Alte Ruten fangen besser
Es ist wieder einmal Spätherbst. Nach dem Zuschlagen der Autotür sind in der plötzlich einsetzenden Stille die monotonen, kehligen Schreie von Zugvögeln zu hören, die sich in wärmere Gefilde aufmachen. In den Niederungen hat sich in der Nacht dichter Nebel gesammelt, der sich auch zur Mittagszeit kaum auflösen will. Ein Großteil der Bäume am Gewässer ist in kräftiges rot und orange gehüllt oder hat seine Blätterpracht bereits abgeworfen und als dichten Teppich auf dem regungslosen Wasser verteilt.
Ein wenig melancholisch, aber wunderschön. Da meine Freizeit momentan für eine Wochenend-Session nicht ausreicht habe ich vor, den Friedfischen fremdzugehen und mich, mit leichter Spinnrute und Wathose, auf die Suche nach ein paar Barschen zu machen. Nach einigen Gestreiften und einem Hecht in Bleistiftgröße, ich bin inzwischen um den halben See marschiert, bietet sich mir am Ufer ein beeindruckendes Bild: Vor dem Hintergrund des stillen Wassers steht ein massives Doppelwandzelt Größe „Kölner Dom“. Von einer 20-Liter-Gasflasche läuft ein kurzer Schlauch unter dem Außenzelt hindurch nach Innen, von wo das gemütliche Zischen einer laufenden Heizung zu hören ist.
Daneben steht ein edler 3-Bein-Pod aus Edelstahl, auf dessen Funkbissanzeigern drei mit überdimensionierten Baitrunnern versehene 13-Fuß-Ruten auf der Lauer liegen. Die Ruten sind selbstverständlich alle identisch und sündhaft teuer: Edelstahlkappen- und Zapfenabschlüsse, riesige SIC-Ringe und eine Lackierung wie bei einem Steinway-Konzertflügel über feinstem Karbongeflecht sprechen für sich. Die Ruten werden durch einen passenden Kescher mit schön lackiertem Karbonstab ergänzt, der auf einem großen Schlauchboot mit festem Boden und E-Motor auf seinen Einsatz wartet. Respekt! Ein lebendig gewordenes Werbefoto aus einem Tacklekatalog liegt vor mir.
Das ganze Setup kostet sicherlich deutlich mehr als ein durchschnittlicher Gebrauchtwagen und steht an einem See, wo der größte bekannte Fisch gerade 26 Pfund auf die Waage gebracht hat. Der Besitzer der Ausrüstung hat meine Anwesenheit natürlich bemerkt und stellt sich beim folgenden Schnack als freundlicher und aufgeschlossener Zeitgenosse heraus, der bei vielleicht zehn Grad Wassertemperatur leider noch keinen Run hatte. Verständlicherweise ist er sehr stolz auf sein zusammengespartes Tackle, von dem das vor mir aufgebaute Set nur einen kleinen Teil darstellt: Der Kollege hat zuhause noch drei weitere Rutensätze, andere Rollen, Ersatzbissanzeiger, zwei kleinere Zelte usw.!
Ich muss neidvoll zugeben, dass so ein erlesenes Angelgerät wirklich was her macht. Aber fängt das alles denn nun wirklich mehr Fisch? Mit einem einfachen ja oder nein ist diese Frage nicht zu beantworten. Auch wenn sich meines Wissens bislang noch kein Karpfen aus reiner Ehrfurcht vor den am Ufer zusammengetragenen Vermögenswerten zum Anbiss genötigt fühlte, übt eine gute Grundausrüstung zumindest indirekt positiven Einfluss auf den Angelerfolg aus. Unbestritten ist dies bei Zelt, Liege und Schlafsack: Wer es trotz Dauerregen, niedrigen Temperaturen oder Mückenplagen über längere Zeiträume hinweg am Wasser aushält, wird sein Gewässer öfter und länger, eventuell das gesamte Jahr hindurch beangeln. Demzufolge wird ein gut ausgestatteter Angler sein Gewässer schneller „lesen“ lernen und bessere Ergebnisse erzielen können.
