LK-Baits

Professional Baitmaking

Von Uwe Rädel / Juli 2002

Die Herstellung von Boilies ist seit jeher eine Tätigkeit die die Phantasie vieler Karpfenangler angeregt hat. Zu Beginn wurden die Murmeln in reiner Handarbeit gedreht, im weiteren kamen sogenannte Rolling-Table zum Einsatz. Doch auch deren Einsatz stellt nicht die Spitze des Eisberges dar. Mitte der 90er Jahre kam ein neuer Typ von Boiliemaschine auf den Markt, sie wurde schnell unter dem Namen "Sidewinder" bekannt. Mit Hilfe einer solchen Maschine ist das Herstellen von 15kg Boilies und mehr pro Tag kein Problem mehr. In diesem Bericht gibt es die entsprechende Bauanleitung für eine solche Maschine.

Mit Hilfe einer Sidewinder ist die Herstellung von Boilies ein Kinderspiel....Über die Art der Köderherstellung ist sicherlich schon vieles und auch gutes geschrieben worden. Mit diesem Artikel möchte ich eigentlich nur meine eigene Art der Boilieherstellung zeigen und euch die Möglichkeit geben, mehr über das Thema Boiliemaschine zu erfahren.
Es war im Jahre des Herrn, anno 1994, als ich mir das erste mal Gedanken über dieses Thema machte. Nun gut, außer dem Willen, so etwas zu bauen, hatte ich erst mal nichts Brauchbares in der Hand. So machte ich mir also erst mal in meinem Kopf einen Plan. Heute kann ich sagen, dass meine ersten Ideen und das, was letztlich dabei herausgekommen ist, gar nicht soweit auseinander lagen. Aber der Reihe nach. Das für mich größte Problem war eigentlich, mit welcher Drehzahl und mit welchem Übersetzungsverhältnis ich arbeiten sollte. Dieses Problem löste sich, als ich jemanden kennenlernte, der sich schon viel früher mit diesem Thema auseinander gesetzt hatte. Leider konnte ich nichts weiter von seinen Ideen verwenden, da sie doch erheblich von meinen eigenen abwichen. Das, was ich aber brauchte, hatte ich und so konnte ich mich an die Arbeit machen.

Es stand von Anfang an fest, dass ich mit verschiedenen Boiliedurchmessern arbeiten wollte und so musste ich auch dieses in der Konstruktion berücksichtigen. Ich kann euch sagen, das dieses "Unternehmen" eine echte Herausforderung war. Zu eurer Information, ich bin von Beruf Werkzeugmacher und habe auch einen Abschluss als Elektrofachkraft. Ich war also, was dieses Projekt betraf, in einer optimalen Ausgangslage. Durch die Möglichkeiten, die ich in meiner Firma habe, ist es mir nach und nach gelungen, meinen Traum von einer eigenen funktionierenden Boiliemaschine zu verwirklichen. Was euch im Folgenden erwartet ist, eigentlich das Ergebnis und der Weg, wie man dort hin gelangen kann. Mir ist selbstverständlich bewusst, das nicht jeder von euch die Möglichkeit hat, diese Maschine selbst zu bauen. Aber Angler waren von jeher einfallsreich und so denke ich, dass es immer einen Weg gibt, wo nur ein Wille ist!

Um auf die schon angesprochene Drehzahl des Antriebmotors und die Übersetzungsverhältnisse zurückzukommen: mit welchem Motor ihr letztlich arbeitet, ob 230V oder 400V, hängt davon ab, welche Anschlüsse ihr zu Hause habt. Wichtig ist, dass die angetriebene erste Welle bzw. Walze eine Drehzahl zwischen 250 und 350 U/min hat. Über die Riemenscheiben wird dann die Drehzahl der zweiten Walze geregelt. Bei mir ist dieses Verhältnis 2:1, d.h. beide Walzen drehen sich in dieselbe Richtung und die vom Motor angetriebene Walze läuft doppelt so schnell wie die andere. Verstanden? Gut, alles klar!

Jetzt noch einige Worte zu den Walzen. Die hier zum Einsatz kommenden Walzen sind aus PVC, haben einen Außendurchmesser von 100 mm, einen Innendurchmesser von 40 mm und eine Länge von 400 mm. Für die verschiedenen Boiliedurchmesser könnt ihr euch folgende Formel merken: egal welchen Boiliedurchmesser ihr herstellen wollt, ihr müsst immer 5 % des Durchmessers von der Einstechtiefe abziehen, um runde Baits zu bekommen. Dazu ein Beispiel: Boiliedurchmesser 10 mm minus 5 % = 9,5 mm. Diese 9,5 mm werden dann beim Drehen mit einem 10 mm Formstahl in das PVC eingestochen. Bei jedem anderen Durchmesser verhält es sich genauso. Für 14 mm Baits also 13,3 mm, usw.
So, nun denke ich, dass ich genug geschrieben habe. Die Bilder und Zeichnungen auf den kommenden Seiten können euch hoffentlich helfen, dass auch ihr in den Genuss einer solchen Maschine kommt.

Uwe Rädel

Dank der Mühe von Jürgen Marterer könne wir die Pläne außerdem noch in weiteren Dokumenten Formaten anbieten. An dieser Stelle ein großes Dankeschön für die erstklassige Arbeit! Eine Anleitung für den Zusammenbau der Maschine gibt es in der nächsten Ausgabe, alternativ können Sie alles in der carp connect Ausgabe 9 nachlesen.

 

Im folgenden Artikel findet ihr eine eine Übersicht der einzelnen Bauteile für die Boiliemaschine: