Miteinander anstatt gegeneinander

Von Bernd Schürmann / August 2015

Das Karpfenseminar, ein Rückblick. Motto: miteinander anstatt gegeneinander! Missgunst, Neid, Unverständnis und schlimmstenfalls sogar Hass werden uns Karpfenangler häufig entgegengebracht oder vorgeworfen. In vielen Angelvereinen in Deutschland sind Karpfenangler nicht gerade gern gesehene Mitglieder und werden stellenweise nicht mal mehr aufgenommen. Es sollen sogar schwarze Listen existieren, in denen der ein oder andere Name geführt und als „nicht erwünscht“ markiert ist. „Teams“ aus unterschiedlichen und sogar in gleichen Vereinen gehen sich untereinander schon an die Gurgel im Kampf um die besten Spots.

Die Teilnehmer des KarpfenseminarsDank Futterboot werden mehrere Hektar Wasserfläche durch einen oder mehrere Angler abgespannt, so dass Allrounder kaum noch ein Plätzchen freie Wasserfläche finden. Das einzige was bei einigen noch zählt sind Kilos und die werden fleissig in sozialen Netzwerken gepostet. Muss das alles sein? Kann man nicht als Karpfenangler neben den Raubfisch und Stippanglern in Ruhe seinem Hobby nachgehen und die Zeit am Wasser gemeinsam genießen anstatt sich dauern gegenseitig ans Bein zu pissen. In beiden Lagern gibt es schwarze Schafe und uneinsichtige Nörgler. Ziel muss es sein, zusammen zu finden und den uns nicht wohlgesonnenen Vereinen (Tierschutzextremisten etc.) geschlossen entgegenzutreten, damit wir auch in den nächsten 50 oder 100 Jahren unserer Passion ausleben können.

2013 wurde ich aus dienstlichen und privaten Gründen in den Norden versetzt, genauer gesagt in die Nähe von Bremen nach Garlstedt. Aufgrund der großen Anzahl von Gewässern gibt es natürlich auch viele Angelvereine in dieser Region. Nachdem ich mir einen Überblick geschaffen hatte und aufgrund einer Empfehlung von Axel entschloss ich mich dem Angelverein Hagen e.V. beizutreten.

Chris und sein erster Norddeutscher KarpfenIm Februar 2014 fuhr ich abends mit den nötigen Unterlagen in der Tasche zum Vereinsheim um die Mitgliedschaft zu beantragen. Bei dem „Vorstellungsgespräch“, mit dem 1. Vorsitzenden Hans, outete ich mich direkt als reiner Karpfenangler um nicht im Nachhinein mit Problemen konfrontiert zu werden. Lieber direkt mit der Wahrheit raus anstatt hinterher angefeindet zu werden. Was soll ich sagen? Netter und freundlicher wurde ich noch nie in einen Verein aufgenommen. Keinerlei Aversionen gegen Karpfenangler, kein Boilieverbot, Nachtangeln und Futterboot erlaubt, was will man mehr. Ok, zum Fischbestand konnte ich zu dem Zeitpunkt nur Vermutungen anstellen, aber was soll's ich wurde Mitglied.

Ab März 2014 befischte ich die Gewässer ca. 2-3 Nächte pro Woche und erste Erfolge stellten sich schnell ein. Beim zweiten Fischen wurde ich direkt vom 2. Vorsitzenden Uwe kontrolliert und ich dachte mir „das kann ja heiter werden mit Kontrollen“. Falsch gedacht, Uwe kam von nun an regelmäßig vorbei, aber nicht um mich zu kontrollieren oder zu überwachen, sondern um sich was abzugucken. Uwe ansonsten leidenschaftlicher Allrounder hatte in den letzten Monaten das Karpfenangeln für sich entdeckt und wollte was lernen. Mit knapp 60 Jahren eine tolle Sache finde ich. Nach vielen und ausgiebigen Gesprächen fragte er mich Anfang 2015 ob ich mit den Senioren (sorry Hans ich meine Erwachsene) ein Karpfenseminar durchführen würde.

