LK-Baits

Das Signal zum Fressen!

Von Said-Patrick Othmani / Juli 2005

Viele Karpfenangler geben einen Großteil ihres Geldes für teures tackle aus und vernachlässigen leider den wichtigsten Bestandteil beim Karpfenfischen: Den Boilie, welcher meiner Meinung nach wichtigste Gerätschaft am Wasser sein sollte.
Ohne Zweifel gibt es heutzutage sehr gute Fertigboilies, nur wer auf Dauer beständig gute Erfolge mit hochwertigen und vor allem frischen Boilies haben möchte kommt um die eigene Herstellung nicht herum. Da schon sehr viel über die eigentliche Boilieherstellung berichtet wurde möchte ich, vor allem Anfängern, in diesem Bericht ein paar kleine Anregungen geben wie man "das gewisse etwas" aus seinen Boilies herausholen kann.

Dieser Fisch steht auf...Ich persönlich liebe es meine Boilies mit natürlichen Attraktoren wie Seidenraupen, mini Süßwassermuscheln, Mückenlarven, Wasserflöhen oder auch Krebsen zu "veredeln". In jedem Fluss oder See kommen diese Kleinstlebewesen in mehr oder weniger großen Mengen vor. Durch ihre hohen Nährstoffe (Proteine und Mineralien) wachsen die Karpfen sehr gut ab. Es macht deshalb Sinn, diese Insekten in unsere Baitproduktion mit einfließen zu lassen. Man sollte aber nur die Kleintiere im Mix verarbeiten die auch tatsächlich in dem zu befischenden Gewässer vorkommen.

Meine Erfahrungen am Wasser haben mir gezeigt, dass die "natürlichen" Boilies von den Karpfen früher akzeptiert werden. Ich konnte im Laufe des Jahres einige gute Fische auf diese Methode fangen und das meist ohne vorzufüttern! Die Karpfen nahmen die "unnatürlich natürliche" Nahrung in den häufigsten Fällen sofort an.

Ein großer Vorteil der Kleintiere ist, dass der Boilie durch sie eine sehr grobe Struktur entwickelt, welche ihn unter Wasser besser arbeiten lässt und die Lockwirkung sich dadurch am Futterplatz zusätzlich erhöht. Die grobe Struktur lässt sich auch sehr gut mit gemahlenem Hanf erreichen, weshalb mein Mix zu 10% immer aus Hanf besteht.

Der in meinen Augen einzige Nachteil liegt darin, dass die Insekten sehr leicht sind und wir unsere Baits deshalb ungewollt zum schwimmen bringen könnten. Es gibt nichts schlimmeres als sich stundenlang in der Küche die Finger wund zu rollen, nur um anschließend beim Fischen feststellen zu müssen, dass die gefütterten Wunderkugeln plötzlich davonschwimmen. Außerdem lassen sich zu leichte Boilies schlechter mit dem Wurfrohr füttern, weshalb ich den Insektenanteil möglichst gering halte. Mehr als 15% sollten es auf keinen Fall sein.

Es spielt keine Rolle ob man die Attraktoren in einem Fisch-, Nuss oder Birdfood-Mix verarbeitet. Der Effekt bleibt derselbe. Das Beste ist natürlich, seinen Mix selber herzustellen! Mit einem Fischmix fährt man immer gut. Mein persönlicher Fischmix setzt sich zusammen aus hochwertigen Zutaten wie: Robin Red, Milchprotein, Sardinenmehl, Weißfischmehl, Hanf, Blutmehl, Lebermehl und Eggalbumine.

Ein schöner Spiegler aus einem VereinsgewässerDurch sein hohes Nährwertprofil wird er bei jeder Jahreszeit zum Langzeitköder, der durch seine Festigkeit Krebsen und anderem lästigen Getier länger standhält. Wer seinen Boilies eine besondere Note geben will kann sie individuell, z.B. mit einem Gammarus oder Muschelflavour, zusätzlich aufwerten, wobei der Flavour meiner Meinung nach eine eher untergeordnete Rolle spielt. Es ist viel wichtiger das der Boilie eine, wie oben bereits angesprochen, grobe Struktur besitzt.

Zusätzlich verwende ich in meinem Mix "GLM" (Green Lipped Mussel Extrakt), welches als wahrer Geheimtipp bezeichnet werden kann. GLM besteht aus hochwertigen Aminokomplexen die eine sehr anziehende Wirkung auf den Karpfen haben und ihm wertvolle Vitamine liefert, welche er bereits über seine natürliche Nahrung aufnimmt.

Des Weiteren hat GLM einen sehr starken Eigengeruch und es lässt sich aufgrund seiner staubigen Konsistenz sehr gut in dem Mix verarbeiten. Ich verwende GLM in nahezu jeden Fischmix und kann es nur weiterempfehlen.

Beim fischen selbst füttere ich zu den "getunten" Boilies einen Partikelmix aus Pellets, Hanf sowie Weizen, wobei ich versuche, die verwendete Menge dem Karpfenbestand sowie der Gewässergröße anzupassen.

Mit Hilfe dieser Partikel kann man die Fische wirklich sehr lange am Platz halten, was bei Kurzsessions eine wichtige Vorraussetzung ist! Ziehen die Fische nur ein einziges mal an dem befischten Spot vorbei dann möchte man ihnen natürlich so lange wie möglich eine "Beschäftigung" bieten. Dazu noch ein paar von unseren selbst gemachten Leckereien und der erste Run wird bestimmt nicht lange auf sich warten lassen.

Und nun viel Erfolg...

Said-Patrick Othmani - Team Successful Baits