Mein erstes Jahr im Karpfenfieber
Im Oktober 2009 begann alles. Mein bester Freund lud mich ein mit ihm und einem Gleichgesinnten eine Nacht mit an den See zu gehen, um mir mir das Karpfenangeln einmal näher bringen. Er montierte mir die Rute und ich sah dabei aufmerksam zu, anschließend warfen die Monatge samt Köder aus. Wir erzählten bis spät in den Abend hinein, bis sich auf einmal meine Glocke bemerkbar machte. Ich war total erschrocken. Die beiden riefen nur ,,Mischaaa, looos!“ Ich rannte zur Rute und schlug an. Ich zitterte am ganzen Körper und war total aufgeregt. Immer wieder gaben die beiden mir Tipps was zu tun ist und so konnte ich nach einem wirklich langen Drilldann einen schönen 16 Pfund schweren Schuppi in meinen Händen halten.
Von diesem Tage an hatte mich das Karpfenfieber voll gepackt! Dann stand mein Geburtstag und Weihnachten vor der Tür. Es war wohl klar was auf meinem Wunschzettel stand. Eine komplett neue Angelausrüstung musste her. Da dieses Hobby nicht sehr billig ist taste ich mich Schritt für Schritt nach vorne. Im Januar bin ich dann zum ersten Mal mit meinem neuen Tackle los. Es waren drei Nächte die ich insgesamt im Januar und Februar mit Marco am See verbrachte, leider ohne jeglichen ohne Erfolg. Es war noch zu früh und so tasteten wir uns immer langsam in den März. Es ging an einen See in den wir große Hoffnung steckten. Wir waren optimistisch was das Fangen der Fische anging, da das Wasser hier im Frühjahr schneller an Temperatur gewinnt als andere Seen. Den März fischten wir so den größten Teils an diesem See. Das Vertrauen belohnte uns mit wirklich schönen Fischen. Mein erstes Ziel - einen Spiegler über 25 Pfund zu fangen - war damit schon früh erreicht. Das Highlight denke ich aber war ein wunderschöner Fully-Scaled, kein Riese aber trotzdem ein super Fisch.
Dann aber kam die Zeit an der wir zu unserem Hauptgewässer wechselten. Wir fütterten dort lange und gezielt an eine Stelle unsere Spots. Dies zahlte sich dann auch gegen Anfang endlich April aus. Wir waren relativ erfolgreich und ich lernte immer mehr von Marco dazu. Das letzteAprilwochenende entschloss ich mich dazu eine Nacht allein zu gehen , da ich einen Tag eher frei hatte als Marco und so ein langes Wochenendevor der Tür stand. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl bei der Sache. Am Abend schlug ich mein Lager für die nächsten Tage auf, ich war etwas nervös da es eine neue Situation für mich war, alleine am See zu sein und nur auf mich allein gestellt war.
Als die Ruten ausgelegtwaren legte ich mich schlafen. Durch die neuen, doch sehr ungewohnten Geräusche war es nicht so einfach einzuschlafen. Ehrlich gesagt, ich hatte solche Angst das ich nicht einschlafen konnte. Dann aber siegte irgendwanndoch die Müdigkeit und ich schlief ein. Dies sollte nicht lange währen. Der Dauerton meines Bissanzeigers riss mich aus dem Schlaf. Ich eilte sofort zur Rute um Kontakt zum Fisch aufzunehmen. Nach einem tollen Drill konnte ich einen kleinen Schuppi fangen. Sofort wurde die Rute neu bestückt und zurück auf den Spot gelegt. Ich legte mich zurück in den Schlafsack mit einem tollen Gefühl, das Schlafen fiel mir jetzt wesentlich leichter.
Ohne Problem schlief ich nach wenigen Sekunden wieder ein, doch wieder einmal hielt der Schlaf nicht lange an. Der Dauerton weckte mich wieder und ich nahm wieder die Rute auf, doch dieser Drill dauerte nicht lange, da mir der Fisch ausschlitzte. Dies kann halt mal passieren dachte ich mir und so legte ich die Rute schnell wieder aus und ich mich schlafen. Wieder hat es nicht lange gedauert. Wieder dieselbe Rute, dieses Malgestaltete sich aber alles anderes. Ich lieferte mir einen spannenden Drill mit einem netten 25 Pfund Schuppi. Am frühen Vormittag meldete sich Marco aus der Schule und ich erzählte ihm von der ereignisreichen Nacht und das er schnell nach der Schule vorbei kommen soll um ein Foto zumachen. In diesem Moment bekam ich einen Vollrun und legte sofort auf. Ich nahm die Rute direkt auf und konnte wenig später einen mittleren Schuppi fangen. Als Marco dann am Mittag eintraf machten wir schnell ein paar Fotos.
Danach fuhr er nach Haus und kam am Nachmittag samt Tackle wieder zum See. Ich war natürlich bester Laune und berichtete nochmals ausführlich über die letzte Nacht. Die nächste Nacht verlief dann sehr ruhig. Am Morgen wachten wir auf und frühstückten bei wunderschönem Wetter. Von unregelmäßigen Piepern wurden wir unterbrochen. Immer wieder meldete sich der Bissanzeiger mit kurzen Piepern. Ich nahm die Rute auf und kurbelte ein. Nix dran, dachte ich, doch dann gab es eine schlagartige Flucht meines Gegenübers. Marco machte sich klar und standbereits mit dem Kescher im Wasser um unseren Freund in Empfang zu nehmen. Der Fisch kam hoch und ich bin fast umgekippt als ich seine Bauchflanke sah. Ich rief nur ,,Marco, Marco, das ist der Zeiler!“ Er wollte mir es nicht glauben und sagte das kann nicht sein – bis er Ihn dann selber im Kescher bestaunen durfte. Es war ein unglaubliches Gefühl solch einen Fisch fangen zu dürfen. Einen wunderschönen Zeiler von 30 Pfund. Ein absoluter Traumfisch!
