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Wenn der Vater mit dem Sohne…

Von Otto Hörold / Juli 2011

Für mich gibt es nichts Schöneres wie mit meinem 5 jährigen Sohn zum Angeln zu fahren - mit ihm 2 Tage in der Natur zu verbringen, zu spielen und natürlich Fische zu fangen. Ob im Sommer bei stechender Hitze oder im Dezember bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Mit guter Ausrüstung und dem richtigen Vorgehen ist das alles problemlos möglich.

Früh übt sich! Die Eindrücke und Erlebnisse am Wasser bleiben ein Leben lang gespeichertIch finde es einfach total wichtig, dass mein Sohn auch die Eindrücke und Erlebnisse am Wasser erfährt. Welches Kind interessiert sich heute noch für Tiere und Natur. Playstation, XBox und Gameboy dominieren das Leben der Sprösslinge. Mein Sohn darf all das natürlich auch tun, aber ich öffne ihm die Augen auch die Natur kennen zu lernen. Nahezu täglich fragt er mich, wann wir das nächste mal wieder angeln gehen. Der Winter ist für ihn mindestens genauso hart wie für mich.

Ich werde ihn niemals zwingen mit ans Wasser zu kommen, aber ich verfolge das Ziel, dass er in denselben Bann gezogen wird wie ich und dafür versuche ich ihm den Aufenthalt am Wasser so schön und aufregend wie möglich zu gestalten.  

Vielleicht hat der Ein oder Andere unter euch auch schon einmal mit dem Gedanken gespielt seinen Sohn oder seine Tochter mit zum Angeln zu nehmen. Vielleicht hat aber auch die Unsicherheit gesiegt. Ist das zu gefährlich? Gefällt es meinem Kleinen? Was muss ich beachten?
Das erste Mal über Nacht habe ich meinen Kleinen mit knapp 3 Jahren mitgenommen. Anfangs war es oft nicht ganz einfach. Aber mit der Zeit macht man seine Erfahrungen und verbessert sich kontinuierlich. Sei es ausrüstungstechnisch oder erziehungstechnisch.

In dem nun folgenden Bericht möchte ich meine Erfahrungen kund tun und hoffe, dass Dieser dem Ein oder Anderen eine kleine Starthilfe gibt und ihr tolle Stunden mit euren Kindern am Wasser verbringen werdet.

Grundsätzlich ist es vom Alter des Kleinen abhängig, denn ein Zehnjähriger kann die Gefahren und Risiken am Wasser deutlich besser einschätzen als ein dreijähriger Hosenkacker. Auch können sich die Größeren schon besser selbst beschäftigen, was den Aufenthalt deutlich vereinfacht.

Die größte Gefahr bei Angeln ist in meinen Augen das Wasser, daher solltet ihr von der ersten Minute am Wasser eine Schwimmweste mitführen und diese natürlich auch verwenden. Mein Sohn würde Mittlerweile kein Schlauchboot mehr ohne Schwimmweste betreten, da diese für ihn „normal“ ist. Die Schwimmweste ist zwar schön und gut, jedoch heißt das nicht, dass die Kleinen herrenlos am Ufer herumtollen können. Man darf sie niemals aus den Augen verlieren.

Die ersten Male habe ich bei der Platzwahl das Angeln etwas in den Hintergrund gestellt und lieber Stellen ausgewählt, an denen das Ufer nicht sofort steil abfällt und dadurch das Baden ermöglicht wird. Stundenlang hat er Kieselsteine bewegt, Kieshäufen gebaut… Ich musste ihn regelrecht aus dem Wasser tragen, da er von selbst nicht kommen wollte. Aber besonders im Sommer ist aller höchste Vorsicht geboten, denn die Sonneneinstrahlung am Wasser ist teilweise sehr intensiv, besonders für die junge Haut. Sonnencreme mit Schutzfaktor über 30, viel trinken und ein Sonnenhut sind oberstes Gebot. Auch sollte nach jedem Abtrocknen neu eingecremt werden. Ein Sonnenbrand ist zum einen sehr unangenehm, viel mehr aber schadet er nachhaltig der noch jungen Haut. Die sommerlichen Temperaturen sollten allerdings auch nicht überschätz werden, denn das Wasser ist trotzdem „kühl“. Immer wieder müssen Pausen eingelegt werden, damit sich unsere Lieblinge nicht unterkühlen und krank werden.

