Im Gespräch: Florian Läufer
Sein aufsehenerregendes Buch ist nur die logische Konsequenz einer Entwicklung, die unseren Interviewpartner Florian Läufer durch die halbe Welt geführt haben. Er ist einer der ganz wenigen Globetrotter von internationalem Format aus Deutschland und wir sind schon ein wenig stolz, ihn in diesem Interview befragen zu dürfen.
Hallo Florian, schön dass du im Interview dabei bist. Die erste Frage ist natürlich die nach deinem persönlichen Werdegang.
Hallo Markus, hallo liebe cc-Leser! Recht herzlichen Dank für das Interesse an diesem Interview. Ich freue mich, mich den gestellten Fragen stellen zu dürfen und hoffe, dass Ihr die Zeilen mit Gefallen verfolgt.
Tja, wie bin ich denn nun zum Angeln gekommen? Eigentlich bin ich gezwungen worden! Nee, mal im Ernst: Mit dem Angeln habe ich als 12 jähriger Bub, in einem Familienurlaub begonnen. Es sollte mit meinen Eltern und Geschwistern zum Sommerurlaub in den bayrischen Wald gehen, als mein Vater sich daran erinnerte, seine Angelruten aus seiner Jugendzeit mitzunehmen. Ich protestierte auf heftigste, denn nichts schien mir langweiliger, als im Urlaub mit einer Angel am Wasser sitzen zu müssen!
Nun ja, mein Vater setzte sich durch und wir nahmen die Ruten mit… Im Urlaub angekommen, stellte sich heraus, dass sich in unserer Pension ein weiterer Angler eingemietet hatte, der mir sehr sympathisch war, da er für einen Knirps wie mich die nötige Geduld mitbrachte. Er nahm mich schon am zweiten Urlaubstag mit ans Wasser und wir fingen prompt ein paar Fische. Gegen meine innerste Überzeugung gefiel mir die Angelei auf Anhieb und ich ging in diesen drei Wochen fast jeden Tag mit dem Angler ans Wasser (der Arme). Ich hatte Blut geleckt…
Aus dem Urlaub zurückgekehrt, bat mein Vater einen Bekannten der Familie –ein leidenschaftlicher Wettkampfangler- mich unter seine Fittiche zu nehmen und mir das Angeln näher zu bringen. Olaf, so hieß er, wurde innerhalb kürzester Zeit für lange Zeit mein Mentor und brachte mir das Stippangeln bei, meldete mich zur Sportfischerprüfung an und brachte mich in einen Angelverein. Nur ein Jahr später belegte ich den dritten Platz bei einem Wettangeln und von da an angelte ich bei jedem Wettkampf mit, der sich mir bot. In meinen Jugendjahren belegte ich drei Jahre lang einen der ersten drei Plätze bei den Hamburger Meisterschaften, belegte einen Medaillenplatz bei der Deutschen Meisterschaft, wurde mehrfach Vereinskönig und gewann viele weitere Preise.
Genauso schnell wie meine „Wettkampfkarriere“ begann, endete sie auch. Als einige Jahre später das Setzkescherverbot in Kraft trat und jeder gefangene Fisch getötet werden musste, distanzierte ich mich von dieser Art der Angelei und widmete mich dem Allroundangeln.
Dabei reizten mich die Karpfen stets am meisten und ich hängte 1990 meinen ersten Boilie ans Haar, nachdem mein größter Karpfen auf eine herkömmliche Montage bis zu diesem Zeitpunkt 12 Pfund wog. Na ja, ihr kennt das... Plötzlich wurden ganz erstaunliche Fanggewichte Realität und ich blieb bis zum heutigen Tage an dieser Art der Angelei hängen.
Aber trotzdem: Ich bin ein sehr neugieriger Mensch und so haben mich stets auch andere Fischarten gereizt, so dass das Karpfenangeln immer „nur“ etwa 80 % meiner Angelei ausgemacht hat. Schon immer habe ich auch nebenbei auf andere Fischarten gefischt. Besonders berührt war ich beim Lesen diverser Zeitschriften oder Bücher, in denen von stundenlangen Kämpfen mit riesigen Fischen aus den Weltmeeren berichtet wurde und so fischte ich 1996 das erste Mal außerhalb Europas auf exotischere Fischarten. Dies wurde dann auch schnell ein weiteres Interesse in meinem Hobby und ich unternahm viele weitere Angelreisen.
