Das Boot
Ich möchte euch heute meine Erfahrungen, die ich über 3 Jahre mit dem Einsatz eines Futterbootes gesammelt habe etwas näher bringen. Da an einigen Gewässern Ruderboote verboten sind, kann man sich unter Umständen so einen entscheidenden Vorteil verschaffen! Der Einsatzbereich des Futterbootes liegt natürlich in erster Linie beim Fischen auf große Distanzen!
Damit meine ich Entfernungen jenseits der 120m Marke, die mit der Rute ohne weiteres nicht erreicht werden können! Ein anderer Einsatzbereich ist das Fischen unterhalb von Büschen oder Bäumen die über das Fischwasser hängen. Dort gibt es Probleme die beim Anwerfen des Angelplatzes entstehen, diesen kann man mit dem Futterboot wunderbar aus dem Weg gehen. Außerdem verwende ich das Boot, wenn ich eine Boje setzen will. Einfach die Boje und das Gewicht in die Futterschaufel des Bootes, und ab die Post! Bei dem Abkippen wird durch das Bleigewicht die Schnur die um die Boje gewickelt war abgewickelt. Und der Marker steht! Natürlich sollte man vorher die ungefähre Wassertiefe kennen. Denn wenn die Schnur der Boje zu kurz ist steht sie logischer Weise unter Wasser! Eigentlich kam mein Freund Roland Bäcker auf die Idee mit dem Futterboot zu fischen. Denn wir befischen zu dieser Zeit einen großen Baggersee der mit einigen großen Karpfen besetzt war. Das Problem war das die Leute die schon jahrelang dort fischten eigentlich nur auf Wurfweite angelten. Und sich eigentlich keine großartigen Gedanken gemacht hatten im Bezug auf die Stückzahl der gefangenen Karpfen. Also, was soll ich euch sagen, wir besorgten uns ein Futterboot und fingen mehr Fische als die anderen Leute, die auf Wurfweite angelten. Denn wir hatten den entscheidenden Vorteil auf große Distanzen fischen zu können, denn Ruderboote waren verboten! Und das schlug sich positiv in unseren Fangbüchern nieder. Mit dem Futterboot das ich verwende kann man problemlos ca.700gr. Boilies und die Montage samt Blei transportieren. Die Montage wird in die Futterschaufel abgelegt, dann einfach Köder drüber! Danach die Hauptschnur in die Schnurclips einklemmen, und die Fahrt kann losgehen. Beim Abkippen der Futterschaufel bzw. des Futters löst sich die Hauptschnur aus dem Schnurclip und gibt die Montage frei!
Punktgenaues Anfüttern....
Ein anderer wichtiger Aspekt bei dem Fischen mit dem Futterboot, ist der ist der, daß man wirklich punktgenau auf ein paar Quadratmetern füttern kann. Und das auf wirklich große Entfernungen! Die Steuerung reicht soweit, daß man problemlos alle gängigen Karpfenrollen leer fahren kann. So ca. 500m, wobei ich aber sagen muß das man dann bei dieser Entfernung das Futterboot nur noch mit dem Fernglas beobachten kann.
Hier noch ein Beispiel zum punktgenauen Füttern mit dem Futterboot. An einem großen Baggersee den wir befischt haben, befindet sich auf einer Entfernung von ca. 135 m ein Platou von ca. 8 mal 8 m. und dort gilt es zu fischen, denn die Karpfen suchen diese markante Stelle regelmäßig auf. Das Problem an dem See ist nur, daß man keine Ruderboote verwenden darf. Zum zweiten ist diese Entfernung mit der Rute nicht zu erreichen. Also ist das Futterboot und das genaue Füttern hier gefragt. Diese Methode hat uns an diesem Gewässer schon schöne Karpfen eingebracht, die wir wohl sonst nicht bekommen hätten. Hierbei muß ich zum genauen Füttern mit dem Futterboot noch anmerken, daß die Streuwirkung des Futters mit zunehmender Wassertiefe natürlich zunimmt, logisch!
....und bequem ist es auch!
Ein weiterer Vorteil des Futterbootes liegt darin, man braucht nicht mit dem Ruderboot rausfahren! Was bei öfteren Fahrten sich doch als recht stressig rausstellt. Außerdem kann es auch in strömen regnen ohne das es einen sonderlich belastet. Zum anderen sehe ich es noch als großen Vorteil an, daß sich die Montagen eigentlich nie verwickeln. Dies passiert doch beim werfen schon öfters, je nach verwandter Montage!
Als wir das Boot kauften, war es eigentlich überteuert was wir damals aber nicht wussten, weil wir keinen Plan von der Materie hatten. Ich würde auch jedem etwas handwerklich begabten raten sich kein fertiges Boot zu kaufen. Wir hatten mit unserem Futterboot sehr oft Probleme. Und das ist natürlich schlecht gerade, wenn man darauf angewiesen ist, und es dann nicht funktioniert! Mal war es der Akku, dann der Servo, dann hatten wir Wasser im Boot, oder die Schraube fiel einfach ab! Das haben wir zwar jetzt nach einigen Umbauarbeiten in den Griff bekommen, aber wenn man sich ein so teures Boot kauft sollte man eigentlich davon ausgehen können das es funktioniert. Die Servos und andere Bauteile des Bootes waren von minderwertiger Qualität, und das musste sich natürlich zwangsläufig auf die Funktionalität des Bootes auswirken. Zu meinen Akkus kann ich sagen das ich ca. 8 mal eine Strecke von ca. 150 m zurücklegen kann. Das ist meiner Meinung schon recht akzeptabel, wobei ich aber sagen muss, das ich immer einen zweiten Satz Akkus mit führe. Wenn dies noch nicht ausreicht verwende ich ein Ladegerät mit solar Betrieb, oder lade die Akkus mit einem Stromumwandler von der Autobatterie. Also wenn ihr wirklich mit dem Gedanken spielen solltet euch ein Futterboot zuzulegen, dann solltet ihr euch mal den Robbe Katalog anschauen. Dort findet ihr alles was ihr zum Bau eines Futterbootes braucht. Außerdem spart ihr eine ganze Menge Geld ca. 300-500DM, und ich meine das lohnt sich schon! Und so kann auch die Winterzeit gut überbrückt werden. Ich möchte hier auch nicht die Bezugsadresse des Händlers angeben von dem ich mein Boot erworben habe, weil ich der Meinung bin das es von minderwertiger Qualität ist und zudem noch überteuert.
Es gibt natürlich auch einige Nachteile bei der Verwendung des Futterbootes. Einer davon ist der, dass das hinausfahren der Köder bei hohem Wellengang fast unmöglich ist. Hierbei droht das Boot zu kentern. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Schnur beim 6 oder 7 mal so verdrallt ist das sie gewechselt werden muss. Aber das passiert auch wenn ihr eure Ruten rausrudert! Ein weiterer Aspekt sollte auch nicht außer acht gelassen werden, nämlich der das die zu transportierende Futtermenge natürlich begrenzt ist. Bei ca. 700gr ist Schluß! Das lässt sich natürlich durch häufiges fahren umgehen bzw. ausgleichen. Außerdem sollte man immer damit rechnen, wenn sich das Boot auf dem Wasser befindet ein technischer Defekt auftritt, gell Roland! Und das heißt schwimmen, wenn man kein Ruderboot zur Hand hat. Roland schwimmt im Oktober gern, nicht wahr Roli? Unangenehme Sache, besonders wenn das Wasser so kalt ist!
In diesem Sinne Big Carp`s Frank Papasoglu