So 10-12 Senioren aus dem Verein hätten großes Interesse daran, etwas über die moderne Karpfenangelei zu erfahren. Ich war zunächst skeptisch und erbat mir Bedenkzeit. Allroundern evtl. sogar Potties das Karpfenangeln beizubringen, ob das wohl sinnvoll wäre? Horrorvisionen von tausend geräucherten Karpfen plagten mich in meinen Träumen. Ich überlegte einige Tage und sagte dann aber doch zu. Wenn jemand Interesse daran hat, kann er sich mittlerweile im Internet genügend Hilfestellungen und Tipps zu diesem Thema besorgen. Ob die dann aber immer richtig sind sei dahin gestellt. Ich entschied mich dazu, den Interessierten es dann, meiner Meinung nach wenigstens vernünftig, zu zeigen. Vielleicht könnte ich ja auch den ein oder anderen zum Umdenken bewegen. Miteinander anstatt gegeneinander kann nur das angestrebte Ziel sein, um in Zukunft ohne Ärger am Wasser eine entspannte, schöne Zeit verbringen zu können.

Während eines Gespräches mit dem 1. und 2. Vorsitzenden wurden die Rahmenbedingungen abgesteckt und ein Zeitraum ausgewählt. 2 Tage am Wasser mit Workshop rund ums Karpfenangeln sollten es werden. Den vorgeschlagenen „Unkostenbeitrag“ zum Kauf von Rig-Zubehör und co. zu verwenden stimmte ich nicht zu. Einer meiner Bedingungen war, dass der „Unkostenbeitrag“ einem guten Zweck zur Verfügung gestellt wird. Genauer gesagt zwei Vereinen die sich um an PTBS erkrankte deutsche Soldaten kümmern. Nachdem dieses alles geklärt war, begann ich mit den Vorbereitungen für das Event und kümmerte mich um Sponsoren und Mitstreiter. Axel Doberenz und Chris Bourne, zwei sehr gute und vor allem zuverlässige Freunde, konnte ich von dem Projekt und dem Ziel überzeugen, so dass sie mir ihre Unterstützung zusagten.

Das StarterpaketSponsoren fand ich aufgrund meiner guten Kontakte und der geschilderten Idee die dahinter stand sehr schnell. Nachdem die Ankündigung auf der Vereinseigenen Website online gelegt wurde, waren die geplanten Plätze schnell vergeben und die Zeit bis zum Karpfenseminar verging wie im Flug. Mein ganz großer Dank geht an Axel und Chris sowie den Sponsoren ohne die der Workshop so nicht hätte stattfinden können. Der Unkostenbeitrag hätte dann doch für Rig-Zubehör und Köder anstatt als Spende für erkrankte Soldaten verwendet werden müssen. Herzlich dank Euch allen dafür auch im Namen der Vereine / Soldaten.

 

Mitstreiter

Axel Doberenz und Chris Bourne
Danke für eure Unterstützung. Es ist ein unheimlich tolles Gefühl zu wissen, dass man Freunde hat auf die man sich zu 100% verlassen kann. Ohne Euch beiden hätte ich das nicht durchgezogen. Zudem wäre ich ohne Axel gar nicht hier oben im Norden gelandet, da er mir mal den Kopf gewaschen hat. Dafür danke ich dir ganz besonders Axel.

 

Folgende Sponsoren beteiligten sich an dem Projekt:

Shimano Germany Fishing GmbH
www.shimano.com
Danke Petra für deine tolle und großzügige Unterstützung des Karpfenseminars mit CarpSpirit / Shimano Produkten, für die Zusammenarbeit und deine Freundschaft die letzten Jahre. Du bist einfach Super!

carp.de / carp connect / mediafishingstore.de
www.carp.de
Postfach 10 14 61
D - 46552 Voerde
Danke Markus für die Unterstützung, die Zusammenarbeit, dein Vertrauen und die Freundschaft in den vergangenen 20Jahren. Du bist ein wahrer Freund und der perfekte Angelpartner für mich. Ich hoffe, dass wir noch viele gemeinsame Touren im In- und Ausland zusammen erleben können.

 

Progressive Baiting
www.progressive-baiting.de
Sperberweg 2
90599 Dietenhofen
Danke Kalle nicht nur für die Köder, sondern auch dafür, dass du mein Freund bist und mich persönlich auch schon sehr lange mit Baits unterstützt. Du bist ein ganz verrückter toller Typ der geile Knödel rollt.

