Frische Mische - Crowned with Success…
Ein Aspekt der bei der Karpfenangelei mittlerweile mehr und mehr in den Hintergrund gerückt ist: Der Köder fängt den Fisch. Viele Angler, wobei es die Mehrzahl an Junganglern und Anfänger ist, die keinen großen Wert auf den Köder legen. Tacklepreise spielen keine Rolle, immer das neuste vom neusten. Guckt man allerdings in den Baitbag so sieht man die Standardauswahl aus dem Angelladen.
Bunte Kugeln, die mit Konservierer, Farbstoffen und Flavour voll gepackt sind. Beisst man hinein so brennt der Boilie einem die Zunge weg. Ich will damit nicht sagen das alle Readymades schlecht sind, oder das eben solche keine Fische fangen. Nein, jeder Boilie fängt seine Fische, das ist unumstritten. Allerdings sind solche Boilies häufig nur „einmal Köder“ und wecken nur die Neugierde der Fische. Ich habe selber die Erfahrung gemacht, daher weiß ich wovon ich hier schreibe. Vorfüttern oder mehr als nur zwei Hände voll waren kaum möglich, ansonsten war ein Blank vorherzusehen. Ich konnte immer nur hoffen, dass die Fische diese überflavourten und gefärbten Boilies aus reiner Neugierde aufgenommen haben. Ich habe mich nun für einen anderen Weg entschieden. Den Weg des „Alternative Selfmade“.
Um ein Beispiel aus der menschlichen Ernährung zu geben, möchte ich auf den Film hinweisen, in dem sich eine Person wochenlang von den Lebensmittel einer gewissen Fast-Foodkette ernährt. Er schwebte zum Abschluss des Experiments in Lebensgefahr, wenn ich mich recht entsinne. Des Weiteren habe ich einen Selbsttest durchgeführt und mich eine Woche lang ausschließlich von Fertigfraß, Farbstoffverstärkten Speisen sowie chemisch konservierten Lebensmitteln ernährt. Wirklich gut ging es mir auch nicht. Wie auch beim Menschen spielt bei dem Fisch die Mischung eine große Rolle. Eine Mischung aus Proteinen, Eiweißen, Aminosäurefrequenzen sowie Vitaminen und Ballaststoffen.
Einige unter uns tragen riesige Abhakmatten, teure Karpfensäcke und Wundheilmittel mit sich herum, um dem Wohl des Karpfens zu dienen. Und? Ist das Leibliche Wohl, also die Ernähung, nicht wichtig? Die Fische schwimmen mit Magen-Darm-Verstimmung herum und alle wundern sich warum ihre Boilies keine Fische mehr fangen. Nun möchte ich mich von der Kritik an Readymades abwenden und lieber zu dem Köder übergehen, der auf Dauer mehr Fische fangen wird.
Ich bevorzuge selbstgemachte Boilies, meist auf der Basis von verschiedenen Fischmehlen ohne jegliche Verwendung von chemischen Zusatzstoffen wie Konservierern oder Flavourn. Natürliche Attraktoren sind eben die besten Flavour der Welt.
Gewürze:
Gewürze gibt es schon seit dem 12. Jahrhundert, waren früher bereits sehr kostbar und wurden zu hohen Preisen gehandelt. Ganz so schwer ist es heute nicht mehr an diese Köstlichkeiten zu gelangen, denn in Großmärkten werden Gewürze auch in größeren Gebinden vertrieben. Zu den von mir am häufigsten verwendeten Gewürzen zählen schwarzer und weißer Pfeffer, Chili, Paprika, Muskatnuss, Curry, Knoblauch sowie Zimt und Salz. Eine richtige Zusammenstellung dieser Gewürze ergibt anschließend einen Geruch in dem keines dieser Gewürze übertrumpft.
Meines Erachtens eines der besten Flavour der Welt, niemals gleichzusetzen mit einem Geruch der aus der Flavourflasche stammt.
Natürliche Ressourcen/ Natürliche Attraktoren
Häufig verwende ich solche, meist gefriergetrocknete Lebewesen, welche auch in den jeweiligen Gewässern vorkommen. Darunter zählen bei mir:
- Rote Zuckmückenlarven
- Tubifex
- Wasserflöhe (Daphnias)
- Bachflohkrebse (Gammarus)
Bei diesen Zutaten muss allerdings genau darauf geachtet werden wie viel man im Mix verwendet, da all diese Zutaten dazu neigen dem Boilie einen Auftrieb zugeben.
Tipp! Sie eignen sich zur Herstellung eigener Pop-Ups!
Bei Kurztrips oder Tagessitzungen verfolge ich folgende Strategie:
Auf die fertigen Boilies gebe ich ein Ei , und vermische dies so lange bis alle Boilies feucht und vom Ei benetzt sind. Anschließend gebe ich eine Mischung aus den bereits erwähnten Attraktoren hinzu, und mische dies erneut vorsichtig durch. Nach einer Stunde sind die Boilies einsatzbereit. Es hat sich durch die Bindekraft der Eier eine Kruste aus puren Proteinen und wichtigen Aminosäuren gebildet, welche sich unter Wasser langsam löst und eine verführerische Spur bildet.
Fischmehle
Ich verwende häufig eine Mischung aus verschiedenen Fischmehlen. Häufig benutze ich zwei verschiedene Fischmehle meist Rotbarschmehl in Verbindung mit Capelin. Capelin hat die Vorteile das es ein eher grobes Fischmehl ist und somit für eine grobe Struktur sorgt. Des weiteren zeichnet sich Capelin in seinem sehr guten Geruch und Geschmack aus. Beides sind Mehle die vom Fisch sehr schnell und gut verdaut werden.
Milchpulver
In einem Fischmix verzichte ich meist auf diese Zutaten. Allerdings verwende ich Milchpulver häufig in Frühlings- sowie in Wintermixen. Milchpulver waschen den Boilie sehr schnell aus und machen diesen zudem noch weich. Im Sommer, wo sämtliche Fischarten und andere Plagegeister wie Krebse sehr aktiv sind, hält der Köder nicht lange am Haken.
Allerdings steigert diese Eigenschaft im Winter und Frühling die Attraktivität ungemein. Zu meinen Favoriten zählen da Sahnepulver oder Big „C“ Spray, sowie Casein und Lactalbumin.
Im Frühling hatte ich sehr gute Fänge mit Boilies die einen hohen Anteil an Milcheiweißen hatten. Das Wasser ist noch sehr kühl, und die Milcheiweiße lösen sich besser als Fischöle im kalten Wasser.
Das allerwichtigste bei der Herstellung eigener Boilies ist die Frische der verwendeten Zutaten, daher verwende ich nur Mehle von Herstellern meines Vertrauens, Lagerware oder Mehle die schon jahrelang im Laden liegen kann ich nicht gebrauchen, und entsprechen auch nicht der Theorie eines frischen Köders.
Versucht mal über einige Sachen nachzudenken, denn der Köder fängt den Fisch.
Gutes muss nicht teuer sein! Häufig ist der Preis keine Garantie für Frische und Fängigkeit des Köders. Was wirklich auf Dauer fängt ist nun mal Frische und Frische und Frische, und keine Chemiebomben!
The Base for Success
Viel Erfolg beim Selbstrollen!
Dicke Fische,
Felix Kaczmarek