Dann folgten viele kurze Sessions mit akzeptablem Erfolg. Im Sommer kamen dann Marco, ein weiterer Kumpel und ich auf die Idee eine Session zusammen zu starten. Diese Idee wurde dann auch schnell in die Tat umgesetzt. Wir trafen uns an einem sonnigen Freitag am See. Es war ein super Wetter für unsere Verhältnisse, aber auch für die Karpfen? Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und unser Kumpel zog einen nach dem anderen aus dem Wasser. Es waren nicht die großen aber trotzdem haben auch diese Fische sehr viel Spaß bereitet.
Am ersten Morgen dann durfte ich dann gleich einen Mega-Erfolg Fisch für mich verbuchen. Ein Two-tone Schuppi von stattlichen 35 Pfund. Mein Personal Best war mit einem weiteren Fisch der „Créme de la Créme-Sorte“ gebrochen worden. Unglaublich!
Etwa drei Wochen später war es dann endlich soweit. Die so sehr ersehnten Sommerferien waren da. Sechs Wochen lang nichts von der Schule hören und sehen, ein Traum. Marco und ich hatten eine einwöchige Session an einem See in unserem Raum geplant. Sie war lange geplant und eigentlich stand uns überhaupt nichts mehr im Weg. Außer das die letzten zwei Tage heftige Orkanböen unser Dorf fest im Griff hatte. Dann aber war Mittwoch. Der Tag begann genauso wie ich es schon Monate vor Augen hatte: Sonnenschein und es war lecker warm.Ab aufs Rad und sofort zum See die Stelle sichern. Alles hatte geklappt, Marco wartete schon sehnsüchtig auf mich. So lösten wir uns ab und er konnte fix nach Hause fahren und sich samt Tackle zum See fahren lassen. Danach ging mein Weg auch nochmals nach Haus Auto packen und los.
Aber dann wurde es schwarz am Horizont. Meine lieben Eltern bestanden darauf, dass ich diese Nacht zu Hause verbringen sollte. Ich stand in ständigem Kontakt zu Marco der am See saß und alles sturmfest machte.Er konnte sich in Sicherheit bringen ehe es anfing wie aus Eimern zu schütten. Dann aber Licht am Ende des Tunnels: Ees sah so aus als würde das Wetter sich aufziehen.Nach langem hin und her überredete ich meine Eltern dann doch noch mich an den See zu fahren, zu perfekt hatte dieser Tag begonnen und ich konnte ihn nicht so enden lassen. Am See angekommen musste ich mein Tackle durch das hohe und durchnässte Gras zur unserer Stelle tragen.
Als ich alles da hatte baute ich dann alles schnell auf, Ruten raus und dann durften Marco und ich einen prächtigen Regenbogen bewundern. Toll was die Natur so alles hergibt! Mit einem sehr guten Gefühl ging es dann auch schlafen. Die Woche verflog förmlich wie im Flug und ich hatte die ganze Zeit das Pelzer Jugendangeln vor Augen. Insgesamt konnte ich meinen Personal-Best erneut ausbauen und noch den ein oder anderen schönen Fisch für mich verbuchen. Auch Marco ging nicht leer aus. Am Ende dieser Woche bekamen wir dann überraschenden Besuch von Jörg Siegert und Sebastian Hopf. Die beiden waren mir direkt sympathisch und wir erzählten eine ganze Weile und bekamen noch ein paar Tipps mit auf den Weg.
Am zweiten Wochenende ging es dann endlich los. Das Pelzerjugendangeln, ich war einer der glücklich auserwählten der an diesem Event teilnehmen durfte. Als ich am See ankam wurde ich nett von Markus begrüßt.Das Zelt wurde aufgebaut und die Ruten bestückt und ab ging die Post. Wir wurden bestens versorgt und ich durfte den wohl bisher spannendsten Drill meines jungen Anglerlebens von einem Boot aus erleben. Es war ein gigantischer Moment für mich. Es war ein so tolles Erlebnis das ich niemals mehr in meinem Leben vergessen werde. Ich habe neue Kontakte geknüpft und sehr viel Neues dazu gelernt. Ich bin allen Verantwortlichen sehr dankbar. Dankeschön auch nochmal an dieser Stelle!
Ende August fand ich mich mit Marco wieder an dem See ein, an dem wir schon in der ersten Sommerferienwoche saßen. Dieses Mal an einer anderen und viel versprechenderen Stelle. Es waren zwei Nächte in der ich einen Spiegler von 27 Pfund fangen konnte. Dann standen schon die Herbstferien vor der Tür. Es zog uns noch einmal an den See des Sommers. Trotz des hohen Angeldrucks wollten wir unser Glück nicht unversucht lassen. Es brachte uns aber nichts ein außer zwei schöne Tage die wir zusammen verbracht haben. Mitte Oktober ging es dann für eine Nacht zum See.
Eine Nacht, ein Fisch. Ein Schuppi von ca. 5 Pfund weckte mich in einer bereits kühlen Nacht. Ich machte mich dann etwa eine Woche später nochmal auf den Weg. Letztlich auch ohne Erfolg. Seitdem hatte ich wenig Zeit für mein Hobby, aber ich werde wieder zurückkommen und wieder neu angreifen!
Was ich in meinem ersten Jahr erlebt habe ist für mich fast unglaublich. Ich freue mich jetzt auf das neue Jahr und hoffe dann den einen oder anderen Dicken zu fangen.
Beste Grüße,
Michael Meuter