Bleiben wir zunächst beim Karpfenangeln. Welche Form der Karpfenangelei bevorzugst du und wie gehst du am Wasser am liebsten vor?
Diese Frage lässt sich nicht so leicht beantworten, denn auch beim Karpfenangeln liebe ich die Abwechslung. Nur eines ist mir ganz besonders wichtig: Mit klaren Zielvorstellungen zu fischen! Dabei läuft meine Angelei meist in Phasen ab. Eine gewisse Zeit habe ich mir klare Jahresziele in Form von einer bestimmten Anzahl gefangener Karpfen mit bestimmten Mindestgewichten aus einer Auswahl verschiedener Gewässer gesteckt. Ein solches Jahresziel konnte beispielsweise bedeuten, aus drei verschiedenen Gewässern jeweils einen Dreißigpfünder und zehn unterschiedliche Zwanzigpfünder zu fangen.
Solche Zielvorstellungen halfen mir, das ganze Jahr über den nötigen „Biss“ zu behalten und konzentriert die Saison durchzufischen. In anderen Phasen wiederum ignorierte ich die Fischgewichte und wollte neue Gewässer entdecken. So habe ich beispielsweise einige Jahre in Mecklenburg-Vorpommern gefischt, um neue Gewässer kennenzulernen und zu erkunden. Dort habe ich meine größten Niederlagen einstecken müssen, aber auch die erfolgreichsten Angelnächte erlebt. Oder aber die Zeit zwischen 1995-1997. In dieser Zeit habe ich fast ausschließlich auf Graskarpfen in der Elbe gefischt. Ich wurde deswegen damals von vielen Karpfenanglern zunächst belächelt, denn sie meinten, ich würde auf nichts anderes als auf große, dumme Weißfische angeln.
Nachdem aber bekannt wurde, was für tolle Brocken man damals fangen konnte, traf ich viele dieser Leute bald an den Ufern der Elbe wieder. Beim Graserangeln! In den letzten Jahren hat mich dann allerdings auch das Zielfischangeln gepackt und ich versuchte aus einigen Gewässern ganz bestimmte Karpfen zu überlisten. Eine sehr spannende Art der Angelei, die ich mit allen Höhen und Tiefen erlebt habe. Einige Fische fing ich in kürzester Zeit, andere konnte ich auch nach längerer Zeit nicht überlisten. Seit einigen Jahren stelle ich mich meiner größten Herausforderung. Ich versuche meine beiden Kinder dauerhaft für das Angeln zu begeistern.
Dabei muss ich meine eigenen Belange regelmäßig zurückstellen, denn selbstverständlich kann man Kinder kaum für das Angeln interessieren, wenn man das ganze Wochenende hinter den Karpfenruten hockt und eventuell nur einen einzigen Biss bekommt. Ich bringe meinen Kindern vielmehr die Angelei in all ihren Facetten bei: Stippangeln, Spinnfischen auf Hecht und Co, Karpfenangeln (in einfachen und gut besetzten Vereinsgewässern) und eben das ganz normale „Würmer baden“. Wir sind häufig recht erfolgreich und mit viel Spaß an der Sache dabei und so konnte mein Sohn –als siebenjähriger- sogar schon Karpfen bis 39 Pfund (fast) alleine drillen.
Wie siehst du den Stand des Karpfenangelns in Deutschland?
Hmm…, manchmal neige ich dazu, gewisse Dinge recht schwarzmalerisch zu sehen. So auch die Zukunft des Karpfenangelns. Ich hoffe aber für uns alle, NICHT Recht zu behalten! Die Paragraphen 1 und 17 des Tierschutzgesetzes geben uns klare Vorgaben, dass unsere Art der Angelei und der Umgang mit den Fischen vom Gesetzgeber weder gewollt noch geduldet sind. Da gibt es einfach nichts dran zu rütteln. Egal, wie viele Interessenvertretungen oder Clubs es in unseren Kreisen auch gibt, die sich für unsere Belange einsetzen wollen. Juristisch ist die Lage also klar!
Wenn ich sehe, was die moderne Karpfenangelei in den letzten 15 Jahren für Staub innerhalb der Anglerschaft aufgewirbelt hat, wie viele Verbote und Beschränkungen die Folge aus unserer Art der Angelei entstanden sind, da kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass wir nochmals weitere 15 Jahre unser Hobby ungestört in der Form ausüben können, wie wir es momentan tun.
