Uferfischen
Dieser Bericht soll demonstrieren, dass man seine Montagen nicht an die andere Seite des Sees werfen muss, um Fänge zu machen. Dies ist die Praxis vieler Angler, die das nahe Ufer unterschätzen oder nicht beachten. Ich fische selber an einem Gewässer, wo Ufer-Fischen zum Erfolg führt und nun will ich meine Erfahrung weitergeben und aufzeigen welche Vorteile diese Methode mit sich bringt.
An den meisten Seen, an denen ich fische, herrscht sehr hoher Angeldruck. An einem dieser Seen gibt es eine Insel, die ist jedes Wochenende mit mindestens 16 Rigs umzingelt. Am Anfang fischte ich auch an der Insel und ich fing nicht schlecht. Irgendwie ließen die Bisse aber nach einiger Zeit nach und ich fragte mich, woran das liegen könnte. Ich schälte meine Murmeln oder habe sie in Würfel geschnitten, aber trotzdem fing ich nicht. Bis mein Kumpel mit dem Ufer-Fischen begonnen hat und damit gute Fänge machte. Sein Erfolg motivierte mich es ihm nachzumachen.
Seitdem fische ich regelmäßig vor dem Ufer und das sogar mit großem Erfolg.
Meiner Meinung nach ziehen sich die Fische in der Nacht ans Ufer zurück um Nahrung zu suchen. Ich vermute auch, dass sie dort mehr Futter finden und in der Nacht ist es auch hier ruhiger. Dies ist ja tagsüber nicht der Fall.
Gute Spots sind Ufer, die mit Schilf bewachsen sind, wo Büsche über das Wasser ragen oder flache Stellen, wo dann eine Kante kommt. Diese Plätze sind immer einen Versuch wert. Wenn dort Schilf wächst, würde ich erst mal füttern und am nächsten Tag schauen, ob die Fische den Spot annehmen. Wenn ich sehe, dass das Futter aufgefressen wurde, lege ich meinen Rig genau 1m vom Schilf aus, auch wenn dort nur ein halber Meter Wassertiefe herrscht, dass macht nichts. Keine Angst der Fisch kommt selbst in so seichten Bereich, gerade im Sommer sind solche Stellen bei unseren schuppigen Freunde beliebt.
Aber man muss nicht unbedingt ein Ufer mit Büschen oder Schilf haben, denn die Fische ziehen auf alle Fälle ans Ufer. Es hat zwar schon Vorteile. wenn es vorhanden ist, aber es hat nichts mit dem Fangen zu tun, das hat keinen großen Einfluss auf den Fang.
Zur Futtertaktik:
Ich verwende gerne Partikel-Mix aus Mais und Weizen, Boilie und Pellets in der Größe von 8 mm. Ich verwende sehr viel Weizen, der Vorteil daran ist, dass er sätet Fische nicht so schnell sättigt. Noch ein wichtiger Tipp: Im Winter würde ich nicht am Ufer fischen, da die Fische sich im tieferen Abschnitt aufhalten, denn dort ist es ja bekanntlich wärmer, am Ufer ist es ihnen zu kalt. Nicht vergessen, dass der Mais 24 Stunden eingeweicht werden muss, denn sonst schadet er den Fischen.
Gerade an den Seen, wo das Fischen mit dem Boot nicht erlaubt ist, hat das Ufer-Fischen seinen Vorteil, man braucht kein Boot um seine Montagen abzulegen. Gerade wenn man auf weite Distanz werfen muss, kann sich das Rig verheddern und dann ist ja auch klar, dass nichts beißt.
Das passiert beim Uferfischen eben nicht. Der nächste Vorteil ist das genaue Füttern. Fischt man auf weiter Distanz, platziert man nicht so genau wie wenn man vor dem Ufer fischte. Da kann man auf den Punkt genau Füttern.
Man muss auch beachten, dass man sich dementsprechend verhält, wenn man vor dem Ufer fischt. Das heißt nicht rumspringen, laute Musik hören und nicht gerade schwimmen oder mit Kunstköder fischen. Man sollte sich relativ ruhig am Platz verhalten, weil die Fische am Ufer auf jede Bewegung reagieren und sofort verschwinden. Gerade die großen Fische suchen die Ufer öfter auf, als man denkt. Wichtig ist außerdem, dass die Schnur gesenkt wird, wenn man vor dem Ufer fischt.
Es gibt drei Möglichkeiten, um die Schnur zu senken. Man kann mit einer ganz schlaffen Schnur fischen. Das hat den Vorteil, dass der Fisch nicht in Berührung mit der Schnur kommt. Das ist wichtig weil manche Fische schon schlechte Erfahrung mit der Schnur gemacht haben.
Sie bekommen dann Panik und verlassen auf der Stelle den Spot. Der Nachteil mit schlaffer Schnur ist, dass der Fisch zu viel Spielraum hat und man keinen Fallbiss mitbekommt. Gerade an Ufern mit Hindernissen würde ich es nicht verwenden. Tags über ist diese Methode Top, aber nachts nicht.
Dann gibt es die Back Leads von verschiedenen Herstellern z.B. FOX, Korda und so weiter.
Die Schnur ist ganz normal auf Spannung, durch das Gewicht des Back Leads wird sie auf den Grund gedrückt und der Fisch hat keinen Kontakt zur Schnur.
Was man beachten sollte, der Fisch hat ein bisschen Spielraum bis der Bissanzeiger losgeht. Im Winter und beim Angeln vor den Hindernissen würde ich von den Back Leads abraten, wegen der Bissverzögerung. Ansonsten ist das eine geniale Idee für das Fischen vor dem Ufer.
Jetzt zu meiner Lieblingsmethode. Ich baue mein Pod so auf, dass die Spitzen meiner Ruten ins Wasser schauen. Das ist einfach und man kann dies mit fast jeden Pod machen. Das heißt hinten hohe Beine und vorne die kurzen Beine montieren. Das erfüllt den gleichen Zweck, wie die vorgenannten Methoden. Was noch ein guter Tipp ist: Fluorcarbon verwenden!
Fluarcarbon hat den Vorteil, dass es unter Wasser für den Fisch unsichtbar ist. Man bekommt es von verschieden Herstellern z.B. Korda, Fox, Anaconda und so weiter.
Als Rig verwende ich gerne ein Kombi-Rig aus 15 cm Fluorcarbon und 3 cm Geflochtene. Meiner Meinung nach ist das Material der Rute wichtig: man sollte schon eine weiche Rute verwenden, weil ist die Drills am Ufer meistens sehr hart sind.
Durch die weiche Rute werden die harten Schläge der Fische abgefedert. Ruten mit einer Testkurve von 2½ oder 2¾ sind optimal für das Ufer Fischen. Und die Bremse sollte fein eingestellt sein, außer wenn Hindernisse vorhanden sind, dann nicht. Aus meiner Erfahrung sind die Runs am Ufer sehr heftig. Jetzt nur noch ein Tipp am Rande. Ihr solltet euch immer von den anderen Anglern abheben. Immer was Neues testen.
Ich hoffe. ich konnte euch was Neues beibringen. Und viel Spaß und viel Glück beim nächsten Ansitz am Ufer oder auch an der anderen Seite des Sees.
Markus Tölk
M & M Carpfreaks






