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Knipsen oder Fotografieren? Teil I

Von Jörg Schaffner / September 2003

Am Anfang steht beim Fotografieren immer die eigene Motivation. Will ich nur gelegentlich ein Bild von einem gefangenen Fisch fürs Familienfotoalbum, will ich eine Vergrößerung fürs Schlafzimmer machen lassen oder will ich Bilder in einer Qualität, die auch in Druckmedien oder im Internet veröffentlicht werden können? Für die erste Kategorie und teilweise auch für die zweite reicht eine ordentliche Kompaktkamera mit Zoomobjektiv und integriertem Blitz aus. Dabei werden Sie 100 - 200 Euro investieren müssen. Um Bilder bzw. Dias in druckreifer Qualität zu produzieren, kommt man nicht um eine Spiegelreflex (SLR) herum. Digitale Fotografie ist zur Zeit in aller Munde. Funtechnisch gesehen ist es auch eine tolle Sache. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Man sieht im kameraeigenen Display das Bild sofort, man muss keine Filme mehr kaufen und mit Hilfe des Computers kann man sie sofort im Großformat ansehen, bearbeiten und eventuell ausdrucken. Alles ganz super, oder?

Minolta Dynax 7 mit 28-80 Zoom; Ein sehr ordentliches Werkzeug.Das alles hat seinen Preis und um eine halbwegs brauchbare digitale Pocket - Kamera zu erhalten muss man rund 500 Euro hinblättern. Einen Computer bzw. Drucker hat man dann noch lange nicht. Doch um pixelmässig die gleiche Qualität wie mit einem hochwertigen Diafilm zu erzielen, muss man schon in eine digitale Spiegelreflex der Profiklasse investieren. Unter 2000 Euro geht da kaum was. Dafür erhält man aber im analogen Bereich bei jedem Kamerahersteller ein absolutes Spitzenmodell. Um es auf einen Nenner zu bringen: Digitale Fotografie ist für das Knipsen von Urlaubsbilder und ähnlichem ein schöner, aber nicht ganz billiger Spaß. Im semi - professionellen Bereich bzw. für den ambitionierten Amateur ist es im Moment noch nicht rentabel, sich ein digitales Profigehäuse zu kaufen.

Der mit Sicherheit beste Weg zu besseren Bilder führt unweigerlich über eine Spiegelreflexkamera. Hier hat man alle Möglichkeiten, die man sich wünschen kann. Der Einstieg erfolgt in der Regel über ein preisgünstiges Gehäuse mit Zoomobjektiv und endet oftmals in einer hochwertigen Ausrüstung, die kaum noch Wünsche offen lässt. Der fotografierende Karpfenangler ist bei einer Spiegelreflexkamera fototechnisch nicht so eingeschränkt wie bei einer Kompaktkamera. Unterschiedliche Objektive von Weitwinkel bis Tele, Zoomobjektive, Festbrennweiten, ein oder mehrere Blitze, eine riesige Anzahl von Filtern, alles ist möglich. Beschränkt ist man eigentlich nur in der Dicke des Geldbeutels. Leider! Doch Vorsicht, eine prall gefüllte Kameratasche mit hochwertigem Inhalt alleine macht noch keine Spitzenbilder. Dazu gehört mehr als viele Euros auf die Theke des Fotohändlers zu legen und später auf den Auslöser zu drücken.

Welches Kamerasystem man wählt ist schon fast zur Glaubensfrage geworden. Ich kenne Jungs, die sind ernsthaft der Meinung ohne Nikongeräte kann man keine guten Fotos machen. Ich sehe das anders. Ich habe mit dem Minolta System angefangen und habe mich innerhalb des Systems weiterentwickelt. Bisher war ich noch nie unzufrieden. Ich habe auch schon mit Canon Bodys und Objektiven fotografiert und war sehr angetan. Andere Kamerasysteme kann ich nicht kommentieren. Vor etwa 10 Jahren gab es noch die Frage, ob man sich für oder gegen Autofokus entschied. Heute ist das keine Frage mehr. Selbst bei günstigen Kameras ist die Autofokustechnik so weit fortgeschritten, dass man sie auf jeden Fall nutzen sollte und wenn nötig kann man den Autofokus immer noch abschalten.