Wobei ja auch eindeutig zu spüren ist: Der Gegenwind wird stärker! Wurde ich am Anfang der Ära „Boilieangeln“ am Wasser noch als Spinner belächelt, wird man heute in eine Schublade der Störenfriede und Gesetzesübertreter gesteckt. Mein Tipp: „Do it in the Dark!” Je mehr wir im Misthaufen rühren, desto mehr fängt er an zu stinken! Vielleicht sollten wir viele Dinge ein wenig subtiler ausüben und uns solche Dinge wie striktes Catch & Release nicht allzu sehr auf die Fahne schreiben.
Wie wichtig sind dir die Fischgewichte beim Karpfenangeln?
Das ist ganz merkwürdig bei mir. Beim Karpfenangeln gehört das Wiegen eines größeren Fisches für mich einfach dazu. Sicher, jeden Zwanzigpfünder muss ich heutzutage nicht mehr in die Wiegeschlinge hängen, wenn ich aber einen größeren Fisch im Kescher habe, interessiert mich sein Gewicht brennend! Rekordfische werde ich hier bei uns in Norddeutschland ganz bestimmt niemals fangen, trotzdem ist es mir wichtig, das Gewicht eines besseren Karpfens genauer zu ermitteln. Beim Angeln auf andere Fischarten ist für mich das Gewicht fast immer zweitrangig.
Ich vermesse die Fische und schätze deren Gewicht; das reicht mir aus. Komisch, dass sich dies für mich beim Karpfenangeln noch nicht durchgesetzt hat… Ganz im Gegenteil, beim Karpfen interessiert mich kaum die Länge eines Fisches und ich vermesse in den seltensten Fällen einen Karpfen. Mir geht es nicht um Rekorde, aber Karpfen bewerte ich halt in Pfunden und die meisten anderen Fischarten in Zentimetern. Die Frage war aber, ob die Gewichte mir wichtig sind. Ja, sie sind es!
Ansonsten würde ich nur in gut besetzten Vereinsgewässern fischen und zehn Karpfen pro Nacht fangen. Das will ich aber nicht, denn es ist mir in der Regel wichtiger, einen richtig schweren Karpfen zu fangen, als mehrere Kleine. Trotzdem sollte man alles in Relation sehen, denn 60-Pfünder gibt es bei uns im Norden einfach nicht und so freue ich mich hier oben weiterhin über 30er und hoffe insgeheim mal auf einen Vierziger. 50-Pfünder kenne ich nur von Bildern aus der Zeitung und ich habe in meinem Leben noch nie einen solchen Brocken live zu Gesicht bekommen.
Schwierig manchmal, sich nicht durch die Fangmeldungen aus dem Süden Deutschlands beeinflussen zu lassen, aber wir müssen hier oben mit dem Leben, was realistisch ist!
Du bist bekannt für Angelreisen in weit entfernte Länder, um dort auf exotische Fische zu angeln. Wie sieht es beim Karpfenangeln aus? Was hast du schon für Karpfen-Trips unternommen?
Karpfentrips? Da habe ich erst einen einzigen unternommen und der ging an den legendären Cassien. Es war spannend, den Flair dieses Gewässers zu erspüren, aber ehrlich gesagt, hat mir der Trip nicht gefallen. Ich war zu einer Zeit dort, in der der See komplett voll war. Nach drei Tagen wollte ich den Platz wechseln, aber es war fraglich, ob ich überhaupt einen neuen Platz ergattern konnte, wenn ich meinen Platz verlasse, so viele Angler saßen am See! Letzten Endes konnte ich dem See einige Karpfen entlocken, aber diese Art der Angelei entsprach beim besten Willen nicht meinen Vorstellungen.
Der Grund, dass ich keine Karpfentrips in entfernte Gefilde unternehme, ist allerdings ein anderer. Für mich ist die Karpfenangelei das Angeln vor der Haustüre und ich fische ausschließlich in Norddeutschland auf Karpfen. Meine Ansitze, in denen ich länger als sieben Tage am Stück hinter den Karpfenruten saß, kann ich tatsächlich an einer Hand abzählen. Wenn ich mir in den Kopf setze, einen Angeltrip zu unternehmen, dann ist es mir ganz wichtig, Dinge dabei zu erleben, die ich in meiner Alltagsangelei nicht erleben kann. Selbst wenn ich in Afrika auf Karpfen fischen würde, werde ich immer die gleichen Fische fangen, wie ich sie auch bei mir Zuhause fange.