Wer sich rundum wohl fühlt und nicht durch Rückenschmerzen zum Rückzug getrieben wird, weil die Billigliege hoffnungslos durchhängt, bleibt ganz einfach länger und kommt häufiger wieder. Aber braucht man gleich mehrere Zelte zur Auswahl? Und sind mehrere Sätze Ruten und Rollen wirklich fangentscheidend oder vielleicht – wie ketzerisch - sogar kontraproduktiv für unseren Fangerfolg? Das soeben bestaunte, hochmoderne Camp lässt mich unwillkürlich an einen völlig anders ausgerüsteten Angler zurückdenken, der mir vor Jahren meine wichtigste Lektion zum Thema Tackle-Fetischismus erteilte, ohne dies zu beabsichtigen. Damals hatten ein Angelpartner und ich nach den ersten Jahren der Karpfenangelei mit billigen Steck- und Teleruten, so wie Überraschungsei-Bissanzeigern gerade voller Stolz unsere ersten kompletten Sätze Karpfenruten und Baitrunner-Rollen erworben und diese auf unseren neuen Pods mit elektronischen Bissanzeigern aufgebaut.
Wir fühlten uns nun endlich als vollwertige Karpfenangler, denen die Fische fortan mühelos in den Kescher zu schwimmen hätten. Denkste! Während der ereignislosen Nacht war allerdings aus der Ferne mehrmals das Piepen eines Bissanzeigers zu uns gedrungen, so dass ich mich am nächsten Morgen auf die Suche nach dem offensichtlich erfolgreicheren Kollegen machte. Nach kurzer Wanderung stieß ich auf einen spartanisch ausgerüsteten Angler mittleren Alters, der auf einem mit allerliebstem Blumenmuster verzierten Baumarkt-Gartenstuhl unter einem 1,50 Meter-Schirm saß. Neben ihm stand neben einem roten Rucksack mit etwas Tackle und Proviant nur noch ein alter Malereimer mit selbst gedrehten Ködern, auf dem ein kleines Radio leise Schlagermusik von sich gab. Zusätzlich war ein Sammelsurium aus diversen Steckruten zu bestaunen, welche im Flachwasser einzeln in alle Himmelsrichtungen zeigend auf einfachsten Banksticks mit Billigpiepern platziert worden waren. Ein Anblick für die Götter, dachte ich mir in meiner Arroganz: Gesamtwert vielleicht 300 Mark.
Keine Konkurrenz zu uns versierten und perfekt ausgerüsteten „Carp Huntern“ also! Glücklicherweise bemerkte der nette Kollege nicht, dass ich sein Tackle - und damit leider auch seine Person - mitleidig belächelte. Es entspann sich ein freundliches Gespräch, in dessen Verlauf sich zu meinem Erstaunen zunächst herausstellte, dass mein Gegenüber mit dieser Kochtopfanglerausrüstung in der Nacht drei Fische bis 14 kg gelandet hatte! Zusätzlich verzichtete der Kollege ganz bewusst auf ein Pod, um die Ruten nach dem Auswerfen einzeln unmittelbar auf die Hakenköder ausrichten zu können und somit die an schwierigen Gewässern ungemein wichtige feinste Bissanzeige zu erreichen. Die auf unseren Pods parallel ausgerichteten Ruten sahen zwar sehr fotogen aus, aber der zaghafte Biss eines vorsichtigen Fisches verursachte bei uns, wie ich später leider bestätigen musste, in der Tat meist nur eine Krümmung der Rutenspitze, ohne dass der Bissanzeiger etwas von dieser Aktivität mitbekam.
Weiterhin stellte sich im Gespräch heraus, dass mein Gegenüber ein ernsthafter Großfischangler war, der sein Geld jedoch nicht in immer neue Ausrüstung, sondern bevorzugt in Angelreisen steckte, da ihm das Angeln an rekordverdächtigen Gewässern mit altem, aber funktionstüchtigem Tackle sinnvoller erschien als jede Saison mit neuen Ruten am gleichen Teich aufzutauchen. Da ich zu diesem Zeitpunkt immer noch auf der Suche nach meinem ersten 25-Pfünder war, traf mich diese Aussage wie ein Schlag ins Gesicht. Als der Kollege noch in seinen Rucksack griff und mit mir sein Photoalbum durchging, war ich stellenweise sprachlos. Oh mein Gott! Da gab es zu sehen: Riesige Karpfen aus dem Cassien und anderen französischen Sagengewässern. Anderthalb Meter Muskies aus Kanada. Monsterbarben, einige schöne Karpfen und einen dicken Waller aus dem letzten Spanientrip, nur übertroffen von einem Stör mit bestimmt 500 kg aus dem schwarzen Meer.