Zum Einstieg empfiehlt es sich auf Angebote verschiedener Anbieter zu achten. Zum Beispiel die Minolta Dynax 404si oder 505si Super gibt es meist im Set mit einem 28 - 80 mm Objektiv. Ähnlich ist es bei der Canon EOS 300 bzw. 3000N. Diese Setangebote liegen dann je nach Anbieter zwischen 300 und 350 Euro. Die Kamera besitzt einen eingebauten Blitz, der für Nachtaufnahmen und Aufblitzen bei Tage genutzt werden kann. Mit dieser Kombination kann man, einen entsprechenden Film vorausgesetzt, sehr ordentliche Bilder machen.

Minolta Programmblitz 5400 HS mit Lumiquest Softbox für weichere Ausleuchtung beim BlitzenDer nächste Schritt zur sinnvollen Erweiterung der Ausrüstung ist dann ein aufsteckbarer Systemblitz. Der in der Kamera eingebaute Blitz ist in den meisten Fällen relativ schwach und kann gerade bei Nacht die Szene nur ungenügend ausleuchten. Außerdem ist es nicht möglich den Blitz auszurichten und gezielt einzusetzen. Alle Kamerahersteller oder auch Fremdhersteller wie z.B. Metz, bieten Blitzgeräte in verschiedenen Preisklassen an, die zwischen 150 und 350 Euro variieren können. Auch wenn man sich für den billigsten entscheidet ist man immer noch besser bedient als mit dem kamerainternen Blitz. Der Blitz sollte mit dem Autofokus gekoppelt sein und von der Kamera gesteuert werden. So lassen sich Über- bzw. Unterbelichtungen vermeiden. Verwendet man dann noch eine Streuscheibe oder eine sogenannte Softbox auf dem Blitz, die das Blitzlicht streut und somit weicher macht, steht einer hervorragenden Ausleuchtung des Bildes nichts mehr im Weg. Eine sehr nette Spielerei bieten die Systemblitze von Minolta, die auch von der Kamera losgelöst ohne Verbindungskabel eingesetzt werden können und über ein Infrarotsignal von der Kamera gesteuert werden. Eine indirekte Belichtung oder das Ausleuchten mit mehreren Blitzen verhilft dann zu sehr interessanten Resultaten.

Kommen wir zurück zu den Objektiven. Mit dem zuvor angesprochenen 28 -80 mm Zoom werden die meisten Karpfenangler bequem eine lange Zeit auskommen. Diese Brennweite ermöglicht es die Bereiche Weitwinkel, Porträt und leichtes Tele abzudecken. Doch eines Morgens wacht man auf und möchte den Fischreiher im Morgennebel formatfüllend abbilden und nicht nur als grauen Fleck auf dem Bild sehen. Oder man beobachtet den Vollmond, doch bei 80 mm ist das nur ein weißer Punkt auf dem Dia. Dann steht der nächste Schritt an. Das nächst größere Objektiv war bei mir ein 75 - 300 mm Telezoom. Doch mit der größeren Brennweite haben wir auch das nächste Problem. Mit dem 28 - 80 konnte man eigentlich immer bedenkenlos aus der Hand fotografieren, mit dem 75 - 300 ist das anders. Die Lichtstärke liegt meistens bei 4,5 - 5,6. Ohne zu sehr in die Details zu gehen, bedeutet das, dass man bei einem 100 ASA Film nur bei hellem Sonnenschein eine Verschlusszeit erzielt, die es ermöglicht, verwacklungsfreie Bilder zu machen. Eine gängige Regel lautet, das man die Zahl der Brennweite als den Kehrwert der Verschlusszeit haben sollte ohne zu verwackeln. Das heißt, bei 300 mm Brennweite sollte man mindestens eine 1/250 Sekunde besser noch 1/500 Sekunde Belichtungszeit im Display der Kamera sehen, ansonsten hilft auch eine ruhige Hand nichts mehr. Man könnte dieses Problem natürlich mit einem empfindlicheren Film kompensieren, z.B. 400 ASA, doch dann wird die Körnung des Bildes sehr stark und nicht mehr so knackig wie bei einem 100 ASA Film.

Manfrotto Kugelkopf; Stabil und unverwüstlich. 	 Kurzum, die Lösung ist ein Stativ. "Noch mehr zu schleppen!", werden jetzt viele stöhnen. Na ja, wer gute Bilder machen will muss auch etwas Einsatz zeigen. Die Wahl des Stativs hängt wie so oft von den eigenen Ansprüchen und dem Geldbeutel ab. Billige Stative für 30 Euro inklusive 3 Wegeneiger bieten nur wenig Stabilität, lassen sich oftmals schlecht justieren, sind aber leicht und passen in den Rucksack oder die Fototasche. Ich will nicht sagen, dass es mit so einem Stativ nicht möglich ist, gute Bilder zu erzielen, doch auf die Dauer machte es einfach keinen Spaß. Jeder, der einmal mit einem Manfrotto oder Gizzo Stativ mit anständigem Kugelkopf gearbeitet hat weiß, was ich meine. Ich selbst und einige meiner Freunde verwenden das Manfrotto 055 plus Manfrotto Kugelkopf. Das kostet zwar im Set runde 200 Euro, doch damit hat man sehr lange sehr viel Spaß.

