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carp.de | Berichte
Ausgabe 139 | 16. August 2010
TAKTIK

Distance Fishing
Von Denis Vahl / Februar 2010

 

Es läßt sich nicht immer vermeiden die Köder auf mehrere hundert Meter raus zu bringen und meist stößt man immer wieder auf Ärger. Fischt man an einem Vereinsgewässer muß man Rücksicht auf die Mitangler nehmen. Nicht selten kommt es vor, dass man morgens von einem Vollrun geweckt wird und nach dem Anhieb feststellen muß das mal wieder ein Blinker den Weg in die Schnur gefunden hat. Das Theater ist meist groß und im nu steht es auf der nächsten Hauptversammlung ganz oben auf der Liste. Viele kennen dies sicher und man sollte sich es besser zweimal überlegen ob und wann man es tut. Doch es gibt auch einige Gewässer wo man diese Probleme nicht vorfindet.

Denis ist mit seiner Taktik erfolgreich!

Keine Vereinsbindung, sprich einer von den vielen Baggerseen. Viele von euch haben sie direkt vor der Tür aber wenige wagen es einen Versuch dort zu starten. Ist es die Angst dort zu versagen, keine Fische zu fangen oder sonstiges??! Meistens hat man diese Seen für sich alleine und sie sind immer für einen „Dicken“ gut. Naja ich schweife vom Thema ab. Worum es mir in diesen Bericht geht habt ihr sicherlich schon erkannt. Es geht um das fischen auf weite Entfernung, sehr weite Entfernung.

Mein Kollege Tommy und ich fischen zur Zeit an einem Pool mit etwa 60 Hektar Wasser. Wir haben dort viele gute Spots ausfindig gemacht die aber meistens auf Entfernungen zwischen 200-500 Meter liegen. Natürlich befischen wir auch das eigene Ufer aber da wir fast immer zusammen fischen lohnt es sich nicht dort mit mehreren Ruten zu fischen. Aber eine Montage findet immer den Weg ans eigene Ufer und sie fängt auch immer wieder mal einen Fisch.

Jetzt aber zu den oben beschriebenen Spots. Wir haben die Möglichkeiten auf solchen Entfernungen zu Fischen und nutzen dies auch aus. Wichtig bei solch einer Distance ist, das man mit Geflochtener Schnur fischt. Man erhält so eine optimale Bißerkennung. Ich habe aber auch schon auf einer Entfernung von 300 Metern mit einer Monofilen gefischt und habe trotzdem Vollruns gehabt.

Nachteil ist, das wenn man Hindernisse in der nähe hat man Gefahr läuft das der Fisch schon bevor man überhaupt den Biß mitbekommt darin fest sitzt. Der Grund dafür ist das die Monofile Schnur eine unglaubliche Schnurdehnung auf solch einer Entfernung entwickelt.

Die optimale Lösung ist das man vor der Geflochtenen ca. 100 Meter Mono vorschaltet. Dies hat den Vorteil das man in der Hauptphase des Drills sprich im Uferbereich oder wenn man von Boot aus Drillt(vom Boot aus ist der Drill noch viel Intensiver) im nahen Bootbereich, mit der Dehnung der Monofilen arbeiten kann. Es verhindert ein vorzeitiges ausschlitzen des Fisches. Es ist nicht einfach mit einer durchgehenden Geflochtenen zu Drillen und deshalb finde ich diese Lösung Ideal.

Ein Schuppi der auf große Distanz gefangen wurde

Worauf man achten sollte!
Bleibt die Montage auch wirklich da liegen wo ich sie abgelegt habe??? Wenn man einige wichtige Dinge beachtet, dann wird sie es bestimmt. Als erstes sind schwere Bleie ein muß. Wir benutzen Kugelbleie ab einem Gewicht von 140 gr. Vorteilhaft ist es wenn man das Blei noch mit Teig ummantelt (zB. Matrix+ Groundbait). Man gewinnt zusätzliches Gewicht und hat dazu noch eine „Extra Lockwirkung“! Wir haben damit die Besten Erfahrungen gemacht aber das soll jeden selbst überlassen sein.

Wenn man die Montage mit dem Boot raus fährt, sollte man dies, solange es möglich ist, zu zweit tun! Fährt man jetzt eine Rute beispielsweise auf 350 Meter raus sollte man auf viele Dinge achten. Schnüre haken gerne mal, das kann zum verziehen der abgelegten Montage führen. Bei der Monofilen ist es nicht ganz so schlimm, aber die Geflochtene verzeiht keinen Fehler. Da sie ja keine Dehnung besitzt, verzieht die Montage beim Haken der Schnur sofort. Man merkt es kaum und viele denken auch nicht wirklich darüber nach. Es kann über Erfolg und Mißerfolg entscheiden. Testet es mal, indem ihr die Montage auf eine x-beliebige Entfernung ins Flachwasser ablegt und während ihr zurück rudert, zieht ihr ein paar mal an der Schnur. Ihr werdet eure Montage nicht mehr dort vorfinden, wo ihr sie mal abgelegt habt.

Deshalb ist es sinnvoll die Ruten immer zu zweit auf solchen Entfernungen raus zu fahren. Einer rudert, der andere hat den Ablauf der Schnur im Auge.

Montagen
Ich bin kein großer Experte was Montagen betrifft, aber ich möchte euch trotzdem kurz eine Montage vorstellen, die sicherlich schon viele von euch kennen, aber sie ist für diese Art der Fischerei bestens geeignet.

Wer von euch weiß, ob der Karpfen nach dem Biß auf 500 Metern auch sicher gehakt ist? Denken ihr der Anhieb kommt bis zu dem im Fischmaul sitzenden Haken durch? Also ich habe da so meine Zweifel und deshalb benutze ich Subfloats sogenannte Auftriebskörper. Diese haben die Funktion die Hauptschnur aus dem Wasser zu halten besser gesagt die Schnur schwimmt knapp unter der Wasseroberfläche. Die gekauften Auftriebskörper werden meistens Inline auf die Hauptschnur gezogen und durch ein Befestigtes Gummi auf der Schnur gestoppt. Zwischen dem Gummi und dem Auftriebskörper sollte man noch eine Gummikugel setzen, damit das Subfloat nicht über das Gummi Rutscht. Am besten eignet sich Power Gum von Kryston. Dann wird die Montage befestigt und sie haben die Perfekte Distanz-Montage.

 

Warum es Vorteile hat? Der Auftriebskörper sitzt Knapp unter der Wasseroberfläche. Wenn der Karpfen jetzt beißt spürt er sofort den Druck den der Auftriebskörper auslöst. Das heißt das der im Fischmaul sitzende Haken immer unter Konstantem Druck steht und ein Vorzeitiges aussteigen ist nahezu unmöglich. Wichtig ist, das der Drill erst richtig losgeht wenn man mit dem Boot über dem Fisch ist. Thats it!

Ein weiterer Vorteil ist, das wenn mal nichts gebissen hat, man die Montage nicht einholen und wieder raus fahren muß. Man fährt einfach zum Spot, nimmt die Montage aus dem Wasser, zieht einen neuen Boilie auf und läßt sie wieder ab.

Schlusswort
Viele werden diese Montage sicherlich kennen und ich weiß das auch schon der ein oder andere Bericht darüber geschrieben worden ist, aber mir ging es um den Vorteil bei der Distanz-Fischerei. Viele Leute scheuen diese Montage weil das nötige Vertrauen fehlt und einige denken sie sei unnötig, doch sie hat uns schon einige schöne Fische beschert, die wir ohne die Montage garantiert nicht gefangen hätten.

So, ich hoffe das ihr so einige von mir beschriebenen Dinge bei euren nächsten Distanz versuchen beachtet und ihr werdet sehen das es „ Kinderleicht „ sein kann.

Think twice before you handle

Denis Vahl

 
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