Ich war erschüttert! Noch kurz zuvor hatte ich nur ein arrogantes Lächeln für diesen Kerl und sein Tackle übrig gehabt und nun das! Statt immer neue Superausrüstung zu kaufen und dann mangels Kohle Dauergast an lokalen Kleinfischgewässern zu sein lieber die vorhandene Ausrüstung pflegen und jahrelang fischen, um sich stattdessen Angeltrips auf Monster in aller Welt zu leisten! Ein simples Konzept mit erstaunlichem Erfolg! Mit schlechtem Gewissen wegen meiner vorschnell festgelegten Meinung verabschiedete ich mich mit glühenden Ohren wieder in das Camp der ach so versierten und perfekt ausgerüsteten Carp Hunter mit den neuen Ruten und den bislang enttäuschend dünnen Photoalben. In den folgenden Jahren wurden mir einige Gründe für den oft zu beobachtenden „Tackle-Fetischismus“ klar. Zunächst einmal macht es vielen Menschen einfach Freude, ihrem Hobby mit möglichst hochwertigem Gerät nachzugehen.
Natürlich fängt eine teure Steckrute nicht mehr Fisch als die alte Telerute, aber der Drill macht an der filigranen Steckrute eindeutig mehr Spaß. Aus dem stolzen Gefühl heraus, mit erstklassiger Ausrüstung zu fischen und, sicherlich kein unwichtiges Element, mit dieser Ausrüstung neidische Blicke von den Kollegen zu ernten, erwächst bei einigen Karpfenanglern dann ein massiver Sammeltrieb. In dieser Form wahrscheinlich bei kaum einer anderen Anglergruppe anzutreffen. Ähnlich wie bei Modelleisenbahnern, die auf ihrer Anlage zwar nur Platz für maximal neun Züge haben und trotz der weiteren 100 Modelle, die sich bereits in der Vitrine tummeln, unbedingt noch das limitierte Jubiläumsmodell der „Adler“ mit Blattgoldapplikationen für „nur 1.295,99 € zzgl. Versand“ haben müssen, sammeln einige Karpfenangler mit Begeisterung soviel Tackle, dass sie nach wenigen Jahren genug Ausrüstung für drei bis vier weitere Angler angehäuft haben.
In England gibt es deshalb Karpfenausrüstung bereits per Kredit über die Hausbank zu kaufen; eine Entwicklung, die auch uns sicherlich nicht verschonen wird. Es scheint fast, als ob ein beträchtlicher Anteil unserer Ausrüstung nicht wirklich zur Verbesserung der Fangchancen erworben wird, sondern, wie auch die sinnfreie Aufrüstung eines alten Asconas auf 500 PS oder das „Modden“ eines PCs für die nächste LAN-Party, als Teil eines Imponiergehabes gegenüber Freunden und Gleichgesinnten gesehen werden kann. Bei der Angelausrüstung habe ich mir angewöhnt, das angebotene Merchandise gedanklich in drei Gruppen aufzuteilen: Zum einen die „Software“, d.h. alles was an Verbrauchsmaterial zum Fischfang benötigt wird (Schnur, Haken, Vorfächer, Köder, Benzin, Angelkarten usw.). Das eigentliche Tackle, also die „Hardware“, unterteile ich nochmals in „defensive“ Hardware, also alles was nicht zum Fischfang direkt, sondern zum komfortablen Ausharren am Wasser genutzt wird (Zelte, Liegen, Stühle, Kocher, Schlafsäcke etc.) sowie in „offensive“ Hardware, also das direkt zum Fischfang benötigte Gerät (Echolot, Ruten, Rollen, Bissanzeiger und Pods).