Ein weiterer Vorteil des Stativs ist, dass man sich bei der Wahl des Bildausschnittes, d.h. der Komposition des Bildes gezwungenermaßen mehr Zeit nimmt. Man achtet auf eventuell störende Details, die zuvor nicht aufgefallen sind. So entstehen schönere und vor allem schärfere Bilder. Als letzten Vorteil möchte ich die Einsatzmöglichkeit des Selbstauslösers nennen. Ein Karpfenangler ist oftmals in der Situation, sich alleine am Wasser zu befinden und einen schönen Fisch im Kescher zu haben. Der nette Spaziergänger wird sich wahrscheinlich allergrößte Mühe geben, den Anweisungen des glücklichen Fängers zu folgen, doch die Bilder sind fast immer reif für die Mülltonne. Ich spreche da aus leidvoller Erfahrung. Es ist immer die bessere Alternative mit Hilfe eines Stativs selbst die Aufnahmen zu machen. Wenn man sie dann versaut, weiß man wenigstens über wen man sich zu ärgern hat. Die dazu nötige Technik werde ich in der nächsten Ausgabe besprechen.

 Um die Brennweite noch weiter in die Höhe zu treiben gibt es natürlich Objektive bis 600 mm, doch die liegen preislich im Bereich eines schönen Autos und sind eigentlich für die Profis vorgesehen, die mit ihren Bildern auch Geld verdienen. Eine preisgünstigere Alternative stellt aber ein sogenannter Telekonverter dar. Sie verlängern je nach Modell die Brennweite um den Faktor 1.4 oder 2.0. Das bedeutet aus einem 300 mm Objektiv wird dann eine 420 mm oder 600 mm Brennweite. Doch leider geht mit dem gleichen Faktor auch die Lichtstärke und somit auch die Verschlusszeit in die Knie. Ohne Stativ geht dann überhaupt nichts mehr und schnelle Bewegungen einzufangen ist fast nicht mehr möglich. Dazu kommt dann noch der Qualitätsverlust in den Bildern, der in der Optik eines zusätzlichen Glases, hier der Konverter, begründet liegt. Trotz dieser Nachteile ist der Konverter aber für viele fototechnischen Situationen ein sinnvolles Hilfsmittel.

Am anderen Ende der Brennweitenskala liegen die Weitwinkelobjektive. Ein 28 mm Objektiv ist schon als Weitwinkel zu bezeichnen, doch richtig interessant wird es ab 24 mm Brennweite abwärts. Zum Vergleich: Ein 28 mm betrachtet einen Winkel von 74°, ein 24 mm erreicht 84°, ein 20 mm 94° und mit einem 16 mm Fischeye betrachtet man 180°. Hier muss man schon aufpassen, dass die eigenen Fußspitzen nicht mit auf dem Bild sind. Für den ambitionierten Karpfenangler ist ein 24 mm Weitwinkel eine durchaus lohnende Anschaffung, die in vielen Situationen Freude bereitet.

Gerade wenn man sehr nahe an das Objekt der Begierde heran muss und wenig Platz zum Ausweichen hat, ist man froh ein 24er zur Verfügung zu haben. Objektive unter 24 mm sind Spezialwerkzeuge und lohnen sich preislich gesehen nur, wenn man sie auch regelmäßig verwendet.

 