 

Carpwear
www.carpwear.de
Hauptstraße 79
89275 Elchingen

Danke Christian für die Teamwear bei dem Seminar und die Unterstützung. Du bist und bleibst ein / mein Kamerad.

 

MIKA Products
www.mp-direct.de
Hauptstr. 77
52441 Linnich

Danke Michael für die Unterstützung des Events mit tollen Endgame Tackle.

 

EuroCarp GmbH
www.eurocarp.de
Angel-Center Gera
Adam-Opel-Str. 6-8
07552 Gera
Germany
Danke Jan für die schnelle und tolle Unterstützung des Events mit Tackle und mehr

Vorbereitung

Am 30.07.2015 war es dann endlich soweit. Chris war seit Mittwoch bei mir und half beim Tüten packen und Preise zusammenstellen. Am Donnerstag fuhren wir beide dann zusammen ans Wasser und bauten mit Uwe dem 2. Vorsitzenden das Basiscamp bei einer nassen, steifen norddeutschen Brise auf. Wir fütterten die ausgeschilderten und zuvor geplanten Plätze mit einer Mischung aus Partikel, Pellets und Boilies vor. Am frühen Nachmittag viel dann auch der erste Rüssler auf eine von Chris ausgelegte Tiegernussfalle herein. Wir waren zuversichtlich und bei bester Laune für die kommenden Tage. Nach einer ordentlichen Vergrillung hauten wir uns dann auch frühzeitig aufs Ohr um für die kommenden Tage fit zu sein.

 

31.07.2015 - Tag 1

Der Freitag begann mit einem reichhaltigen Frühstück, welches uns drei durch Karola am Wasser serviert wurde. Sie angelt selbst auch und unterstützt ihren Uwe wo sie nur kann. Nachdem die letzten Vorbereitungen getroffen waren, trudelten auch die ersten Teilnehmer gegen 15:00Uhr am Wasser ein. Eine gesunde Mischung aus Allroundern, Stippern und Raubfischanglern. Der älteste Teilnehmer war der 1. Vorsitzende mit über 70 Jahren. Respekt kann man da nur sagen. Mit 70 Jahren zwei Tage am Wasser zu verbringen um was über das moderne Karpfenangeln zu erfahren, ist schon eine bemerkenswerte Leistung. Von Desinteresse kann man da wirklich nicht sprechen.

Der wichtigste Part kam zuerst: Carp CareNachdem ersten beschnüffeln, wir kannten noch keinen der Teilnehmer außer den beiden Vorsitzenden, begannen wir mit dem Seminar. Wir starteten mit dem meiner Meinung nach wichtigstem Part, der Versorgung und die waidgerechte Behandlung des Fanges. Kescher, Abhakmatte, Wiegeschlinge, gefüllter Wassereimer, Desinfektionsmittel - Wundmittel wie z.B. Fair Drops von progressive baiting wurden vorgestellt. Warum benutzt man eine Abhakmatte, wieso soll der Fisch nass gehalten werden, wirkt z.B. Fair Drops wirklich und wie benutz man es. Teil für Teil wurde erklärt und auftretende Fragen geduldig beantwortet.

Anschließend wurden die ersten Köder, freundlicherweise von progressive baiting gesponsert, für die Nacht ausgegeben. Alle machten sich dann auf den Weg zu Ihren Angelplätzen und bereiteten sich auf die Nacht vor, welche hoffentlich erfolgreich sein würde. Chris und ich unterstützen für die erste Nacht mit Montagen und Bleien, da keiner der Teilnehmer über entsprechendes Equipment bis dato verfügte. Das sollte sich jedoch recht bald ändern.

 

01.08.2015 - Tag 2

Der Samstag begann ernüchternd. Kein Karpfen hatte in der Nacht den Weg über den Kescher auf die Abhakmatte gefunden, obwohl sich alle nach der gestrigen Kurzeinweisung Mühe gegeben haben. Lediglich ein Fisch hatte am Platz 3 gegen 05:30Uhr in der Früh gebissen, sich aber nach kurzem Drill in einem Hindernis im Uferbereich wieder verabschiedet. Nils der jüngste Teilnehmer war mit seinem Onkel Ulf bei dem Seminar und nach dem Aussteiger zu tiefst enttäuscht.