Ein durch einen Sammeltrieb ausgelöstes Aufrüsten der Hardware im defensiven Bereich hat in den meisten Fällen keine negativen Auswirkungen auf den Fisch, also soll der geneigte Tackle-Fetischist Ausrüstung sammeln soviel sein Herz begehrt - die Industrie wird’s danken. Eine krasse Ausnahme in Bezug auf die Fischsicherheit stellen jedoch Neukäufe im offensiven Sektor, insbesondere von Angelruten und -Rollen dar: Wer oft neue Ruten und Rollen kauft, hat meist kaum genügend Möglichkeiten, um die spezifischen Fähigkeiten, die Vorteile und Schwächen, das Verhalten seiner neuen Kombination unter Belastung hinreichend kennenzulernen und anhand der gesammelten Erfahrung, sein Drillverhalten entsprechend abzustimmen. Man wird mit neuen Ruten mehrere Jahre sogar weniger erfolgreich sein.
Es werden zunächst sowohl Fische verloren gehen, weil man sich fälschlicherweise nicht traut mehr Druck zu machen und der Fisch ins nächste Hindernis entkommt, als auch weil man mangels Erfahrung zuviel Druck aufbaut und der Fisch ausschlitzt. Erst nach einer Anpassungsphase wird man das Verhalten der Ruten soweit kennen gelernt haben, dass man zuverlässig einzuschätzen weiß, wie man sich im Drill zu verhalten hat. Also Achtung: Neue Ruten fangen in den ersten Jahren nicht mehr oder wenigstens gleich viel Fische, sondern eher weniger! Ein Beispiel: Vor ca. 10 Jahren kamen die ersten „Long Distance“-Ruten in Mode und jeder Karpfenangler, der etwas auf sich hielt, brauchte nun unbedingt einen Satz steifer 13-Fuß-Ruten mit mindestens 3,5 Pfund TC und Spitzenaktion, welche mit maximal sechs, lieber noch fünf Ringen bestückt waren, um möglichst wenig Reibung beim Wurf zu erzeugen.
Leider warf kaum einer wirklich mit diesen Dingern, da bei Entfernungen über 100 Metern die Montagen aufgrund der besseren Präzision dann doch lieber wie gehabt mit dem Boot ausgebracht wurden. Außerdem mussten wir stolzen Besitzer recht schnell feststellen, dass unsere hoch spezialisierten Wurfmaschinen eigentlich nur das Werfen wirklich besser und die viel wichtigere Aufgabe des gefühlvollen Drills weitaus schlechter beherrschten als die alten Ruten, an die wir uns in vielen Jahren gewöhnt hatten und bei denen wir genau wussten, ob man im Drill noch etwas mehr Druck machen durfte ohne einen Ausschlitzer zu provozieren oder nicht. Schnurbrüche und verletzte Karpfen häuften sich, bis wir für die neuen Ruten endlich ein wenig Gefühl entwickelt hatten und lernten, den Fisch unter der steifen Rute so vorsichtig in Richtung Kescher zu führen wie ein Baby an seinem Nuckel.
Neben dem innovativen Aussehen der Ruten und den phänomenalen Wurfeigenschaften hatte der Wechsel auf diese Ruten meist wenig Vorteile erbracht. Ich fische deshalb seit fast acht Jahren einen einzigen Satz sensibler 2,25-Pfund-Ruten mit neun Ringen und durchgehender (progressiver) Aktion, um eine möglichst harmonische Kraftverteilung und einen gleichmäßigen Zug auf den Haken während des Drills zu gewährleisten. Ich bevorzuge fast immer, auch wenn große Fische zu erwarten sind, meinen vertrauten, in „Fleisch und Blut“ übergegangenen Satz Zweieinviertelpfünder. Nur wenn es bei größeren Bleigewichten oder vermehrter Hängergefahr unbedingt nötig wird, greife ich auf einen Satz 2,75-Pfund-Ruten zurück; weitere Rutenmodelle benötige ich nicht und werde ich, solange meine Ruten halten, auch nicht kaufen. Aufgrund der gemachten Erfahrungen bemühe ich mich, meine Käufe möglichst an folgendem Muster auszurichten: Software MUSS gekauft werden, so oft und so hochwertig wie es nur geht. Defensive Hardware KANN gekauft werden, auch wenn sie nicht wirklich benötigt wird.