 Sehr lohnend hingegen ist es, über Anschaffung eines Makro-Objektivs nachzudenken. Sie sind dafür vorgesehen die kleinen Dinge des Lebens formatfüllend abzubilden. Die meisten 28 - 80 Objektive besitzen mittlerweile eine Makrofunktion, die oft sehr hilfreich ist, doch sie können aber ein echtes 50 oder 100 mm Makro nicht ersetzen. Detailgenaue Abbildungen von Hakenmontagen, Insekten oder Pflanzen im Maßstab 1:1 oder 1:2 sind mit einem Makro - Objektiv möglich. Erfreulicherweise sind diese Objektive sehr lichtstark, was uns eine kurze Belichtungszeit beschert, doch auch hier ist es im Sinne schärferer und besser komponierter Bilder nötig, ein Stativ einzusetzen. Bis jetzt habe ich, außer bei den Makros, nur von Zoomobjektiven gesprochen und die Festbrennweiten ausgelassen. Viele gute Fotografen schwören auf Festbrennweiten, wie z.B. ein Normalobjektiv von 50 mm oder Weitwinkelobjektive von 35 bzw. 28 mm aufgrund einer besseren Abbildungsleistung und der größeren Lichtstärke. Wichtige und richtige Argumente wenn es sich um die Qualität der Bilder dreht, doch sollte man nie die Flexibilität vergessen, die ein Zoomobjektiv bietet. Mit einem Zoom kann man bei Bedarf den Bildausschnitt sehr viel schneller verändern als es bei einem Objektivwechsel mit Festbrennweiten möglich wäre. Um ein 28 - 80 mm Zoom brennweitentechnisch zu kompensieren, muss man vier Festbrennweiten (28, 35, 50, 80 mm) mit sich herumschleppen. Ein Fotograf, der "nur" seine Fotoausrüstung mit sich herumträgt mag das noch einsehen, doch ein Karpfenangler, der noch zusätzlich einen ganzen Kombi an Tackle bewegen muss, fängt irgendwann an, sich einzuschränken. Preislich gesehen ist man mit einem Zoom auch wesentlich besser dran als mit vier Einzelobjektiven. Diese Vor- und Nachteile sollte jeder für sich selbst abwägen und seine persönliche Entscheidung treffen.

Kommen wir zum Lieblingsthema vieler fotografisch ambitionierter Karpfenangler, der oder die Filme. Bei den Filmen ist es wie bei den Rigs. Jeder hat seinen Favoriten und schwört auf ihn. Das ist auch gut so, denn ohne Vertrauen fängt auch das beste Rig nicht und wer seinen Lieblingsfilm kennt und ihm vertraut, wird auch gute Bildresultate erzielen. Am Beginn jeder Diskussion steht die Frage Dia- oder Negativfilm? Viele benutzen das Argument keinen Diaprojektor zu besitzen als Grund, um sich für Negativfilme zu entscheiden. Sie wollen genau wie von ihren Urlaubsbildern Abzüge in der Hand halten, um sie sich anzusehen oder den Freunden zeigen zu können. Eine zunächst sehr verständlicher Reaktion, doch diese Leute verkennen einige gravierende Nachteile des Negativfilms bzw. Vorteile des Diafilms.

Der erste und für mich gravierendste Vorteil ist die bessere Qualität des Diafilms. Es wird selbst mit einem sehr guten Negativfilm nur schwer möglich sein, die Qualität eines Diafilms in Punkto Detailwiedergabe, Schärfe, und Farbsättigung zu erreichen. Zeitungen und Magazine arbeiten grundsätzlich mit Dias, warum wohl? Bei der Entwicklung und Ausbelichtung der Papierabzüge wird immer mit Mittelwerten in Farbe und Kontrast gearbeitet. Richtig schlechte Bilder sind da nur schwer möglich, richtig gute bzw. hervorragende aber auch nicht.

 Der zweite Punkt ist der Preis. Ein guter Diafilm kostet beispielsweise 3 bis 5 Euro. Dabei ist meistens die Entwicklung ohne Rahmung inbegriffen. Also, 36 entwickelte und ungerahmte Dias kosten mich 4 Euro. Davon wandern in der Regel 15 bis 20 schlechte Dias in die Mülltonne. Die restlichen Dias rahme ich mir für ein paar Cent und von den 5 wirklich guten Dias lasse ich mir vielleicht Papierabzüge machen. Meistens aber wandern sie in das Archiv. Damit bin ich preislich bei vielleicht 6 Euro angelangt. Ein 36er Negativfilm inklusive Entwicklung plus 36 Abzüge kostet mindestens 10 Euro, wenn die Qualität der Abzüge einigermaßen gut sein soll - dabei denke ich nicht an die Abzüge aus der Drogerie. Über das Jahr verteilt rechnet sich das. Für den Angler, der einen 24 Bilder Film im Jahr verfotografiert ist diese Rechnung natürlich uninteressant, doch um den geht es in diesem Artikel auch nicht.

