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Fox - FX Flatliner Bedchair

Eigentlich wollte ich mir ja nie mehr einen neuen Bedchair kaufen, seit ich mein altes Modell durch zusätzliche Gewebebänder verstärkt hatte und das nach einigen Jahren oftmals unangenehm starke „Durchhängen" somit stoppen konnte. Aber die doch sehr schmale Liegefläche hatte weiterhin einen großen Nachteil: Die beiden seitlichen Verstellmechanismen zwischen Kopf- und Mittelteil drückten bei jedem Wechsel der Schlafposition unangenehm im Rücken oder an den Armen.

Fox - Flatliner BedchairDa ich zudem kein ausgeprägter Rückenschläfer bin, sondern mich im Verlauf der Nacht gerne in alle möglichen und zum Teil unmöglichen Positionen drehe, sind mir immer wieder die Arme eingeschlafen, weil diese irgendwann über den Rahmen des Bedchairs hinaushingen und ihre Zirkulation behindert wurde. Als ich dann die ersten Bilder des Flatliners von Fox sah, war es um mich geschehen, ich wollte sofort so ein Ding haben.

Nicht nur die 94 Zentimeter breite Liegefläche, die meine Arme fortan vorm Einschlafen bewahren würde sprach mich an. Insbesondere das raffinierte „Flip Cam"- System, bei dem nach dem Aufbau des Bedchairs die seitlichen Verstellblöcke nach unten weggeklappt werden, empfand ich als echte Innovation. Gesagt, getan, ein Flatliner musste her. Nach einer kompletten Saison auf der neuen Liege hier nun meine Eindrücke.

Verarbeitung:

Der Fox Flatliner Bedchair lässt meine alte Liege im direkten Vergleich echt winzig aussehen. Er ist nicht nur fast 15 Zentimeter breiter, sondern schon im zusammengeklappten Zustand auch deutlich dicker. Bereits nach dem ersten Aufklappen fasziniert mich das Flip-Cam System, weil es so simpel ist und gleichzeitig perfekt funktioniert. Zum Vergleich: Normale Bedchairs sind so konstruiert, dass die Gelenke zwischen Kopf- und Mittelteil im aufgestellten Zustand nach oben zeigen.

Dies bedeutet aber, dass an diesen Stellen die seitlichen Ränder der Matratze, die den Rahmen abdecken, nach oben gedrückt werden, es entsteht ein unnatürliche Begrenzung des Bewegungsraumes kurz unterhalb des Schultergürtels. Beim Flatliner kann das gesamte Gelenk nun, wenn es sich in der flachen, zusammengeschraubten Position befindet, nach untern rotiert werden. Unten rastet es mit einem leisen Klick ein, und der Bedchair verfügt plötzlich über einen komplett flachen Rand. Da dem Flatliner zudem mittig eine fünf Zentimeter dicke Fleece-Matratze spendiert wurde (siehe Fotos) wurde, liegt der Angler nun auf einer komplett eben Liegefläche und nicht in einer Hängematte, die von den seitlichen Wülsten der Rahmenabdeckung begrenzt wird.

Das Verstellsystem der Füße ist robust und einfach zu bedienenDas Ding ist schon zu Hause so bequem, dass ich schon vor der nächsten Session einige Nächte auf ihm verbringe. Und auch meine beiden Couch-, Sessel- und Matratzentester (zwei sechsjährige Katerbrüder) sind kaum vom Flatliner runterzubekommen! Aber weiter zur Verarbeitung: Zwischen Mittel- und Fußteil hat der Flatliner noch ein Doppelgelenk spendiert bekommen, so dass ein etwas größerer Raum im zusammengeklappten Zustand resultiert. Hier soll wohl sogar ein echter Winterschlafsack genug Platz finden. Das werde ich natürlich ausprobieren. Die Beine werden mittel eines so genannten „Twist-Lok Leg Adjustment"-Systems verstellt, welches auch einhändig zu bedienen ist. Funktioniert tadellos: Einmal in Richtung des Unlock-Symbols drehen, Bei rausziehen, loslassen, und schon ist das Bein in der neuen Position arretiert.

Extra Schlammfüße muss man nicht mehr kaufen, die Fußteller sind bereits breit genug und haben Löcher, so dass man den Flatliner zur Not mit 6 Erdnägeln sichern kann. Gut gefällt mir auch der ovale Aluminiumrahmen. Der ovale Querschnitt ermöglicht bei gleicher Materialstärke und damit identischem Gewicht eine deutlich höhere Stabilität, wie jeder Architekt gerne bestätigen wird. Zu Hause kann der Flatliner also schon mal überzeugen. Wie seine Alltagstauglichkeit am Wasser aussieht, zeigt hingegen nur der Langzeit-Praxistest.