Gut eingepackt machen selbst widrige Temperaturen nichts ausIm Frühjahr und im Herbst, wenn die Temperaturen unter zehn Grad sind, empfehle ich stets eine Zeltheizung mitzuführen. Die Kälte dringt unaufhaltsam durch die Kleidung, die kleinen Körper können Diese nicht stundenlang kompensieren. Daher sind Aufwärmphasen oder auch das Spielen im beheizten Zelt deutlich angenehmer und gesünder. Wenn es um Kleidung geht, sollte hier keinesfalls gespart werden. Nahezu in jedem Outdoorladen bekommt man gute Kleidung für Kinder. Es gibt nichts Schlimmeres wie wenn euer Kind friert. Die Kleinen sind oft so durch Spielen so abgelenkt, dass sie nicht wirklich das Frieren realisieren, bzw. sie können das frieren nicht als Gefahr interpretieren. Schwere Erkältungen können die Folge sein. Daher wie bei uns Erwachsenen die Kleidung vielschichtig aufbauen. Viele kennen das als Zwiebelschalensystem. Die einzelnen Luftschichten zwischen den Kleidungsstücken isolieren die Körperwärme deutlich besser als ein dickes Kleidungsstück, außerdem kann, wenn es dem Kind zu warm wird, flexibel die Temperatur reguliert werden, indem nur einzelne „Schichten“ ausgezogen werden.

Ähnlich wie mit der Kleidung geht es beim Schlafen weiter. Besonders beim Schlafsack muss darauf geachtet werden, dass dieser nicht zu groß ist. Also bitte niemals einen Erwachsenenschlafsack verwenden. Hintergrund ist, euer Sprössling bekommt einen zu großen Schlafsack nicht warm. Die vom Körper ausgestrahlte Wärme verliert sich förmlich und der Körper kühlt aus. Besonders hervorheben möchte ich hier den Night Child von Anaconda. Dieser Schlafsack, der speziell für unsere Shorties konzipiert ist, ist qualitativ gut verarbeitet und hält sehr warm. In Verbindung mit der Anaconda Child Bed Chair ist das wirklich mal wieder ein innovatives Produkt. Kopf- und Fußteil des Schlafsackes können über die Liege gestülpt und das mittige Zurrband an der Liege festgezogen werden. Durch diese Befestigung, kann unser Zwerg nicht aus dem Schlafsack fallen. Der große Vlieskragen rundet das „Rundumsorglospaket“ ab.

Ihr solltet eure Kinder zu Schlafen nicht zu warm anziehen, da zum einen die Funktion des Schlafsackes gehemmt wird, und zum anderen frieren die Kinder leicht, wenn sie verschwitzt sind. Viele Kinder bewegen sich nachts sehr intensiv, daher ist es besonders in der kälteren Jahreszeit wichtig, regelmäßig zu kontrollieren ob sie sich nicht aufgedeckt haben. Eine dünne Mütze ist beim Schlafen ebenfalls sehr empfehlenswert, da über 80% der Körperwärme über den unbedeckten Kopf verloren geht.

Gemeinsam mit Freunden das Geschehen am  Wasser erleben. Unbezahlbar!Wenn wir gerade beim Thema schlafen sind, mein Sohn schläft nachts so fest, dass ich wahrscheinlich das Zelt abbauen könnte und er würde nichts davon mitbekommen. Das ist ein großer Vorteil, denn oft beißen die Fische nachts. Ich kann aufstehen und den Fisch versorgen ohne das mein Sohn dabei aufwacht. Sicherheitshalber schließe ich aber immer hinter mir den Reißverschluss des Zeltes. So kann ich ausschließen, dass er, falls er aufwachen sollte, orientierungslos das Zelt verlässt und möglicherweise ins Wasser fällt, während ich vom Boot aus drille oder die Montage ablege. Sollte er jedoch wach werden, muss ich mir unbedingt die Zeit nehmen um ihm die Jacke und die Schwimmwest anzuziehen.

Ich bin kein Freund des sackens, jedoch freut sich mein Sohn so riesig über die gefangen Fische, dass ich dies dann ab und zu, falls erlaubt, notgedrungen vorsichtig mache. Das erste was morgens aus seinem verschlafenen Mund kommt ist… „Papa, haben wir was gefangen?“. Wenn ich da ja sage, glitzern seine Augen wie kleine Sterne und er kann es kaum erwarten den Fisch zu sehen.

Philipp darf mir beim Angeln immer und überall „helfen“. Anfüttern ist seine große Leidenschaft. Am besten findet er die Pineapple Boilies von Selfmade Baits – „die riechen so lecker…!“. Gut das sich Vater und Sohn in diesem Fall einig sind, denn die fangen auch richtig gut. Ich finde es wichtig, dass die Kinder alles mitmachen dürfen, denn nur so bekommen sie einen engen Bezug zu unserem Hobby. Allzeit wichtig ist natürlich, dass auch hier die Grenzen abgesteckt werden und über Gefahren gesprochen wird.

Eins ist sicher, ihr werdet gute Nerven brauchen, denn ein Wochenende mit kindlicher Begleitung kann ganz schön anstrengend sein, denn die Kleinen wollen betreut und unterhalten werden. Das gemütliche „rumgammeln“ ist da nicht machbar – glaubt mir.
Was jedoch sicher ist, ihr und euren Lieben werdet unvergessliche Momente am Wasser verbringen.

In diesem Sinne … tight nerves,


Gruß Otto Hörold

www.selfmade-baits.de