Jahreswechsel - Gedanken zum Karpfenangeln
2011 ist da. Komisch, oder? Nur weil in unserer Zeitrechnung ein neues Jahr begonnen hat, denkt man wie auf Kommando an die Zukunft. Aber auch an die Vergangenheit, konkret die des letzten Jahres. Die letzten 12 Monate werden noch einmal besonders bedeutsam. In Zeitung und TV ist diese Zeit vornehmlich irgendwann um Weihnachten. Überall sieht man Jahresrückblicke und die ultimativen Pannenshows. Bei mir ist das anders. Irgendwie besinne ich mich immer erst auf das Alte, wenn das Neue schon begonnen hat. Jetzt ist 2011 und 2010 holt mich wieder ein.
In den letzten Tagen habe ich Bilder sortiert für einen Diaabend mit Freunden und befreundeten Anglern. Dieses Event ist immer unser eigener anglerischer Jahresrückblick und unterscheidet sich von den kommerziellen (nichtanglerischen) vor allem dadurch, das wir uns auf positive und lustige Augenblicke fokussieren. Dazu gibt es leckeres Essen in guter Menge, super Gespräche und witzige Kommentare. Die Vorbereitung zu diesem Abend macht mir aber am meisten Spaß. Ich gehe meine Fotos durch, sehe Ausschnitte von 2010 und habe sofort die zugehörige Situation vor Augen samt Bildern, die nie fotografisch gebannt wurden.
Auch wenn es viel Arbeit ist, hunderte von Aufnahmen zu sortieren, zu bearbeiten und zu konvertieren und vielleicht noch passende Musik für die Diashow, die daraus entstehen soll, auszuwählen, so gibt es mir Gelegenheit und Anreiz mich des Erlebten zu erinnern und dieses zu genießen.
Da sind die Fotos vom Frühjahr. Jan und ich hatten den Winter satt und wollten den Frühling rufen indem wir so taten als ob.... Wetter und Temperaturen waren alles andere als optimal. Es war egal. 5 Tage sollte die erste Session des Jahres lang werden und wir rechneten in unserem grenzenlosen Optimismus sogar mit einem Fisch. Es sollte viel besser kommen.
Es wurden geniale Stunden. Wir versuchten uns in die Situation unter Wasser hereinzudenken und angelten mit einzelnen Ködern in flachstem Wasser. Dazu gab es leckeres Weichfutter und die Fische mochten es. Gleich in der ersten Nacht konnte Jan den größten Schuppi des Sees direkt vor unseren Füßen fangen und dabei sollte es nicht bleiben. Folgend fingen wir täglich Fische und verbrachten eine perfekte Zeit. Auch aufgrund unserer Freundschaft, denn niemals hätte einer meiner Solosessions so gut werden können. Perfekt wird es immer nur mit einem guten Freund an der Seite.
So auch im Frühsommer. Martin, ich und Murphy. Ihr kennt die Geschichte. Foto für Foto formen sich Erinnerungen und ich kann ihnen einfach nachhängen. 2010 hatte so einiges in Petto für mich. Mehrere neue Gewässer, Sessions mit Menschen, denen ich mich verbunden fühle, mit denen ich aber aufgrund weit entfernter Wohnorte und begrenzter Zeit bisher nicht loskonnte, Fische aus Gewässern, die ich lange nicht verstanden habe und vieles andere mehr.
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Als mir die Raws unseres Schnupperangelns in die Hände fallen, muss ich unwillkührlich grinsen. Ich hatte in Kooperation mit unserem Vereinsvorstand ein Schnupperangeln als Ferienangebot für Kinder zwischen 7 und 14 ins Leben gerufen. Wie viele Vereine hätten auch wir gerne mehr Jugendliche, aber wie soll man diese erreichen? Aus dieser Frage entwickelte ich einen Nachmittag für Kids, der Ihnen einen Einblick ins Angeln, verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Kreatur, aber auch das Vereinsleben bieten sollte. Wir bewarben das für die Kids kostenfreie Event lokal und knapp 30 interessierte Kinder kamen. Es wurde ein Nachmittag mit Casting, Angeln und Fischkunde.Viele Helfer und eine tolle Zusamenarbeit des Vorstandes machten dies möglich und schreien nach Fortsetzung...
Ein Foto von Jan erinnert mich aber auch an Misserfolge. Es entstand kurz nachdem Jan nach langem und spektakulärem Drill einen 40er direkt unterm Boot durch Schnurbruch verloren hatte. Es wäre sein erster in Deutschland gewesen. Die Erkenntnis, dass er eine Packung mit fehlerhaften Haken erwischt hatte und den Schnurbruch durch bessere Prüfung seines Vorfaches hätte verhindern können, machte die Sache nicht besser. Was so ein kleiner Grat am Hakenöhr ausrichten kann...
Dann war da noch die Session, bei der ich mit einem nichtangelnden Freund die Fische unter Wasser beobachten und anschließend fangen konnte, die Erinnerung an nächtliche Staus nach dem Füttern, die Gedanken an meine Zeit allein auf dem nächtlichen See und und und...
So habe ich die letzten Tage freie Stunden mit Bildern und Erinnerungen an 2010 verbracht. Zwischendrin machte sich aber auch die Zukunft breit. Von überall kündigen sich Neuerungen an. Mit Carp Sounder gibt es interessante Gespräche, diese Kolumne wird ab sofort bebildert erscheinen und mit allen Freunden tausche ich mich darüber aus, was wir 2011 so vorhaben. Meine Ziele sind überschaubar. Ich möchte dieses Jahr nen fetten Meter+ Hecht, zwei Gewässer (möglichst erfolgreich) beangeln und ab und zu mal was Neues probieren. Bei manchen ist 2011 schon viel konkreter. Frisch in einer Beziehung wird der Angelurlaub mit Frau im Süden geplant. Dazu soll es Fische aus verschiedensten Gewässern bringen und der Umzug in eine 100qm+ steht auch an. Das erfordert Planung.
So switche ich derzeit zwischen Zukunft und Vergangenheit mit der Gewissheit, dass mich 2011 schon bald vollkommen einnimmt. Soll es doch. Ich freu mich schon...
Ein gutes Jahr 2011...
Jan-Simon







