Frolic & Felix undercover - Hundefutter auf Abwegen
Im Zeitalter wo man Boilies und Boiliezutaten an nahezu jeder Ecke kaufen kann, ist es mal wieder einen Gedanken wert ein paar alte Köder auferstehen zu lassen. Fängige, altbewährte, und vor allem preiswerte Köder die eher ein Schattendasein führen. Zu Unrecht! Die Frage ist nur warum? Ich finde es recht amüsant, wie Sportsfreunde ständig ihre Boilierezepte verändern, immer auf der Suche nach dem idealen Nährwert. Karpfen brauchen Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Vitamine und Mineralien um zu Leben! Un din diesem Artikel geht es um einen Köder, der selbst ausgewachsene Hunde süchtig macht! Abgestimmt auf Lebewesen von 5 -50kg Körpergewicht, also eine hochwertige und ausgewogene Vollnahrung.
Die qualitativ hochwertigen Boiliezutaten nehmen ständig zu, aber eben auch der Preis steigt steig an. Boilies herzustellen ist eine wunderbare Vorbereitung für unsere geliebte Angelei, auch wenn man leicht dazu neigen kann zu übertreiben. Was die guten Zutaten betrifft, sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt. Ich rolle schon seit einigen Jahren meine eigenen Kugeln und hab diverse Mixe kreiert. Manche Zutaten habe ich aussortiert, andere wieder erwiesen sich als ,fangtastisch“, beispielsweise ist pulverisiertes Hundefutter eine hervorragende Zutat. In den letzten Jahren konnte ich mich schon oft bei spontanen Sessions über die Fängigkeit von Felix und Frolic freuen! Ach, übrigens Felix ist ein guter alter Kumpel von Frolic, aber als Team sind sie praktisch un-unfängig!!
Kleiner Rückblick gefällig? 2009 war eine absolut experimentierfreudige, aufschlussreiche und erfolgreiche Saison für mich. Von Anfang April bis Mitte Dezember beangelte ich regelmäßig mein Zielgewässer, einen 64ha großen Torfstich, umgeben von Pappeln und Erlen. Die Ufer sind mit weiten Schilfkanten umgeben und bieten Tieren unter Wasser als auch über Wasser jede Menge Schutz und Nahrung. Wegen der geringen Wassertiefe von durchschnittlich 80-190cm ist der Gewässeruntergrund besonders ertragreich: Zuckmücken, Bachflohkrebse, Muscheln, Krebse - alles ist reichlich vorhanden. Bei solchem Nahrungsaufkommen sind Karpfen in keiner Hinsicht auf unser Futter angewiesen, besonders in den warmen Monaten, wo die meisten Gewässer eine Explosion natürlicher Nahrung darin erleben.
Zudem ist ,,mein Torfstich“ nicht überbesetzt, ganz im Gegenteil! Der Bestand an Karpfen hält sich in Grenzen und die Fische sind klein bis mittel, einige von ihnen haben mich sogar schon des öfteren besucht. Anscheinend, um sich persönlich wegen der leckeren Alternativnahrung zu bedanken. Wenn genug Zeit vorhanden ist, was leider nicht immer zutrifft, rolle ich meine Boiliemischung mit einer kräftigen Portion Frolic ab.Wenn aber die Zeit mal wieder fehlt ist es halb so wild. Warum umständlich, wenn es auch einfacher geht? Dann füttert man es einfach frisch aus der Tüte, oder lässt ihn je nach Wunsch noch 2-7 Tage an der Luft trocknen.
Aufgrund seiner relativ schnellen Auflösezeit (ungetrocknet) eignet er sich hervorragend als Instantköder. Ich durfte schon öfter nach einmaligem Anfüttern erleben, wie die Futterstelle regelrecht kochte! Was daran liegt, das Frolic seine ganzen deftigen Inhaltsstoffe und Aromen im weichen Sediment verteilt, welches alle Cyprieniden verrückt werden lässt.
Luftgetrocknet eignet er sich bestens als Hookbait .Wenn ich Weißfische auf Abstand halten will, dann fische und füttere ich ihn lieber als Boilie oder eben getrocknet. Egal wie steinhart er auch ist, die Trocknungsphase beeinträchtigt keineswegs seine Qualität.
Im Oktober 2009, begab ich mich auf eine 14tägige Urlaubsreise ins Ausland, diesmal jedoch nicht um meiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Nein, geangelt werden sollte hinterher nachdem ich den Skandinavischen Frühherbst genossen hatte. Während meiner Abwesenheit beauftragte ich meinen zuverlässigen Angelpartner mit der Fütterei. Wir wählten einen für die Jahreszeit geeigneten Hot-Spot. Da alle unsere Futterreserven verpulvert waren und ich sowieso noch ein kleines Single-Frolic–Baiting-Experiment geplant hatte, entschloss ich mich ausschließlich mit dem altbewährten Hundefutter anzufüttern. Ich übergab meinem Kumpel eine nicht zu geringe Menge Frolic, da es momentan im sagenhaften Angebot für 1.33 Euro pro Kilo erhältlich war.
14 Tage später - ich war gerade wieder im Lande - sollte es los gehen. Inzwischen befand sich auch Deutschland im Herbst und die Natur zeigte ihre prächtigen Farben. Die nächsten Tage hatte ich relativ wenig Zeit zum Angeln und das Wetter wurde immer rauer und ungemütlicher.
Viel Zeit war allerdings auch nicht nötig, denn wir fingen auf dem Frolic-Spot jede Menge Karpfen. Bei der ersten Session bissen gleich drei Fische im 45 Minutentakt! Jede Woche beangelte ich nun meinen neuen Frolic-Spot, in der Regel nur 6-8 Stunden, aber in dieser Zeit fing ich Fisch auf Fisch!
Und so ging es dann weiter bis der See schlussendlich zufror. Einfach zu Geil! Auch wenn die meisten der gefangenen Karpfen keine Riesen waren, so waren es allesamt schöne Herbstkarpfen und ich räumte zum Saisonende nochmal so richtig ab!
Ich muß sagen, dass der Frolic sich als kontinuierlich fängig erwiesen hat, aber besonders in den drei vergangen Jahren konnte ich gute Ergebnisse verbuchen. Karpfenangler, die das Fischen auf Karpfen als ihre Leidenschaft bezeichnen, so wie es bei mir der Fall ist, machen sich Gedanken darüber wie unsere Lieblinge ticken, was sie mögen und wie wir sie am schnellsten in die Arme nehmen können. Man sollte ständig offen für Neues sein, auch wenn die Hundefuttervariante schon in den frühen 90ern an Beliebtheit gewann.
Nassfutter wie Felix und Co. sind auch eine gute Ergänzung des Angelfutters.Sie gehören schon seit Längerem zu meinem Futterrepertoire. Nassfutter lässt sich gut im Grundfutter oder in Stick Mixen verarbeiten, aber auch Boilies lassen sich gut nachbehandeln. Ich mische Frolics, Pellets und Boilies, dann kommt eine Dose Katzenfutter drüber und alles wird schön vermengt. Grade im Frühjahr und im Winter bestreue ich das Ganze noch zusätzlich mit meinem Grundfuttermix bestehend aus Leberextrakt, Blutmehl und Fischeiweiß. Diese Mischung macht auch sehr träge Karpfen im See munter!
Ich könnte wetten, das der eine oder andere geneigte Leser schon ähnliche Erfahrungen machen durfte. Für alle Skeptiker gilt: Probiert es aus, ihr werdet staunen!
Stephan Graf






