LK-Baits

Subfloats, der senkrechte Weg

Von Christian Rathgeber / Mai 2011

Viele kennen sie, wenige setzen diese Montage ein. Vielleicht aus Faulheit, vielleicht mangels Vertrauen. Doch ermöglicht das fischen mit Auftriebskörpern erstaunliches.

Ein Subfloat hielt die Schnur vom Gewässerboden entfernt - dieser Schuppi ist das ErgebnisDas erste Mal als ich mit einer solchen Montage in Berührung kam, befischte ich einen Stausee Anfang 2000 in Süddeutschland. Das Gewässer weist im Grunde kaum schroffe Abbruchkanten auf,  somit wäre der Einsatz von „Subs“ eher als übertrieben anzusehen. Ein Freund von mir, mit dem ich ab und an mal auf einer Stelle fischte, setzte regelmäßig Styroporkugeln als Auftriebskörper ein, um die Schnur senkrecht vom Boden fern zu halten. Der Grund war lediglich der, er wollte auf jeden Fall vermeiden, dass die Fische mit seiner Schnur in Berührung kommen, oder ein gehakter Fisch mit der Schnur im schlepp über den großflächigen Futterplatz flitzt.  Man stelle sich vor: 15 Fische fressen auf einem Futterplatz in 100m Entfernung vom Ufer. Ein Fisch hakt sich und rast davon.. Die abgesenkte Schnur spannt sich und „schneidet“ kurz über den Grund über den gesamten Futterplatz. Ich glaube nicht, dass die verbleibenden 14 Rüssel unverzüglich mit der Nahrungsaufnahme fortfahren.

Deutlich zu sehen, die bereits vorgeschaltete Perle. Jetzt nur noch den Subfloat einklinken und los!In den meisten Fällen können wir nicht vorher sehen, aus welcher Richtung die Fische auf unser Futter eintreffen werden. Somit fällt es mir schwer meine Montagen „intelligent“ zu legen, sodass die Fische nicht mit meiner Schnur in Berührung kommen. Statt zu versuchen seine Montage und die folgende Schnur abzusenken, was sowieso nie zu 100%ig gelingt, können wir den Weg nach oben suchen und lediglich unser Blei und das Rig aufliegen lassen. Damit umgehen wir auch galant das Problem des „Abspannens“ an beengten Plätzen. Bzw. wird so wirkungsvoll verhindert, dass die Ruten sich gegenseitig behindern.

Wenn ich an größeren Seen fische, liegen meine Rigs oft über eine große Wasserfläche verteilt. So kann ich an unbekannten Gewässern schnell herausfinden, welche Stellen produktiv sind. Dabei füttere ich oft sehr Großflächig an, was jedoch nicht zwangsläufig mit großen Mengen einhergehen muss. Vielmehr geht es darum, die Fische auf meine Köder aufmerksam zu machen. Für diese Area-Taktik eignet sich ebenfalls eine Subfloatmontage hervorragend. 

Gekauftes und gebasteltesDoch wie baue ich mir eine gute Montage? In der Regel benutze ich eine normale 0,35er monofile Schnur und eine dicke mono Schlagschnur mit mindestens 0,45mm Durchmesser, besser noch stärker. Alternativ kann man auch geflochtene Schnur verwenden. Monofile sollte bei großen Distanzen gefettet werden. Braid treibt meist eh sehr gut auf. Warum aber soll die Schnur einen gewissen Auftrieb besitzen? Ganz einfach: Bei einem Lauf sollte bei Verwendung eines Subfloats nicht angeschlagen werden, denn das würde speziell bei Hindernissen, die zwischen uns und dem Fisch liegen, den gesamten Aufbau zunichte machen.