Die für Karpfenangler interessanten Filme liegen im Bereich von 100 ASA Lichtempfindlichkeit oder darunter. Das bedeutet, dass die wirklich scharfen und brillanten Bilder mit 100er oder 50er Filmen gemacht werden. Filme mit 200 oder 400 ASA bieten zwar den Vorteil auch bei schlechtem Licht noch aus der Hand fotografieren zu können, weil sie doppelt oder vierfach lichtempfindlicher sind als ein 100er doch spätestens bei der ersten Vergrößerung eines Abzuges werden die Unterschiede deutlicher. Die Körnung ist bei diesen Filmen für mich nicht mehr akzeptabel, deshalb verwende ich sie nicht. Warum soll ich mit qualitativ hochwertigen Objektiven arbeiten, ein Stativ für mehr Schärfe verwenden, wenn ich dann alles mit einem grobkörnigen Film kaputtmache?

Welche Marke in die Kamera eingelegt wird ist wie immer Geschmackssache oder auch eine Preisfrage. In den letzten Jahren haben ich den Konica Centuria Chrome (100 ASA) und den Kodak Elite Chrome (100 ASA) verwendet. Der Konica tendiert etwas in die blauen Farben ist aber preislich unschlagbar. Der Elite Chrome hat wie fast alle Kodak Filme eine Tendenz, die warmen Töne wie Rot und Braun mehr zu betonen und ist im Preis noch erträglich. Den Sensia (100 ASA) von Fuji habe ich selbst noch nicht verwendet, doch Freunde von mir schwören auf ihn. Der absolute Kracher ist der Velvia (50 ASA) von Fuji. Ein Profifilm, der an Brillanz und Schärfe kaum zu schlagen ist. Doch diese Vorteile haben auch ihren Preis. Zum Schluss kann ich aus eigener Erfahrung noch den Kodak Elite Chrome extra Colour (100 ASA) und die Profiversion dieses Films den Ektachrome E 100 VS empfehlen. Sie zeichnen sich durch eine hohe Farbsättigung und große Brillanz aus. Generell lohnt es sich, in Fotogeschäften nach Angeboten der genannten Filme Ausschau zu halten und sich dann einen Vorrat für das ganze Jahr anzulegen. Im Kühlschrank oder Gefrierfach gelagert sind sie bestens aufgehoben und verlieren nicht an Qualität.

 Zum Schluss möchte ich nun noch auf den Transport bzw. die Aufbewahrung der Fotoausrüstung eingehen. Jeder kennt die Situation des heftigen Regengusses aus eigener Erfahrung. Im trockenen Zelt sitzend ist das alles kein Problem, doch meistens schüttet es so richtig, wenn man gerade am Aufbauen, Autoausladen oder moven ist. In diesem Moment ist unsere teuer bezahlte Ausrüstung in Gefahr. Wasser und hochwertig Elektronik vertragen sich denkbar schlecht und deshalb ist es ungemein wichtig, die Kamera, den Blitz und die Objektive vor Feuchtigkeit zu schützen. Normale Fototaschen kosten nicht sehr viel und halten einigermaßen den Regen ab, doch was ist wenn sich Wasser am Boden des Bootes ansammelt oder der zweite Feind, Sand, seinen Weg in unsere Tasche findet? Es gibt nichts schöneres als das knirschende Geräusch von Sandkörnern im Objektiv. Ich habe mich relativ schnell für einen Fotokoffer von Rimowa entschieden. Der ist absolut wasserdicht, selbst wenn er ins Wasser fällt und staubdicht obendrein. Er dient als Sitzplatz für Freunde, die auf einen Kaffee vorbeikommen und ist so stabil, dass man selbst mit einem Hammer wenig Schaden anrichten wird. In seinem Inneren finden zwei Kameragehäuse, Blitz, mehrere Objektive plus Zubehör und viele Filme ausreichend Platz. Er lässt sich zwar nicht so schön tragen wie ein Fotorucksack, doch zum Karpfenangeln kann ich mir keinen besseren Aufbewahrungsort für meine Fotoausrüstung vorstellen. Seit ich diesen Koffer besitze ist mir das Wetter im Bezug auf die Sicherheit meiner Kamera wirklich egal. Zu Zeiten der deutschen Mark war er für 350 DM zu haben und das ist nicht zuviel für die Sicherheit, die er bietet.
Im nächsten Beitrag möchte ich dann auf das eigentliche Fotografieren eingehen. Ich werde an Hand von typischen Beispielen aus dem Karpfenangleralltag zeigen, wie man mit einfachen fotografischen Regeln zu besseren Bildern kommt und welches Zubehör das Leben leichter machen kann.

Jörg Schaffner