FrühstückEin paar aufmunternde Worte und der Tag konnte dennoch fröhlich beginnen. Gegen 09:00Uhr kamen Karola und Ihre Schwiegertochter mit dem zubereiteten Frühstück an den See und es wurde zusammen gegessen. Nach einer kurzen Pause startete dann das Seminar mit der Ausgabe der ersten Seminarunterlagen. Eine Infomappe zum Seminar mit Ablaufplan, Fanglisten, Werbematerialien der Sponsoren, Karpfenangler ABC, Literaturtipps, 3 Ausgaben von carp connect und natürlich passender Teamwear wurde verteilt.

Die hochwertigen T-Shirts mit dem zum Motto passenden Aufdruck „Fishing ist life, the rest just details“ wurden von Ch

ristian Friske, Inhaber der Fa. Carpwear und alter Kamerad von mir, gesponsert.

Schwerpunkt des Vormittages waren folgende Themen:

  • Ursprung und Geschichte des spezialisierten Karpfenangeln
  • Warum Karpfenangeln
  • Location: wie finde ich Spots, welche Hilfsmittel kann ich nutzen usw.
  • Ausrüstung: was braucht man, was ist „nice to have“, was ist überflüssig
  • Umgang mit der Kreatur Fisch allgemein


Eine Vielzahl von Tackle wurde den Teilnehmern vorgestellt, Vor- und Nachteile erläutert und deren Einsatzzweck / Handhabung erklärt. Auch Neuheiten wie die E-Box und die neuen Camp Secure von CarpSounder wurden gezeigt und erklärt. Sinnvolle Tools wie das Multispot Stick System von Carpspot mit Zubehör wurde vorgestellt und deren Handhabung gezeigt.

Gerade in Verbindung mit der Sense ein passendes Tool um an einem anderem verkrauteten Vereinsteich erfolgreich zu sein. Großes Interesse fand das Thema „Bissanzeiger und co. “ Einige unterschiedliche Typen von verschiedenen Herstellern, wie z.B . CarpSounder, Gardner, Nash Tackle usw., konnten vor Ort durch die Teilnehmer in Augenschein genommen werden. Am Ende waren sich alle einig.

  1. Man braucht vieles, aber nicht alles um am Wasser erfolgreich zu sein.
  2. Wer billig kauft, kauft zweimal.
  3. Also Augen auf beim Tackle kauf.

Chris in seinem ElementKurz nach Mittag, so gegen 13:00, wechselten wir nach einer kurzen Pause und Chris übernahm seinen Part. Chris ist gebürtiger Engländer und ein richtiger Rig Fetischist. In seiner Tacklebox sieht es aus wie einem englischen Tackleshop. Der hat einfach alles, auch Dinge die in Deutschland noch gar nicht erhältlich sind. Ich denke es gibt nur wenige Rigs die der begnadetet Bastler noch nicht nachgebaut und ausprobiet hat. Chris erläuterte anhand des Rig-Boards, welches er extra für den Workshop angefertigt hatte, die unterschiedlichen Komponenten / Einzelteile für ein Rig und deren Wirkungsweise.Vor und Nachteile von bestimmten Montagen sowie deren Einsatzspektrum wurden umfangreich erklärt.

Fragen durch die Teilnehmer wurden reichlich gestellt und ich denke, auch zur Zufriedenheit aller mit viel Engagement durch Chris beantwortet. Sämtliche Rigs konnten im Rahmen der „Bastelstunde“, es wurden jedoch über zwei Stunden daraus, nachgebaut werden. Leadcore wurde gespleißt, Haken gebunden und geschärft, die unterschiedlichsten Rigs zusammengestellt usw. usw. Sämtliches Zubehör / Einzelteile für die verschiedenen Rigs etc. wurden uns von Shimano, die den CarpSpirit Vertrieb managen, sowie von MIKA Products zur Verfügung gestellt.

Bastelstunde! Hans, der älteste Teilnehmer ist hoch interessiert

Die Teilnehmer waren schon erstaunt was es da so alles gibt. Hauptziel war, dass jeder der Teilnehmer am Ende des Tages zumindest ein bis zwei „Standart Rig´s“ alleine und ohne Hilfe binden konnte. Ich denke das hat auch super geklappt und die Teilnehmer waren doch erstaunt mit welcher Systematik und Raffinesse ein Karpfenangler seine Montagen auswählt und erstellt. Am Ende hatte jeder genug Montagen angefertigt um seine Ruten für die Nacht auszustatten. Die übrig gebliebenen Einzelteile der Bastelstunde und das Rig-Board stehen den Mitgliedern des Angelvereins auch in Zukunft im Vereinsheim zur Verfügung. Jeder kann dann, wenn er Lust dazu hat, dass ein oder andere Rig im Vereinsheim nachbauen und am Wasser ausprobieren.