Wenn ein Fisch gebissen hat, lass ihn laufen! Dazu lege ich die Rute nur in mein Boot und rudere über den Fisch. Die Schnur wird dabei lediglich lose aufgespult. Und da macht sich eine auftreibende Schnur schon bemerkbar, da sie gar nicht großartig absinkt. Erst wenn der Fisch unter dem Boot ist, oft gut zu erkennen an dem Subfloat, wird Druck gemacht. Keine Angst! Es funktioniert hervorragend! Bei kleinen Haken und Bleien ab 270gr muss man sich keine Sorgen machen. Am besten eignen sich Safety Clips, in die je nach Geschmack Bleie, Steine oder selbst gegossene Betonklötze gehängt werden können.

Alles gut gegangen, die Präsentation hat er nicht durchschautWer Blei nimmt, ist mit Grippas oder Kugelbleien gut bedient. Steine sollten mit einer dünnen Monoschnur befestigt werden. Der Fisch hakt sich sehr sicher und wird meist bei der ersten Flucht den Stein los.  Mit einem Stopperknoten können wir die Tiefe einstellen, in dem sich der Subfloat später befinden soll. Ich stelle diesen meist rund 0,5m unter der Wasseroberfläche ein, so entgehe ich dem Wellenschlag, der eventuell weitergetragen wird, und so eine „Scheuchwirkung“ verursachen kann. Eine Kunststoffperle verhindert ein Durchrutschen des Subfloats wirkungsvoll.

Der eigentliche Subfloat besteht bei mir aus einer einfachen Styroporkugel. Erhältlich in Baumärkten. Dort gibt es verschiedene Durchmesser. Je nach Entfernung und Bleigewicht kommen mal kleinere, mal größere Durchmesser zum Einsatz. Die Bauanleitung ist sehr einfach. Das Styropor wird mit einer Stringernadel durchstochen und etwas Tube durchgezogen. Das Tube sollte sich mit den beiden Enden treffen und eng anliegen. Etwas Amnesia wird nun durch den Schlauch gezogen und verknotet. Ein Wirbel bzw. Speedlink gewährleistet guten Durchlauf. Und der ist später sehr wichtig, da sich ansonsten das Rig beim Ablegen vertüddeln kann.

Eigenbautarnung. Ein Geschenk von meinem Freund DannyWie kann ich Vertüddelungen wirkungsvoll beim Ablegen vom Boot aus umgehen? Wer, wie ich nicht auf steife Stiffrigs festgenagelt sein will, muss sich zwangsläufig etwas ausdenken. Langsames Rückwärtskurbeln ist sehr gut. Bei starkem Wind jedoch weitestgehend unbrauchbar, wenn unter uns 15m Wasser sind. Es führt kaum ein Weg an PVA vorbei. Aber nicht immer muss dort auch Futter drin sein. Trockene Steine oder Ufersand eigenen sich gleichermaßen gut. Etwas Öl hilft bei großen Tiefen zu verhindern, dass sich das PVA frühzeitig auflöst.

Was macht mehr Sinn: Über- oder Unterwassertarnung?
Es gibt eine Reihe Möglichkeiten unsere Montage zu Tarnen. Was für viele Momentan vielleicht übertrieben und albern erscheinen mag, ist zumindest an schwierigen Gewässern eine nicht von der Hand zu weisende Option. Gerade in klaren Gewässern können Karpfen eine im Wasser verlaufene Schnur sehen und bei Berührung ergreifen sie die Flucht.

Abhilfe können hier Eigenkreationen, oder mittlerweile zum Glück die ausgereiften Alternativen von Spro schaffen. Hierbei handelt es sich beim Eigenbau, wie bei der Kaufvariante um Leadcore mit Kraut bzw. Fadenalgenimitat. Fantastisch! Für den Fisch kaum vom Original zu unterscheiden. So schöpft er keinen Verdacht. Erst recht nicht, wenn sich Schwebeteilchen am Material festsetzten.

Das Eigenbau Krautrig eignet sich sehr gut um die unmittelbare Krautkante zu befischen. Der Fisch sieht nichts, da die drahtige Schnur erst einige Meter oberhalb der Tarnung beginnt.

In diesem Sinne

Christian „Radi“ Rathgeber