Offensive Hardware WIRD NICHT gekauft, solange nichts kaputtgegangen ist. Fazit: Wenn neben der Erholung und dem Erleben weitgehend ungestörter Natur der Fangerfolg ein wichtigeres Kriterium für unser Hobby darstellen soll als neidische Blicke von finanziell weniger gesegneten Kollegen, verdient unsere Ausrüstung intensive Pflege, um möglichst lange zu halten und uns Luft für viel wichtigere Anschaffungen zu lassen. Es lohnt sich finanziell ebenso wie fangtechnisch, insbesondere seine offensive Hardware so lange zu erhalten, bis diese sich im Drill so natürlich anfühlt wie der eigene Arm.
Neues sollte nur gekauft werden, wenn ein Teil der alten Ausrüstung den Geist aufgibt. Dann aber, so zumindest meine Erfahrung, am besten gleich das Beste, was für Geld zu haben ist! Generell gilt: Viel wichtiger als brandneue Hardware sind im Allgemeinen für den Fangerfolg: Das richtige Gewässer, eine perfekte Stellenwahl sowie einwandfreie Köder und Köderpräsentation. Es erscheint weitaus sinnvoller, das mühsam ersparte Geld in Fahrten an wirklich „gute“ Gewässer und entsprechende Angelberechtigungen als in nicht benötigte Hardware zu investieren. Ein modernes Echolot, eine Taucherbrille und vielleicht ein GPS ermöglichen es uns, wirklich gute Stellen eines Gewässers zuverlässig ausfindig zu machen und, ganz wichtig, bei einem erneuten Besuch problemlos wieder zu finden. Verwendet die besten Baits, die ihr kriegen könnt! Damit meine ich nicht unbedingt die teuersten Readymades oder Fertigmixe, sondern Köder, die ernährungsphysiologischen Sinn machen und möglichst hochwertige und frische Zutaten in sinnvollen Mengenverhältnissen enthalten.
Wichtig ist hier neben den Proteinen insbesondere ein entsprechend hoher Fettgehalt. Fette lassen sich leider schlecht konservieren, weshalb die Frische der Zutaten einen entscheidenden Faktor der Ködergüte darstellt. Kommerzielles Karpfenzuchtfutter beginnt nach ca. sechs Monaten durch Fettoxidation zu verderben. Gäbe es eine Möglichkeit, weniger verderbliches Futter gleicher Effektivität einzusetzen, käme dieses zur Kostenreduzierung in der Zucht selbstverständlich auch zur Anwendung.
Das sämtliche Fischzüchter lieber den logistischen und finanziellen Aufwand für den wiederholten Transport und die kühle Lagerung ihrer verderblichen Futtermittel auf sich nehmen, anstatt sich mit einem Fünf-Jahres-Vorrat an haltbarem Futter einzudecken sollte uns einiges über Angelköder sagen, die man über Jahre lagern kann. Steckt jeden Cent, den Ihr erübrigen könnt, in weitere „Software“ wie neue Haken, Vorfächer und Schnur.
Teure Ruten nützen nichts, wenn zehn Meter vor dem Haken die Schnur reißt, weil man zu faul oder zu geizig war, um zweimal pro Saison neu zu bespulen oder die Schnur nach jedem Fisch zu kontrollieren. Das Credo, das ich mir immer wieder herbete lautet: „Kraftstoff, Karten und Köder! Kraftstoff, Karten und Köder! KRAFTSTOFF, KARTEN UND KÖDER!“ Vielleicht hilft dieses Mantra ja dem einen oder anderen gefährdeten Karpfenangler ebenfalls, einen akuten Anfall von Tackle-Fetischismus zu überwinden. Kraftstoff (für Fahrten an hervorragende Gewässer), Karten (die entsprechend teuren Genehmigungen) und Köder (frische, hochqualitative Futtermittel) bringen im Gegensatz zu neuen Ruten definitiv mehr Fisch.
Und wer auf neidische Blicke nicht ganz verzichten mag: Die erntet er spätestens dann wieder, wenn er mit anderen Anglern sein prall gefülltes Photoalbum durchblättert.
Cheers, Jens






