LK-Baits

Projekt-Dachswaldsee

Von Christian Paepke / Februar 2012

Wenn es um Paylakes geht, ist meist die Rede von französischen Gewässern, doch auch in Deutschland gibt es solche „Urlaubsgewässer". Das Rheintal ist für mildes Klima und daher überdurchschnittlich große Karpfen bekannt und der Dachswaldsee befindet sich genau in dieser Region. Über die Internetseite, sowie einige Berichte in Angelforen wurde ich nicht nur auf den See aufmerksam, sondern man bekommt auch erste Infos über Fänge und die Gegebenheiten an diesem Gewässer.

  

Unser Trip
Anfang Oktober sollte es daher gemeinsam mit meiner Freundin an dieses schöne Gewässer gehen. An einem Paylake war ich zuvor noch nicht gewesen und ich war größtenteils mit Naturseen im Osten der Republik vertraut. Somit waren die Vorbereitungen sehr intensiv und unsere Vorfreude war groß.

Schöner Spiegler aus dem DachswaldseeAm 2. Oktober ging es dann über Karlsruhe zum See. Es folgte die Einweisung durch den Besitzer und währenddessen waren in unserem Bereich Blasenteppiche zu erkennen. Die Spannung stieg, genauso wie die Temperatur die für Oktober mit bis zu 26°C in den ersten 4 Tagen überdurchschnittlich hoch waren. In der ersten Nacht blieb es leider ruhig und es wurde am ganzen See nix gefangen. Montagvormittag beschloss ich dann spontan eine Rute mit einem Fisch-Banane Pop Up von Underworldbaits in die Nähe eines Blasenteppichs zu legen. Etwas Forelli darüber verstreut und fertig. Gerade einmal 3 Minuten später konnte ich einen schönen Schuppi drillen und Keschern. Das Withy-Pool-Rig hing sauber in der Unterlippe.

Nicht einmal 2 Stunden später gab es den nächsten Run und nach hartem Drill hatte ich einen schönen Spiegler auf die gleiche Methode gefangen.

Am Abend verlor ich dann leider einen guten Fisch, weil das Vorfach nachgab. In der Nacht herrschte dann leider wieder Ruhe, aber 2 andere Teams waren mit 3 Fischen über 30 Pfund und einem kleineren Karpfen erfolgreicher. Der Größte hatte immerhin 37 Pfund.

Ich beschloss am Morgen gleich 2 Ruten mit der Erfolgstaktik vom Vortag zu beködern, jedoch lief nix. Aber wir konnten uns bei sommerlichen Temperaturen sonnen, baden und herzhaft Kochen. Dank Kühlschrank mit frischen Zutaten und einem kühlen Bier;) . Erst am vierten Abend gab es wieder einen Biss, diesmal auf Prototypenboilies von Underworldbaits mit würzigem Geschmack. Der Fisch war mir entgegen gekommen, schlitze aber leider aus. Währenddessen wurden mehrere kleinere und ein 32 Pfünder gefangen. Es waren bis zum Freitag auch nur 3-5 Angler am See.

Die Fische aus dem Dachswaldsee sind UnikateDonnerstagmittag gab es einen Wetterumschwung mit Wind und aufkommenden Regen und ich verlor leider wieder einen Fisch, wurde jedoch in der Nacht mit einem wunderschönen Spiegler im strömenden Regen entschädigt. Er biss auf Monster-Liver Selfmades. Die Fische kämpfen hier extrem hart und bleiben zeitweise im Kraut hängen und gerade die Großen wissen natürlich genau wo sie hin müssen. Vor der letzten Nacht wurden nochmal die Ruten neu beködert und gehofft. Doch eines war mir bereits klar, ich werde wieder kommen!

Gefangen hatte ich leider nix mehr. Am Samstag ging es dann die 830km zurück nach Berlin. Zwar hatte ich keine Riesen gefangen und mir war klar, dass mehr gehen kann, aber für mich zählte hier erst einmal jeder Fisch doppelt und ich hatte neue Erfahrungen gesammelt. Außerdem war es für uns zwei sehr angenehm und entspannend bei sommerlichen Temperaturen einfach mal abzuschalten.

Der See
Das Gewässer ist 8ha groß und diente früher als Kiesgrube für den Bau der nahe gelegenen A5. Teilweise weist der See Tiefen von 12-15m auf. Größtenteils ist er aber 6-7m tief, mit dicht am Ufer verlaufenden Scharkanten.

Abendstimmung am SeeDie Uferbereiche sind stark verkrautet, weisen aber auch Kraut und Kieslöcher auf (gerade unter den überhängenden Bäumen). Auch in den restlichen Teilen des Sees gibt es viele Krautfelder, weswegen ein Echolot oder die Lotrute unbedingt mitgenommen werden müssen, um die freien Flächen und Lücken zu finden.

Das Nahrungsangebot ist reichhaltig und da der See fast nie zufriert und überdurchschnittlich warm ist, wachsen die Karpfen zu guten Größen heran.

Der Bestand ist nur schlecht einzuschätzen, aber es treiben vermutlich hunderte Karpfen mit Gewichten bis über 60Pfund( 70Pfund sollte auch möglich sein), ihr Unwesen. Fische über 40 Pfund gibt es laut Besitzer sehr viele und Dreißiger werden sehr oft gefangen. Schleien bis 10Pfund und große Störe, sowie Welse über 2 Meter gibt es auch noch! Erst kürzlich wurde ein 55Kg Fisch auf Boilie am 8er Haken gefangen!

