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Novembertage! Karpfenangeln im Spätherbst

Von Stephan Graf / Dezember 2011

Endlich ist es soweit, die Mücken sind weg die anderen Angler werden zum Glück auch immer weniger, mein Rutenfutteral glitzert, ihr wisst schon ich meine die Jahreszeit, wo die meisten von euch vorm Fernseher oder vor der Heizung sitzen: Richtig, die Rede ist von meiner 2 Lieblingsjahreszeit.

Der November - Nebel, kalte Nächte und dicke FischeHerbst: Kann los gehen, wurde auch höchste Zeit ich hab die nächsten Tage Urlaub, und bin an eins meiner Hausgewässer unterwegs. Es ist Mitte November und an der Zeit ein paar Bartelträger auf die Matte zu legen. Da wir seit 14 Tagen einen stabilen Luftdruck haben, bin ich guter Dinge, auch wenn das das Wetter am Tag mir als etwas zu schön erscheint.

Am Wasser angekommen heißt es erst mal aufatmen, mein anvisierter Angelplatz ist wie erwartet frei, also in aller Ruhe auspacken und alles startklar machen, ich habe Zeit und das Wetter auf meiner Seite, auch wenn mir ein leichter kühler Nordwestwind ins Gesicht weht, Bewegung auf dem Wasser kann nicht schaden. Neben dem Köder kommt natürlich der Location größte Bedeutung zu, ich messe auf meiner Gewässerstrecke zwei unterschiedliche Temperaturen zwischen 6-8 Grad Celsius, die 8-Grad Zone müsste laufen.

Schon bald sind die Ruten rausgebracht und der Spot mit wenigen Leckerlis bestückt, dann kehrt erst mal Ruhe ein. Der kalte, klare Tag vergeht schnell, genau wie die erste Nacht. Die Lufttemperatur ist kurz vor dem Gefrierpunkt. Die Zeltheizung spendet wohlige Wärme, doch die schleimigen Biester die sich Brassen nennen, sind bemüht sie mir zu nehmen! Nach etlichen unerwünschten Beifängen, kann ich in der zweiten Nacht endlich meinen ersten Zielfisch der Session verhaften, ein Bildschöner Herbstspiegler von 20 Pfund.

Ein dicker Spätherbdt-Spiegler. Der November hat es oft...Ich lichte den Fisch ab, dann darf er weiter schwimmen. Abgesehen von weiteren Schleimer, vergeht der nächste Klare kalte sonnige Novembertag ohne Karpfenaktivität, aber dabei soll es nicht lange bleiben. Mitten in der Nacht, erwacht meine Long-Distance Rute, die ich sorgfältig an einer steilen Kante direkt hinter der Fahrrinne abgelegt hatte zum Leben um mir mit einem gleichmäßigen Dauerton den nächsten Biss zu signalisieren.

Da ich die Montage auf einer relativ großen Entfernung platzierte, dauerte es auch entsprechend bis ich meinem Gegenüber näher komme, was für ein geiles Feeling: da stehe ich in der Eiseskälte, mutterseelenallein auf einem Riesengewässer mit Krummer Rute im Boot und pumpe mich in Richtung Fisch. Dass ich ein gestandenen Kämpfer gehakt habe merkte ich bereits während des Drills.

Beim Keschern bestätigt sich der Verdacht, vor mir liegt ein strammer makelloser Schuppi, die Wiegenadel bleibt bei 15kg stehen. Jetzt war ich putzmunter ich machte mir zur Belohnung ein Bier auf und genoss diesen Moment!

Die niedrigen Temperaturen waren schnell vergessen, und ich machte noch ein paar Fotos von dem Fisch, dann entließ ich den Schuppman umgehend wieder in sein Element.

...in sich! Bei solchen Schuppies bleibt man auch in kalten Nächten gerne draußen!Es kehrte wieder Ruhe ein - kein Kahn, kein Biss absolute Ruhe! Längst bin ich wieder im wärmenden Schlafsack eingeschlafen, als ca. 4 Stunden später der nächste Karpfen die Nachtruhe unterbricht:

Der Herbst ist neben dem Frühjahr die schönste Jahreszeit um meiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Gründe gibt es reichlich, aber einer der Hauptgründe ist die ruhe am Wasser, die ich nur mit den Seebewohnern teilen muss, die Jahresuhr ist weit fortgeschritten und zeigt ihre prächtigsten Farben.

Genau wie meine Zielfische. Die Karpfen wurden das ganze liebe lange Jahr über mit Futter katapultiert, und weil Naturnahrung im Sommer sowieso in rauen Mengen vorkommt, wurde so mancher Hakenköder mangelnder Beachtung geschenkt. Mir selber fällt es ja auch nicht immer leicht an einem reich gedeckten Buffet den Anfang zu machen.

Das Nahrungsangebot ist sehr umfangreich, ganz im Gegenteil zu den zu Verfügung stehenden Angelstellen, da geht es manchmal nur mit anstellen!

Abgesehen davon fange ich trotzdem ein Drittel meiner Karpfen in der wärmeren Jahreshälfte. Natürlich fängt man mit den Richtigen Ködern am richtigen Platz, jede Menge Karpfen, ganz unabhängig von der Jahreszeit.

Stephan Graf