Fazit der Bastelstunde und dem stimmten alle zu, ist jedoch:

  1. Ein Haken muss scharf sein um sicher zu haken
  2. Einfach fängt auch
  3. Die Montage muss zum verwendeten Köder passen

Köderkunde mit AxelAm späten Nachmittag übernahm Axel das Ruder um mit seinem Thema „Köder der modernen Karpfenangelei“ fortzufahren. In unseren Augen eines der wichtigsten Themen des Seminars, denn keine Bivy, RodPod, Rolle oder Rute fängt den Fisch. Das wichtigste ist der Köder und dessen Präsentation.

Axel brachte das Thema allen in bemerkenswerter Weise praxisbezogen und mit einer passenden Portion Humor nahe. Es konnten verschiedene Partikel angefasst, gerochen und gekostet werden nachdem deren Verwendung und Verarbeitung wie z.B. kochen, quellen, garen, etc. erklärt wurde. Die Zusammensetzung von Boilies hinsichtlich Ihres Fett-, Protein und Vitaminanteils wurde ebenso angesprochen wie die Verwendung / Dosierung von geeigneten Flavourn. Beim Schnuppern an den Proben rümpften dann doch einige die Nase. Monstercrab und dergleichen sind dann doch nicht jedermanns Lieblingsgerüche.

Die Herstellung qualitativ guter und preislich günstiger selfmade Boilies war am Ende aber kein so großes Geheimnis mehr und einige der Teilnehmer werden in Zukunft sich wohl mal an die Herstellung eigener Boilies versuchen. Auch hochwertige Ready Baits von progressive baiting, dem Ködersponsor des Workshops, wurden vorgestellt, ihre Zusammensetzung, Haltbarkeit, Vor- und Nachteile und Einsatzzwecke erläutert. Sicherlich für den Allrounder, der nur ab und an auf Karpfen fischen möchte, die bessere Alternative.

Ergebnis der BastelstundeIch persönlich fische auch nur Ready Baits und verbringe die Zeit lieber am Wasser anstatt selbst zu rollen. Jeder der Teilnehmer hatte dennoch schnell erkannt, dass die Verwendung von qualitativ hochwertigen Ködern, egal ob selbst gedreht oder Ready Baits, der Schlüssel zum Erfolg sind. Billiger Mist fängt auch, aber eben nur einmal. Wer von uns isst schon das gleiche Gericht zweimal, wenn er beim ersten Mal schon eine ordentliche Magen-Darmverstimmung davon hatte? Keiner!!! Karpfen sind da nicht anders.

Am Ende waren sich alle Teilnehmer einig:

  1. Karpfen fressen nur wenn die Energieaufnahme höher ist wie der Energieaufwand.
  2. Der Köder muss dem Karpfen schmecken und ihm gut bekommen.
  3. Es müssen nicht immer Boilies sein, auch andere Köder fangen Karpfen

Gegen 19:30 Uhr war die Theorie dann beendet und alle begaben sich an Ihre Angelplätze. Zur großen Freude und Überraschung der Teilnehmer gab es für jeden ein großes Starterpaket. Dieses wirklich große Starterpaket beinhaltete alle nötigen Shimano / CarpSpirit Komponenten für die unterschiedlichsten Montagen und 2kg qualitativ hochwertiger Ready Baits von progressive baiting. Zum Abschluss des Tages wurde noch schnell der Grill angeworfen um sich für die Nacht zu stärken. Selbstverständlich wurde im Wechsel gegessen, damit immer jemand an den mit 2 Leuten besetzen Angelplätzen zugegen ist.

Schnell kehrte Ruhe an den Angelstellen ein und der ein oder andere träumt von großen Karpfen. Theorie von 10:00 Uhr bis 19:30 Uhr fordert dann doch Körper und Geist bei 28 Grad im Schatten, so dass alle schnell auf der Liege lagen. Gegen 23:30 Uhr wurde dann die Stille auch durch einen kreischenden Bissanzeiger am Platz 6 unterbrochen. Chris landete einen schönen Schuppenkarpfen als krönenden Abschluss eines anstrengenden und informationsreichen Tages.