Trotzdem ist das Gewässer nicht leicht zu befischen und wenn man nicht am Ball bleibt, kann man auch durchaus als Schneider nach Hause fahren.

Ein makelloser Schuppi aus dem DachswaldseeBei den Köder muss man experimentierfreudig sein, denn die Karpfen kennen schon fast alles. Tigernüsse sind angeblich immer gut und bei den Boilies sind scheinbar kleinere Größen und veränderte Formen nicht schlecht. Weniger ist auf jeden Fall hier mehr und Singlehookbaits sind oftmals auch erfolgreich. Regeln gibt es beim Futter nicht, denn immer wenn man denkt, man hat den Dreh raus, ändern die Karpfen wieder ihr Verhalten. Daher ist es schwer einen Ködertipp abzugeben, ungeflavourte Boilies waren zumindest in diesem Fall erfolgreich und Fertigboilies wurden scheinbar ignoriert.

Sieht man Fische gründeln kann es erfolgreich sein, genau dort einen Pop-Up abzulegen.

Da die Fische nach dem Anbiss mit dem Kopf schütteln, kann ein Shockerrig, bei dem das Blei semifixiert ist, mehr Pieper in einen Biss verwandeln. Der Versuch von Running- Rigs, wäre auch noch eine Möglichkeit. Außerdem ist Tarnung beim Rig sehr wichtig. Nix darf blitzen oder sich extrem vom Grund abheben, Absenken wird jedoch durch das Kraut erschwert.

  

Reglement
Man bezahlt für eine Stelle und die jeweilige Rutenanzahl. Zeitlich Vorgaben (Wechseltage etc.) gibt es nicht. Der bezahlte Angeltag hat 24 Stunden. Boote sind erlaubt und für eine geringe Gebühr auszuleihen, wenn man kein eigenes Schlauchboot o.ä. hat. Auch Futterbote dürfen verwendet werden. Zum Rutenablegen und Drillen kann ich ein Boot nur empfehlen.

Die AngelplätzeZum Schutz der Fische sollten Schonhaken, keine geflochtenen Hauptschnüre, sondern Monos mit mind. 0,30mm Durchmesser und Safetyclips o.ä. verwendet werden.

Große Karpfenkescher, Desinfektionsmittel und eine große Abhakmatte sind selbstverständlich;)

Außerdem gibt es je nach Wassertemperatur eine Futterbegrenzung pro Rute.

  

Das Drumherum
Paylakes bieten Annehmlichkeiten, die man normalerweise nicht hat. Allgemein herrschte ein sehr angenehmes und freundliches Klima am gesamten See. Der Besitzer Martin Zehnder, war wenn es Fragen oder kleinere Probleme gab, immer als Ansprechpartner vor Ort und wenn nötig hilft er auch beim Händeln und Fotografieren der Fische! In diesem Fall war Strom an jedem Angelplatz, einen Kühlschrank und ein WC, sowie weitere ordentliche Biotoiletten.

Eine Dusche ist geplant, aber es gibt in 1km Entfernung auch einen großen Autohof mit Duschmöglichkeiten. Einkaufsmöglichkeiten, Bahnhof, Banken etc. gibt es im Nachbarort Lahr in 4km Enfernung. Das gesamte Gelände ist abgeschlossen und überwacht, somit ist man vor Diebstehlen sicher. Auch die Autos können am Angelplatz stehen. Also auch ein ideales Gewässer wenn man weibliche Angelbegleitung hat oder sogar für die Familie, da Freiburg und vor allem der Schwarzwald leicht erreichbar sind.

Anfahrt
Der See ist über die A5 bequem zu erreichen (von Frankfurt sind es ca. 2,5 Stunden/von Karlsruhe 45 min.) Man nimmt die Autobahnabfahrt Lahr und fährt an der ersten Kreuzung Richtung Lahr nach links(Norden), am Autohof wieder links und nach 1km kommt auf der linken Seite ein Schild „DWS" und schon ist man am Ziel. Weitere Infos gibt's auf www.dachswaldsee.de und vor allem bei Martin Zehnder unter Tel.: 0160 23 42 822 oder 0151 57 2300 13 .

Fazit
Der See ist eine echte Herausforderung, bietet aber genug Raum zum Entspannen. Es herrscht ein angenehmes Klima und man bekommt auch viele Tipps und Ratschläge.

Das Kraut und die überhängenden Büsche an der UferkanteDie Chancen einen 50 Pfünder zu fangen sind recht hoch, jedoch sollte man keine zu hohen Erwartungen haben, denn der See ist unberechenbar und launisch. Mal läuft es wie von selbst und am nächsten Tag ist man am Verzweifeln.

Kostentechnisch ist der Kartenpreis als verhältnismäßig günstig anzusehen, im Vergleich zu beispielsweise Frankreich und man spart sich auch die teure Autobahnmaut unseres Nachbarlandes

Ich wünsche euch, wenn ihr es auch einmal wagen möchtet, viel Spaß am Dachswaldsee!

Always Tight Lines,

Christian Paepke

Carpfreaks Brandenburg Team