Nacht.

In der Nacht nach meiner großzügigen Fütteraktion lag ich leicht dösend auf meinem Bedchair, als ich einen heftigen Biss bekam. Die Schnur wurde rasend schnell von der Rolle gerissen und die Spitze der nicht gerade leichten Rute bog sich Richtung Wasser. Also rein ins Boot und raus in die Dunkelheit auf den See, zur Schlacht mit einem recht verheißungsvoll wirkenden Spiegler. Zurück am Ufer war ich ein wenig vom den lediglich 13 kg Gewicht des Fisches enttäuscht.

Der erste Fisch der Session vom Michelin Point,
ein Spiegler mit 16kg

Dennoch ein früher Biss, es war erst 20.00 Uhr und somit hoffe ich auf weitere Aktionen in dieser Nacht. Dank meines GPS war das erneute Ausbringen kein Problem und ich fand das kleine Plateau ohne Mühe. Es war die gleiche Rute, die mir ca. eine Stunde später einen weiteren Fisch bescherte. Es war ein Lederkarpfen, ebenfalls mit 13 kg.

Nachdem ich den Fisch so weit versorgt hatte, legte ich die Rute wieder auf dem Plateau aus, in der Hoffung einen weiteren Fisch zu überlisten. Nachdem ich mir noch einen Kaffee gekocht hatte, legte ich mich wieder gemütlich auf mein Bedchair. Der Himmel war klar und der Mond ließ die Wellen auf dem See in einem silbernen Licht erstrahlen. Einige Sternschnuppen boten ein spektakuläres Lichtspiel am Himmelsfirmament, wie man es nur selten zu sehen bekommt. Ich konzentrierte meine Aufmerksamkeit auf eine besonders helle Sternschnuppe und wünschte mir (was sonst!) den Fang eines 20 kg Fisches. Nicht größer, ich wollte schließlich nicht gierig sein. Ich bin dann wohl eingeschlafen, denn das nächste, woran ich mich erinnere, war ein schneller Biss auf der Plateau Rute.

Der Fisch zog mich in meinem Boot weit auf den See hinaus. Als ich versuchte meinen Gegner vom Grund hoch zu pumpen, setzte dieser sein ganzes Gewicht entgegen und ich war mir sicher, einen der besseren Fische gehakt zu haben. Zum Glück hielt die Big Game Schnur der Belastung stand und nur Momente später durchbrach der Fisch das erste Mal die Wasseroberfläche.

Ein Spiegler über 25 Kilo, schoss es mir durch den Kopf und ich spürte, wie sich mein Pulsschlag sofort erhöhte. Ich versuchte das Keschernetz unter den Fisch zu schieben, doch es ging nicht, der Fisch war zu lang! Verärgert durch meinen plumpen Kescherversuch, setzte der Fisch erneut zu einer wilden Flucht an. Der Mond stand hoch über den See und spendete mir tröstliches Licht in diesen bangen Minuten.

Wo es große Fische gibt, ist auch
Tim Paisley meist nicht weit

Ich konnte den Fisch ein weiteres Mal zur Oberfläche zwingen und nun tauchte der massive Körper längs neben dem Boot auf. Ich raffte all meinen Mut zusammen und streckte meinen Arm samt Kescher so weit Richtung Fisch, wie es eben ging. Beim Anheben des Netzes wäre ich dadurch fast vornüber aus dem Boot gefallen. Ich hatte jedoch, was ich wollte!

Die Maschen umschlossen sicher den durch den Mondschein schimmernden Körper. Schnell legte ich legte die Rute ins Boot, rollte den Kescher ein Stück weit zusammen und schipperte mit mäßiger Geschwindigkeit Richtung unseres Platzes. Am Ufer angekommen, wollte ich den Fisch zu Abhakmatte tragen, doch die Last war zu schwer! Erst hier realisierte ich, dass ich einen echten Ausnahmefisch gelandet hatte.

Wie in Trance holte ich Matte, Wiegeschlinge und die Waage. Es war alles andere als leicht, den Fisch alleine zu wiegen, doch am Ende ermittelte ich ein Gewicht von etwas über 33 kg! Mein zweiter Orient 70er (englische Pfund)! Ich war wie von Sinnen. Schockiert. Glücklich. Es waren einfach eine Millionen Emotionen.

Doch nun galt es, den Fisch sicher im tiefen Wasser einzusacken. Ein genaues Nachwiegen, so wie die Fotosession sollte am Morgen stattfinden. Nun ging ich zu Tim, um ihm das Geschehne zu berichten und um ein wenig mit Brandy-Kaffee zu feiern. Ich brauchte das jetzt einfach, um wirklich zu realisieren, was passiert war. Später brachte ich dann noch die Rute zum Plateau zurück, man kann nie wissen…

In dieser Nacht konnte ich nicht mehr schlafen. Immer wieder und wieder schaute ich nach dem Fisch, ob auch alles in Ordnung war. Dieser spezielle nächste Tag begann dann wie auf Wunsch auch mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. Zusammen mit Tims Hilfe war das exakte Wiegen des Fisches wesentlich einfacher. Wir ermittelten ein Gewicht von 33 kg, was etwa 73 englischen Pfund entspricht. Ich hatte meinen zweiten Siebziger!

Unglaubliche 33kg wiegt dieser Orient-Spiegler

Es war genau der Fisch, den ich versucht hatte die letzten zwei Jahre in Bivvy City zu fangen. Er musste mir quer über den See gefolgt sein, um hier von mir als mein neuer Personal Best an meiner Lieblingsstelle, an meinem Lieblingssee gefangen zu werden. Tim machte ein paar großartige Fotos und mir wurde das Privileg zu Teil, diesen großartigen Moment mit diesem großartigen Mann zu teilen. Die Session endete Ende Oktober, es war kalt und der See war wolkenverhangen. Für mich ging jedoch eine tolle Session zu Ende.

Sei vorsichtig, wenn du dir etwas bei einer Sternschnuppe wünscht, du weißt nie was passiert…

Andy Chambers

 
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