Vielleicht mögen sie in anderen Ländern einige Kilos mehr wiegen, aber es bleiben halt Karpfen, die ich auch bei mir im Vereinsteich fangen kann. Nein, auf einem Angeltrip stehen Abenteuer und Entdeckungslust für mich an erster Stelle! Ich möchte Dinge sehen, die ich Zuhause niemals zu Gesicht bekommen werde und Fische fangen, die ich vor der Haustür nicht fangen kann. Außerdem liebe ich es, mich mit neuen Angelmethoden und Fischarten auseinanderzusetzen. Dabei gibt es keinerlei Routine und alles ist so spannend, wie es damals war, dem ersten 20 Pfünder entgegenzufiebern.
Es gibt ein Sprichwort, das sagt: „Wenn du Meister in einer Disziplin geworden bist, solltest du Schüler in einer neuen werden.“ Nun behaupte ich keinesfalls, das Karpfenangeln meisterlich zu beherrschen, aber dennoch gibt es für mich dabei nicht mehr soviel Neues zu entdecken und viele Dinge wiederholen sich. Übrigens, es geht mir bei meinen Angeltrips nicht ausschließlich um Monsterfische aus weit entfernten Ländern. So habe ich im Frühjahr beispielsweise mit Burkhard Wagner einen Trip nach Schweden unternommen, um dort gezielt auf große Schleien zu angeln.
Wir waren äußerst erfolgreich dabei und konnten in sechs Tagen gemeinsam über 60 kapitale Schleien überlisten. Obwohl diese Fische maximal um 60 Zentimeter lang waren, war es ein hammer-cooler Trip, den ich lange in Erinnerung halten werde. Oder aber letztes Wochenende, als ich mit Burkhard zum Brassenangeln war. Wir fingen ein Dutzend Brassen zwischen 11 und 14 Pfund! Gezielt und mit entsprechend feinem Geschirr und nicht mit der Boilierute eingekurbelt! Solche Dinge machen mir enorm viel Spaß!
Nein, es müssen keine exotischen Riesenfische sein, wichtig sind mir lediglich neue anglerische Herausforderungen. Ich weiß nicht, wie man das Specimen-Hunting definiert, aber für mich ist es genau das! Drücke ich es etwas weniger spektakulär aus, bin ich ein Allroundangler mit dem Hang zum Kapitalen.
Dein Buch ist ja ein Novum in der deutschen Angelliteratur. Was hat dich dazu bewogen, es zu schreiben?
Nun, die erste Idee kam eigentlich von anderen Anglern aus meinem Umfeld. Sie meinten, ich hätte solch tolle Dinge erlebt und außergewöhnliche Fische gefangen, ich müsste glatt mal ein Buch darüber schreiben. Irgendwie festigte sich der Gedanke und durch den Kontakt zum Kosmos-Verlag wurde mir schon bald die Möglichkeit zur Realisierung dieses Projektes gegeben.
Das Tolle bei diesem Buch ist, dass ich viele verschiedene Leidenschaften miteinander verbinden konnte. Ich angle gerne, ich fotografiere und reise gerne und ich liebe es zu schreiben. All dies vereinigt sich zu diesem Werk, was in dieser Form sicherlich das erste Buch auf dem Anglermarkt ist. Ich habe bisher äußerst positive Resonanzen auf das Buch erhalten und bin sehr stolz auf das Ergebnis.
Auf welche 5 Dinge würdest Du auf Deinen Reisen nie verzichten?
Hui, schwierige Frage, kommt es doch arg darauf an, wo es hingehen soll. Ich will mal so antworten: Es gibt fünf Dinge, die mir auf jeder Reise wichtig sind und auf die ich teilweise aus organisatorischen und nicht unbedingt materiellen Gründen nicht mehr verzichten möchte: 1. Wie bereits erwähnt, möchte ich nicht auf die/den richtigen Reisepartner verzichten. 2. So viele Informationen wie möglich VOR Reiseantritt zu sammeln. 3. Eine gute Reiseapotheke. 4. Meinen Fotoapparat. 5. Ganz klar: Auf keinen Fall möchte ich auf das gute Gefühl verzichten, dass nach der Rückkehr meine Familie auf dem Flughafen steht und mich in Empfang nimmt!
Was hast du für die Zukunft für Schwerpunkte in deiner Fischerei geplant?