 

Sven mit seinem Siegerkarpfen und neuem Personal Best

02.08.2015 - Tag 3
Die Nacht verlief zum Glück nicht ganz so ruhig wie die vorherige. Sven und Inga konnten am Platz 5 um 04:30Uhr einen schönen Schuppenkarpfen mit 10200g verhaften. Die Freude war besonders groß bei den beiden. Erstens wurde der Fisch auf die zuvor selbst erstellte Montage sowie den gesponserten Ködern gefangen und war zugleich der neue PB von Sven. Besser hätte es nicht laufen können am Platz 5.

Gegen 06:00 Uhr wurde die Stille erneut durch lautes Rufen „Fisch-Fisch“ unterbrochen. Nils am Platz 3, der am Vortag bereits einen Karpfen verloren hatte, drillte fleißig im Morgengrauen einen Karpfen. Auch dieser Fisch konnte, wie der am Vortag auch, dem Bandito Fish Boilie von progressive baiting nicht wiederstehen. Sicher gelandet an der am Vorabend selbst gebauten Montage konnte dann Nils mit einem schönen Schuppi von 6200g abgelichtet werden.

Nils mit seinem Karpfen - Bilder sagen mehr als tausend Worte!Nach dem leckeren Frühstück, welches wieder von Karola und Schwiegertochter am See serviert wurde, erfolgte die Abschlussbesprechung. Wir die Durchführenden, Axel – Bernd - Chris, wollten schon gerne wissen, wie es den Teilnehmer gefallen hat. Das Seminar scheint allen gefallen zu haben, zumindest gab es nur positives Feedback. In einigen Köpfen der Allrounder scheint es auch „klick“ gemacht zu haben, zumindest hatten wir das Gefühl, dass der Karpfenangelvirus sie nun auch infiziert hat. Ein weiteres Indiz dafür war auch das gut gefüllte Spendenschwein auf dem Tisch zum Ende des Seminars, in welches zusätzlich zum bereits überwiesenen Unkostenbeitrag noch was gesteckt werden konnte.

Die glücklichen Gewinner Platz 1-3Zum Abschluss gab es noch eine kleine Siegerehrung. Die Sponsoren haben zu dem riesigem Starterpaket noch das ein oder andere gegeben, welches jetzt unter die Leute musste. Platz 1 und 2 sowie der schwerste Fisch standen ja fest und die restlichen Preise wurden verlost. Dank Inga der Glücksfee fanden auch alle Preise den passenden Abnehmer. Keiner der Teilnehmer ging mit leeren Händen nach Hause. Sven freute sich besonders, da er gleich 2x beschenkt wurde. Im Anschluss an die Siegerehrung erfolgte gemeinsam der Abbau des Basiscamps und so konnte das Seminar um 12:00Uhr offiziell durch den 1. Vorsitzenden beendet werden.

 

Fotostrecke - 51 Bilder

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Fazit aller Teilnehmer und Durchführenden

Nicht alle Karpfenangler oder Allrounder sind durchgedrehte Idioten und benehmen sich wie die Axt im Walde. Nein auch Karpfenangler sind ganz normale Angler, die sich auf eine spezielle Fischart, dem Karpfen, spezialisiert haben.

Die Siegerehrung: Preise vom feinsten für alle TeilnehmerGenau das Gleiche tun alle anderen Angler und zum Teil Allrounder auch. Warum sonst gibt es Aalangler, Hechtangler, Zanderangler, Forellenangler, Feederangler, Hochseeangler usw., die Liste könnte endlos sein. Chris und ich werden auch in Zukunft mit einigen aus dem Seminar mal zusammen am Wasser sitzen und angeln, weil die Chemie untereinander einfach passte.

Eines aber haben wir alle gemeinsam. Wir sind gerne in der Natur und wollen einfach nur angeln.
„miteinander anstatt gegeneinander„

 

Die Spenden gingen an:
http://www.angriff-auf-die-seele.de
http://veteranenverband.de/

Don’t dream your Life,
live your Dreams with Friends

Bernd Schürmann