Der Lastkraftwagen

Von Volker Book / Juli 2002

Wer kennt nicht das Problem des Schleppens. Dreimal vom Auto zur Angelstelle und zurück um das gesamte Angelgerät an seinen Bestimmungsort zu bringen, dreimal schmerzende Schultern und ein krummer Rücken, drei mal zehn Minuten Pause um seinen Puls wieder einigermaßen auf eine normale Geschwindigkeit zu beruhigen. Dabei soll Angeln doch Erholung bieten und nicht erst mit einem Kraftakt sondergleichen das Wochenende einläuten. Dieser Bericht zeigt auf wie man der Lage trotzdem Herr wird...

Das gesamte Tackle lässt sich bequem an den Angelplatz ziehen...Der einfachste Weg dieses Problem in den Griff zu bekommen liegt sicherlich in einer skrupellosen Aufräumaktion. Alleine bei der Bleimenge die sich im Laufe einer Saison im Rucksack ansammelt lässt sich mit Sicherheit ein ganzes Kilogramm an Gewicht einsparen. Abgesehen davon ist eine Vielzahl von Gerätschaften einfach überflüssig. Muss neben dem Bedchair auch noch extra ein Stuhl mit ans Wasser genommen werden - und das obwohl die Session nur wenige Stunden oder eine Nacht dauert? Ich könnte jetzt noch sicherlich einige viele "Luxusgegenstände" nennen, doch dies ist nicht die eigentliche Intention dieses Berichtes, regt aber vielleicht einmal kurz zum nachdenken an.

Wer häufiger an Kanälen oder großen Seen fischt kommt auch mit dem kleinsten und bis auf das wesentliche beschränkte Tackle sehr schnell ins Schwitzen. Strecken von 500 - 1000 Meter mit Rucksack, Bedchair und Futteral zu bewältigen ist aus meiner Sicht der Dinge nicht der richtige Weg um eine Angelsession zu beginnen. Mittlerweile sind im gut sortierten Fachhandel eine Vielzahl von sogenannten "Caddies" käuflich zu erwerden. Im Grunde genommen eine erstklassige Idee, da sich das gesamte Tackle (auch mit Zusatztaschen für eine mehrtägige Session) mit einem mal an seinen Bestimmungsort verbringen lässt. Der einige Nachteil dieser "Schubkarrenlösung" ist das zusätzliche Packmaß der Karre selber. Trotz des ausgefeilten Klappmechanismus ist ein solches Fahrzeug immer noch sehr sperrig. Besonders wenn man aufgrund eines kleinen Autos sowieso schon jeden noch so kleinen Winkel ausnutzen muss, oder zusammen mit dem Angelpartner in einem Auto fährt, ist oft kein Platz mehr für die Transporthilfe. Was wäre wenn man zusätzlich zum Angelgerät nur noch zwei Räder einpacken müsste und irgendein Ausrüstungsgegenstand die Aufgabe des "Tragegestells" übernehmen würde?!

Passt auch in vollbepacktes Auto: Die Transportachse.Ein Bedchair ist für eine solche Aufgabe geradezu prädestiniert! Ausgelegt für Gewichte bis jenseits der 100kg Marke nimmt er mühelos das gesamte Tackle auf seiner Liegefläche auf und übernimmt so die Aufgabe des Caddies!

Der Bau eines solchen Transportsystems ist für einen handwerklich begabten Menschen innerhalb eines Nachmittags zu bewerkstelligen und erfordert keinerlei Modifikation am Bedchair selber. Eine Bauanleitung mit den entsprechenden Maßen wäre an dieser Stelle ein sinnloses Unterfangen, da die Achse für jeden Bedchairtyp individuell angepasst werden muss. Grundsätzlich funktioniert das angewendete Klemmprinzip aber aufgrund der nahezu identischen Bauweise bei allen Bedchairs.

Abb.3. Zeigt deutlich das Anbringen der Achse an den Bedchair. Als Verbindungsglied zu der waagerechten Fußstrebe des Bedchairs diente in meinem Fall ein Stück dickwandiges Kunststoffrohr, dass längst aufgesägt wurde und so die Funktion ein Clips übernimmt. Ein Nachteil - wenn man überhaupt von einem sprechen kann - ist in der Tatsache begründet das man das Gefährt nur ziehen und nicht schieben kann.

In diesem Sinne frohes Schleppen...

Volker Book