 

Praxis:

Ich teste den Flatliner vom zeitigsten Frühjahr bis hinein in den November. Er erfüllt seine Aufgabe insgesamt mit Bravour, stellt mich aber auch vor ein paar völlig neue Herausforderungen. Wie soll ich das Ding bitte in meinem kleinen Golf unterkriegen? Da ich kein wirkliches Angelauto mein Eigen nennen darf, ist der zur Verfügung stehende Platz eher begrenzt. Das in Fleisch und Blut übergegangene Tackle-Tetris, bei dem jedes Teil seinen festen Platz hatte und mit dem ich den Wolfsburger über viele Jahre fast im Schlaf bis in die letzte Lücke beladen konnte, musste völlig neu ausgetüftelt werden, bis auch der Flatliner vernünftig hinein passte.

Die Fox FX Flatliner - Der name ist ProgrammAufgrund seiner Abmaße musste natürlich auch noch ein neuer Bedchair-Bag gekauft werden, denn die alte Tasche fasst definitiv keine Liege mit 94 Zentimetern Breite, wie ich enttäuscht feststellen muss. Und wer will schon, dass die Liege beim Aufbau im strömenden regen Nass wird? Na ja, die paar Euro spielen nun auch keine Rolle mehr. Der Aufbau am Wasser selbst verlief bei mir immer problemlos. Die Einstellung der Füße geht sauber und schnell. Insgesamt steht der Flatliner mit maximal 48 Zentimetern nicht mehr so hoch wie meine alte Liege, der Stauraum unter der Liege ist somit etwas geringer.

Dafür stößt man beim Schlafen oben nicht mehr so schnell an die Zelthaut. Nur bei extrem steilen Ufern könnte es sein, dass der Flatliner aufgrund des eingeschränkten Einstellbereichs mal an seine Grenzen kommt, bei mir war dies jedoch noch nicht der Fall. Das Flip Cam-System arbeitet auch am Wasser einfach super, der entstehende Liegekomfort ist gigantisch. Früher waren mit die langen Winternächte oft zu lang, weil ich es auf meiner Liege nach zwölf Stunden einfach nicht mehr aushielt. Beim Flatliner könnte ich einfach ewig im Schlafsack liegen bleiben und mich wie ein Walross zufrieden von einer Seite auf die andere wälzen. Stichwort Schlafsack: Vor der Anschaffung einer breiteren Liege solltet Ihr den eigenen Schlafsack unbedingt nachmessen, denn eine Breite von 94 Zentimetern kann eventuell überhaupt nicht mehr überspannt werden.

Ihr wisst schon, die kleine Tasche, die unten am Sack angenäht ist und die über das Fußteil gezogen wird, um den Schlafsack bei einem Alarmstart auf der Liege zu halten, passt dann einfach nicht mehr über diese Breite. Dies war bei mir zum Glück aber kein Problem, so dass ein Neukauf des Schlafsacks zusammen mit einem neuen Bedchairbag zum Glück ausbleiben konnte. Die dicke Matratze des Flatliners ist einfach super, früher hatte ich im Winter immer eine Isomatte unterm Schlafsack, um noch besser gegen von unten aufsteigende Kälte geschützt zu sein. Die bleibt jetzt zu Hause.

Auch das Doppelgelenk am Fußteil verspricht nicht zuviel und schafft wirklich so viel Platz, dass der Schlafsack im Chair bleiben kann. Ich lagere ihn zuhause dann aber doch lieber locker, damit die maximale Isolationswirkung der Fasern erhalten bleibt. Aber mein Kopfkissen hat nun einen neuen Stammplatz gefunden. Der Schlafkomfort ist insgesamt einfach unglaublich, ich habe auf der Flatliner fast schon mehr Platz als zu Hause. Die Liegefläche ist angenehm weich ohne durchzuhängen, meine Arme schlafen nicht mehr ein, und die beiden Cam Locks, die „geflippt" komplett aus dem Weg sind, sind ihr Geld mehr als wert.

 

Fazit:

Zusammenfassend möchte ich eine kurze Frage stellen: Welche Gegenstände benutzen wir denn beim Angeln wirklich häufig? Den Kocher? Vielleicht 30 Minuten am Tag. Den Kescher? Schön wär's, aber wenn wir ehrlich sind, sind's pro Tag vielleicht dreimal je fünf Minuten, wenn die Session echt gut läuft. Nein, es sind vielmehr Liege, Schlafsack und Stuhl, die wirklich jeden Tag stundenlang benutzt werden.

Hier ein paar Euro mehr zu investieren lohnt sich ungemein. Der Flatliner ist sicherlich etwas größer und schwerer und nimmt deutlich mehr Platz im Auto ein als mein bisheriger Bedchair. Aber er ist jedes Kilo und jeden Zentimeter wert, weil er das Langzeitangeln ungleich bequemer werden lässt. Zumindest war meine Saison 2012 mit Abstand die angenehmste Saison seit Jahren. Oft länger als eine Nacht am Wasser? Dann kaufen!


Produktinfos

Hersteller: Fox International
Typ: FX Flatliner Bedchair
Abmessungen: 208cm (L) x 94cm (B) x 40cm (H), Transportmaß 90cm x 94cm x 34cm
Gewicht: 13kg
Lieferumfang: Flip Cam System: Die störenden Gelenke zwischen Kopf- und Mittelteil werden nach unten weggeklappt

Herstellerinfos

Internet: http://www.foxint.com/

Weitere Produkfotos

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