Ich habe keinen Plan den ich abarbeite, aber dennoch habe ich ein paar Ideen, wie es weitergehen soll. Im Winter steht ein Trip an den Amazonas in Ecuador an, der momentan meine ganze Energie bindet, da ich mitten in den Vorbereitungen stecke. Danach möchte ich in der Saison 2008 gerne wieder ein wenig intensiver auf Karpfen angeln, da ich dies in den letzten 2 Jahren aus zeitlichen Gründen ein wenig vernachlässigt habe. Ferner möchte ich meine Fähigkeiten in der Kunstköderfischerei auf die heimischen Raubfische verbessern, was dann ab Oktober/November 2008 aktuell werden wird.
Ansonsten ist mein größtes Ziel anglerisch stets flexibel zu bleiben und auf möglichst viele unterschiedliche Fischarten auf einem hohen Niveau zu fischen. Außerdem möchte ich bestehende Anglerfreundschaften pflegen und neue hinzugewinnen. Ich hätte nichteinmal die Hälfte aller meiner Fische gefangen, ohne die Hilfe durch andere Angler! Ich bin einigen Personen sehr, sehr dankbar für ihre Unterstützung in meiner Angelei.
Florian, du bist seit Jahren regelmäßig in den Angelmedien vertreten, gehörst dabei aber zu den Wenigen, die nicht bei irgendeiner Firma unter Vertrag sind. Was hältst du vom Sponsoring?
Gute Frage, Markus! Hätte man mich in jüngeren Jahren danach gefragt, hätte ich einem Angebot kaum widerstehen können, bietet so etwas doch die Möglichkeit, sich dieses Hobby ein wenig finanzieren zu können. Heute bin ich sehr froh, dass sich diese Frage mir damals nie stellte, denn so bin ich auf keinem Fangfoto genötigt, ein T-Shirt mit irgendeinem Firmenlogo zu tragen, oder in meinen Artikeln zwanghaft Produkte nennen zu müssen.
Ich drücke es ganz bewusst so boshaft aus, denn sehr häufig muss ich beim durchblättern der Magazine ein wenig schmunzeln, manchmal sogar lachen. Da wird von Firma zu Firma gewechselt und in den Artikeln auf fragwürdige und primitive Weise Produkte platziert, dass es schon fast ins Lächerliche geht. Das ist natürlich nicht immer und überall so, aber eben doch recht häufig.
Erstaunlich, wofür manche bereit sind ihren Namen und ihr Gesicht zu verkaufen.Vor kurzem war ich dann -nach rund 15 Jahren Karpfenangeln- drauf und dran ebenfalls Fieldtester für eine Firma zu werden, allerdings ohne Bezahlung, oder andere großartige Vorteile. Einfach, weil ich vom Konzept der Firma überzeugt war und mich ein freundschaftliches Verhältnis zum Firmeninhaber verband. Am Ende hat sich dies dann allerdings aus anderen Gründen zerschlagen.
Was ich damit sagen will: Ich finde es klasse, wenn man für eine Idee, oder für eine Philosophie steht, aber dann eben aus Überzeugung und Ehrlichkeit und nicht für ein paar Kilo Boilies, oder ein wenig Tackle. Ich kann nicht ausschließen, selbst einmal irgendwann in die Dienste einer Firma zu treten, hätte dann aber ganz klare Vorstellungen von solch einer Zusammenarbeit. Ich tue mich in meinem Hobby halt immer schwer, vertragliche Bindungen einzugehen, denn Verträge haben meiner Meinung nach im Hobby nichts verloren. Wer es braucht, soll’s aber gerne machen…
Du als erfahrener Globetrotter hast ja bereits so einiges erlebt. Was waren deine schönsten und auch schrecklichsten Momente?
Es gab von beiden ausreichend. Ich erlebte eine Menge negative und positive Dinge. Wir wurden bestohlen, Flüge wurden gestrichen, Gepäck ging verloren, es gab gesundheitliche Probleme und natürlich gab es auch jede Menge Beißflauten. Das schlimmste aber waren Trips mit falschen Reisepartnern! Es ging sogar soweit, dass sich in Amerika ein Guide weigerte, mit einem Teil unserer Reiseteilnehmer ans Wasser zu gehen und diese dann frühzeitig den Rückflug antreten mussten!
Das ist keine besonders tolle Erfahrung, wenn man als Organisator der Reise für diese Leute eingestanden hat! Dem Gegenüber standen allerdings viele, viele positive Erfahrungen, wie dem kennen lernen anderer Menschen und Kulturen, dem Fang exotischster Fische und dem Erleben atemberaubender Natur. Ich liebe es, mich auf einem Angeltrip zu befinden!






